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Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.05.2011 21:49

3sat, 20.5.
20:15 bis 21:00 Uhr Hauptsache billig

Zeitungsbeilagen locken den Konsumenten täglich mit unglaublichen Schleuderpreisen: Zucchini für 19 Cent das Stück, ein Damen-Jogginganzug für zwölf Euro, Badelatschen für einen Euro, man muss nur Schlange stehen! Wie kommen diese Preise zustande? Ein Grund für diese Dumpingangebote ist sicher die miserable Bezahlung der Beschäftigten - bei KIK zum Beispiel verdient man als ungelernter Neuling zwischen 3,80 und fünf Euro die Stunde brutto. Aber das ist nicht alles. In China werden PCs für Löhne zwischen 80 und 100 Dollar im Monat hergestellt, in Bangladesch lassen fast alle europäischen Verkäufer ihre Kleiderwaren für noch geringere Löhne nähen, und in Almeria, Spanien, bauen marokkanische und lateinamerikanische Frauen für ein paar Cent unter Plastikplanen Gemüse an, das bei uns supergünstig zu haben ist. Doch selbst dafür können die Billigbauern ihre Ware kaum loswerden - die Konkurrenz ist groß, die Einkäufer gnadenlos. Vertreter von Hilfsorganisationen und Gewerkschafter kämpfen gegen die Gier nach dem Profit auf dem Rücken anderer an. Bisher vergeblich. Die kleinen Preise gewinnen am Ende immer. Auch, weil die Verbraucher die Augen verschließen, wenn der Preis stimmt. Die Dokumentation "Hauptsache billig" macht sich auf den Weg zu den Produktionsorten der Billigangebote und beleuchtet die Arbeitsbedingungen.

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Ist denn dem Billig-Arbeiter in Almeria geholfen, wenn die Erdbeeren nicht gekauft werden? Oder teurer, also die Gewinnspanne für den Händler größer ist? Ich kann die Klagelieder über den schuldigen Verbraucher nicht mehr hören! Mal ganz abgesehen, dass sehr viele, die es sich leisten können, gar nicht primär sich nach den Preis richten, sondern nach Qualität! Ein kapitalistisches Wirtschaftssystem mit freien Märkten bringt eben auch Konsequenzen mit sich! Es sind doch die Händler, die, wenn sie einen Fuß in den gesättigten Markt bekommen wollen, dies oft nur über den Preis können. Oder den Marktanteil halten über den Preis. Was hat das mit Verschließen der Augen der Verbraucher (immer verallgemeinernd angeklagt) zu tun? Garnichts. Und wo wird denn Schlange gestanden? Sind 3 bis 5 Mann vor einen an der Kasse eine Schlange? Soll denn der Deutsche in Deutschland für höhere Löhne in China oder Bangladesch demonstrieren - wären das dann offene Augen? China zittert schon vor Angst.

Im Allgemeinen gibt doch der Verbraucher was er an der einen Stelle einspart, an einer anderen wieder aus, zusätzlich. Das Geld wird also nur breiter gestreut, niedrige Preise machen das erst möglich. Wenn das Geld nur für ganz teure Kartoffeln oder für eine teure Hosen reicht, dann kann eben neben der Kartoffel und er Hose nichts anderes eingekauft werden.
Die Leute sitzen doch in der Regel nicht auf ständig und ununterbochen wachsenden Geldbergen, die sie bis zum Tod nicht antasten!

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.05.2011 22:35

Wenn das Geld nur für ganz teure Kartoffeln oder für eine teure Hosen reicht, dann kann eben neben der Kartoffel und er Hose nichts anderes eingekauft werden.

Das sehe ich nicht ganz so.
es werden dann halt nicht nur die teuren Kartoffel..um die geht es vllt gar nicht so, außer es ist ägyptische Frühware!..sonst sind einheimische Gemüse i.A.noch preiswert, sondern statt einer benötigten Hose, gleich 4 in verschiedenen Farben, von denen vllt 2 getragen werden, gekauft.
Es wird auch den Lebensmitteln und der damit verbundenen Mühe bei der Herstellung nicht Rechnung getragen..Verschwendung..und eine Wegwerfgesellschaft, die nichts mehr schätzt und repariert generiert.
Natürlich werden auch mit der Herstellung von Plunder Menschen beschäftigt und verdienen sich ihren Lebensunterhalt damit.Wir haben uns in ein paar Jahrzehnten in eine Spirale hineinkonsumiert, aus der wir nicht so einfach ohne Schaden und Crash wieder rauskommen werden.
Was ist dann mit dem Billiggemüse aus Almeria?
Wieviele von uns sind überhaupt in der Lage ohne damit gefülltem Supermarktregal zu überleben?
China geht mit seiner "Profit-Gier" nahrungsmittelmäßig ja jetzt schon in die Luft! Melamin, Melonen...grinning smiley

[www.orf.at]

Liebe Grüße
Hilde
Dieser Beitrag ist fehlerfrei; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.

Avatar Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Zumirah (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.05.2011 08:17

jeder denkt doch vor allem mal an die eigene Boerse ... ist doch nur menschlich - leider

Nur ich hab auch eines bemerkt.
Wenn man permanent nach Schnàppchen Ausschau hàlt, das kostet viel Zeit.

Was mich langsam aber sicher zu dem Gedanken gebracht hat - was, wenn das eigentlich nur eine Art Beschàftigungstherapie ist? Damit der Durchschnittsbuerger sich um die wirklich wichtigen Dinge nicht mehr kuemmert?
So ala - Brot und Spiele braucht das Volk? Weil mit Steuern und Co kann man auch sowas schon manipulieren.

Haken ist, solange wir in dem System drinnen sind, wird sich daran kaum was àndern.
Darunter leiden nun mal aber aller - nicht nur die Verbraucher und/oder Konsumenten, sondern auch der Mensch per se ... die oft ausgebeuteten Produzenten und nicht zuletzt auch Tier und Natur.

Das einzige, das man dem entgegen halten kann ist nach Mòglichkeit auszusteigen (selber anbauen, was geht) und sich nicht nach jedem prospekt umdrehen.
Wer alles haben mòchte, der kommt um billige Preise nicht rum ...


nur seien wir uns ehrlich - diese Billig-Billig Mentalitàt, seh ich nicht nur bei Artikeln im Handel, sondern sonst auch ...
wenn es drum geht, etwas zu wollen, darf es mòglichst nix kosten, aber wenn es drum geht, etwas von seinen eigenen Sachen zu verhòkern, da will man mòglichst viel drum kriegen ...

und wenn wir das mal weiterspielen stehen genau zwei Dinge auf dem 1. Podest : Gier und Neid ...

haben wir das wirklich nòtig?

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.05.2011 12:05

Die Kartoffeln oder die Hose steht nur als Beispiel für Ware X und Ware Y. Es ging mir nicht um die Kartoffel oder die Hose an sich. Wer "den Verbraucher" pauschal anklagt, er würde die Billigware, sei es Food oder Nonfood, ja kaufen, der kann auch den verzweifelten Arbeitslosen anklagen, der eine Arbeit für einen äußerst geringen Stundenlohn annimmt, er würde damit die Löhne drücken.

Zitat:
Hilde
Wieviele von uns sind überhaupt in der Lage ohne damit gefülltem Supermarktregal zu überleben?

Da sind wieder die Besitzenden im Vorteil, wer kein eigen Haus und Hof mit Möglichkeiten der Selbsterzeugung hat, ist eindeutig schlechter dran. Also hat derjenige, der immer auf Billig aus war und sich dadurch ein Grundstück leisten konnte, den anderen mal gezeigt, wozu Geiz gut ist. Weil die Almeria-Erdbeere im Grunde niemand wirklich braucht, hat man nur eine Chance das Zeug zu verkaufen, wenn es billig genug ist.

Zitat:
Zumirah
Das einzige, das man dem entgegen halten kann ist nach Mòglichkeit auszusteigen (selber anbauen, was geht) und sich nicht nach jedem prospekt umdrehen.

Da hat man dem System und deren Auswüchsen nichts entgegengehalten, meine ich. Im Gegenteil, den Kampf um ein Krümel vom Kuchen würde man noch verschärfen. Du, und gleich handelnde, würden ja die Nachfrage reduzieren. Und der Anbieter reagiert dann möglicherweise damit, die Ware möglichst noch billiger anzubieten.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.05.11 12:07.

Avatar Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Zumirah (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.05.2011 13:00

@Wasserprediger
Zitat:
Da hat man dem System und deren Auswüchsen nichts entgegengehalten, meine ich. Im Gegenteil, den Kampf um ein Krümel vom Kuchen würde man noch verschärfen. Du, und gleich handelnde, würden ja die Nachfrage reduzieren. Und der Anbieter reagiert dann möglicherweise damit, die Ware möglichst noch billiger anzubieten.

theoretisch hast du recht - nur was wàre dann die Alternative?
weitermachen?
die weitermachen lassen, die alles diktieren?

ich denke mir nur, es ist nicht grade klug den Hausverstand an den Nagel zu hàngen ... nur weil damit die Preise viell. noch billiger werden wuerden ...

Frage:
was wuerdest du denn tun?
Anklagen ist eine Sache, eine Lòsung finden aber eine andere ;-)

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Nadine75 (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.05.2011 13:31

Das ist ein riesen komplexes Thema und ein System, das an irgend einer Stelle mit Vehemenz aufgebrochen werden müßte.
Einen Anteil haben die Müllsammler.. bei Firmen.
Die Essen sammeln was noch ganz frisch ist.

Und solange jemand abhängig ist und in den Firmen jemand gekündigt bekommt wenn er den Mund aufmacht.. ist das alles schwierig.
Wobei die Industrien auch wieder abhängig sind vom Gesetz her.

Im kleinen kann man anfangen.. zumindest anfragen und das "Nein" hinnehmen, aber da einen steten Tropfen ansiedeln.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: sparfux (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.05.2011 19:49

Der "böse Verbraucher" ist größtenteils eine weitere Propagandalüge der wirklich Asozialen bzw. Kriminellen: der Produzenten und der Händler.
Nur ein Beispiel dazu: Die Erfindung der der Getränkedose (selbstverständlich erfunden in den VSA, wo sonst?).
Die Wirtschaftskriminellen behaupte(te)n: Der "Verbraucher" (eine der vielen hässlichen Erfindungen der Wirtschaftskriminellen) verlange die Getränkedose.
War das etwa so, dass sich etwa bei Aldi "Verbraucher" tausendweise auf den Boden warfen und schreiend nach Getränkedosen verlangten?
Oder war das nicht vielmehr so, dass ein geldgeiler, gewissenloser Kapitalist die Getränkedose erfand bzw. in Umlauf brachte, um dadurch einen Vorteil gegenüber seinen "Mitbewerbern" zu erlangen?
Wer ist der wirkliche Urheber und damit der wirklich SCHULDIGE an der milliardenhaften Vermüllung unseres Planeten mit Getränkedosen?
Leute, lasst Euch nicht verarschen!
Lasst Euch keine Schuldgefühle einreden, wenn ihr sie nicht verdient!
Fallt nicht Euren eigenen Mitbürgern in den Rücken!
Haltet zusammen gegen die wirklichen Verbrecher!
Sonst sind wir alle verloren.
Selbstverständlich will ich damit nicht behaupten, dass wir als Käufer keinerlei Verantwortung hätten - keinesfalls! Aber die HAUPTschuldigen sind IMMER die Reichen und Mächtigen!

Avatar Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.05.2011 21:39

wir sind sowohl Schuldige als auch Betroffene.
das System ist krank, und wir halten es am Leben, wenn wir nur fragen und kaufen, weil billig - und nicht hinterfragen und entsprechend handeln, ob es den Preis wert ist.
Den Müll produzieren wir Verbraucher sehr wohl, denn wenn die Ware in den Regalen bleibt, kommt zunächst eine verstärkte Werbung dafür. wenn der Verbraucher sich aber trotzdem verweigert, dann wird diese Ware vom Markt verschwinden.
Die Verbraucher werden bei ihrer Bequemlichkeit gepackt, bei ihrer Ehre - sauber, hygienisch, <in sein>,das Beste für die Familie - oder dem Neid: auch mal was haben wie die <oberen 10.000>, wenn auch in Billigausführung. das hält nicht ganz so lange,aber bis dahin werden neue Ansprüche geschürt.
sich selbstkritisch verhalten ist leider schwieriger als anderen die Schuld geben und damit eine Ausrede zu haben, das eigene Verhalten beizubehalten.

so seh ich das, weil ich von mir weiß, daß ich oftmals gegen besseres Wissen handle frowning

liebe Grüße
Lehrling

Avatar Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20.05.2011 08:36

Dass unser momentaner Wohlstand auf Dumpingpreisen beruht, fällt einem ganz klar auf, wenn man zB den Manufactum Katalog durchblättert. Natürlich ist der wieder überteuert, aber er gibt ein Gefühl dafür, was Qualitätsware, die mit ordentlichen Löhnen erzeugt wurde aus natürlichen Rohstoffen hergestellt wurde, eben so kostet.

Wenn in China und Co. die Löhne anziehen, dann wird es bei uns auch enger.

Michi

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 22.05.2011 14:12

@ Zumirah

Dein Lösungsvorschlag, Produktverweigerung scheint nicht viel zu bringen, was die Entlohnung oder Arbeitsbedingungen der Arbeiter betrifft. Außerdem muß man erstmal die Entscheidungsfreiheit haben, die finanziellen Möglichkeiten. Wer kleidet sich denn bei Aldi ein? Die Mittel- und die Oberschicht? Der Fehler liegt nun mal im System und nicht beim Verbraucher. Auch bei Konkurrenzkampf herrscht ein gewisser Zwang und nicht allein Gier nach höherem Profit. Wenn ein Supermarktkette glaubt, den Bauern höhere Preise zu zahlen als andere, bleibt er auf seiner teureren Ware sitzen, zum Teil. Also ist der Verbraucher Schuld? Nein. Erstens, kann er oft nicht anders aus finanziellen Gründen. Zweitens, kann er gar nicht kontrollieren, zu welchen Preisen eingekauft wurde. Ein teureres Produkt zu kaufen heißt ja nicht automatisch, dass der Hersteller/Bauer/Produzent besser bezahlt wurde. Man hat möglicherweise nur die Gewinnspanne des Zwischenhändlers oder Händler erhöht, weiter nix.
Dass manche Hersteller zwei gleiche oder fast gleiche Produkte auf den Markt bringen, einmal unter Markennamen, einmal als NoName-Produkt, ist ja bekannt. Wer will daran glauben, daß bei dem Produkt unter Markenname irgendetwas besser bezahlt oder teurer eingekauft wurde, von der Firma?

Und drittens: ich sagte ja schon, die allermeisten Leute, die bei der einen oder anderen Sache sich für das teurere Produkt entscheiden könnten, die durchaus einen kleinen finanziellen Spielraum haben, sparen allermeist für eine größere Geldausgabe (Qualitätsprodukt, wo viel Arbeitsplätze dranhängen), die sie früher oder später auch tätigen. Zum Beispiel: Bei Audi oder VW, wo vergleichsweise recht ordentliche Löhne gezahlt werden, freuen sich die Schicht-Malocher, wenn der deutsche Sparfuchs noch bißchen Markenbewußtsein besitzt und sich nicht mit einem Dacia begnügt, bzw. begnügen muß, weil er sonst alle Billig-Ware versuchte zu vermeiden. Er wollte ja kein böser Verbraucher sein.

Deine Frage, was ich tun würde? Zunächst sagt mir mein Verstand, das die Sache kompliziert ist und es keine einfache Lösung gibt, wenn es überhaupt eine im Rahmen der bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung gibt.


Knoblauch aus China. Ist das nicht Wahnsinn?
Welcher böse Verbraucher hat die Supermarktketten angefleht, Knoblauch aus China einzukaufen?

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 25.05.2011 13:23

Der böse Verbraucher:

"Am Ende der Expedition kann sich die Familie entscheiden: kaufen oder nicht kaufen. Essen oder nicht essen. Wissen - oder lieber nicht wissen wollen."


"Hilfe! Was essen wir?" Ein Supermarkt-Experiment


Phoenix:
Mi, 25.05.11, 21.00 Uhr
Do, 26.05.11, 08.00 Uhr
Do, 26.05.11, 19.15 Uhr

[www.phoenix.de]

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: HB (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13.06.2012 13:40

Tja, was nun? Ich möchte das Thema, wenn auch schon 1 Jahr alt, aus einer anderen Perspektive beleuchten und der Frage nachgehen, was oder wie bin ich?
Sehen wir Geld als eine Form der Energie (z.B. Arbeitsenergie).

Wenn ich Geld gebe für ein Produkt oder eine Dienstleistung, entscheide ich als ein Rad im Getriebe über den Energiefluss in eine bestimmte Richtung.
Investiere ich in nachhaltig wirtschaftende Systeme (Bio, Demeter, Fairtrade, Handwerksbetrieb vor Ort), investiere ich in Bereiche, die den Beteiligten ein menschenwürdiges, nicht oder kaum naturschädigendes wirtschaften ermöglichen.
Investiere ich in ausbeuterische Systeme (egal in welchem Bereich, dies betrifft z.B. auch die meisten grossen Nahrungsmitelkonzerne wie Nestle usw.), werden diese gestärkt, weil diese von mir Energie erhalten.
In nachhaltig wirtschaftende Systeme zu investieren bedeutet auch zumeist, auf viele andere Dinge im Leben zu verzichten, bei Menschen die ich kenne z.B. weitgehend ohne Luxusgüter und in einfachen Wohnverhältnissen zu leben.
Es ist eine grundlegende Lebensentscheidung. Was und Wie ich bin, drückt sich eben auch (neben vielen anderen Belangen) in meinem Tun, in meinen täglichen Entscheidungen aus.

Wir sollten hier aber nicht von guten und bösen Konsumenten sprechen. Ein unartiges Kind ist ja auch nicht gleich ein böses Kind, sondern eines, das sich noch verbessern kann (nur ein Beispiel). Die Konsumenten in den Industrieländern sind eben Konsumenten, die durch bewussteres Einkaufsverhalten die Macht haben, die Welt grundlegend zu verändern.

Das Argument, dafür braucht man erheblich mehr Geld, lasse ich nicht gelten, denn die Menschen in meinem Umfeld, die bewusst einkaufen, haben wesentlich weniger Geld monatlich Verfügung als jene, die herkömmlich einkaufen. Sie haben aber die Fähigkeit, dafür auf Vieles zu verzichten. Man könnte es auch so sehen: Bei sich selbst "knausern" können, um eine gesunde und gerechte Welt zu schaffen ...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.06.12 13:44.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: S.Raiker (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15.06.2012 09:13

ich unterschreibe das und ergänze:

selber weniger Platz beanspruchen, damit andere mehr Platz zur Verfügung erhalten

und ich bin gerade dabei mein Gepäck zu Verkleinern:

Maximal was in einen Flugzeugkoffer passt

LG S.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Zumirah (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15.06.2012 21:51

Bleibt nur eine Frage ...
Was braucht man eigentlich wirklich alles?

Ein altes Sprichwort heißt nicht umsonst sinngemäß - nur wer mit wenig Gepäck reist tut sich leicht.

In dem Sinn - ich kauf lieber wenig, aber sehr gute Qualität als billig und dafür viel.
Was brauch ich große Konzerne, wenn der kleine Gemüsehändler ums Eck bessere Qualität bietet und teilweise sogar günstigere Preise hat?

Heute ist man gewöhnt alles in Masse zu haben, aber statt glücklicher, sind wir unzufriedener geworden.

Schade eigentlich.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Hubsi (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.07.2012 08:47

Was braucht man eigentlich wirklich? Nicht viel. Die Leute, die nur den Billigdreck kaufen, könnten sich auch heimische Ware leisten. Sie müßten nur auf anderen Konsum verzichten. Schaut euch mal das Kundenspektrum von Fertigfraß an. Sprich, sie müßten Prioritäten setzen.

Das Fressen ist sowieso sehr billig.

Malo Periculosam Libertatem Quam Quietum Servitium



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.07.12 08:53.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: S.Raiker (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.07.2012 10:26

also bitte: was sind das für kraftausdrücke?

wir können an allem möglichen sparen, aber doch bitte nicht an kultur und niveau!

LG. S.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Hubsi (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.07.2012 12:40

Entschuldige,

ich war gerade beim Einkaufen und da sind mir wieder einige Angehörige der Unterschicht durch ihr Kaufverhalten aufgefallen.
Da biegt sich der Einkaufswagen, voll mit Fertigmampf. Nach der Kassa werden andere Kunden um eine Mitfahrgelegenheit angeschnorrt da die 800m Fußweg zu anstrengend sind. Einfach nur ekelhaft.

Malo Periculosam Libertatem Quam Quietum Servitium

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Fräulein Nussbaum (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.07.2012 14:34

Hubsi schrieb:
> Entschuldige,



> ich war gerade beim Einkaufen und da sind mir wieder einige Angehörige
> der Unterschicht durch ihr Kaufverhalten aufgefallen.
> Da biegt sich der Einkaufswagen, voll mit Fertigmampf. Nach der Kassa
> werden andere Kunden um eine Mitfahrgelegenheit angeschnorrt da die
> 800m Fußweg zu anstrengend sind. Einfach nur ekelhaft.

Wow. Diese niveauvolle Ausdrucksweise kennzeichnet dich ja wohl eindeutig als Angehöriger der "Oberschicht". Und andere Menschen als ekelhaft zu bezeichnen ...

Die Art, wie du über andere MENSCHEN schreibst, schmerzt mich. Man kann andere Menschen nicht von guten, klugen Verhaltensweisen überzeugen wenn man ihnen keine Wertschätzung oder gar Verachtung entgegenbringt. Das Konsumverhalten dieser Menschen ist sicher beanstandungswürdig, aber das nimmt ihnen nicht ihren Wert als Menschen an sich.

Liebe Grüße, Fräulein Nussbaum

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Geizhals (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.07.2012 18:15

Hubsi hat sich vielleicht nicht so "human" ausgedrückt, aber manchmal kann einem da wirklich die Hutschnur reißen. Da sitzen kleine Kinder im Wagen und was wird gekauft: Milchschnitte, Pingui, Fruchtzwerge und so ein Sch***ß. (Nein, Fruchtzwerge sind NICHT gesund!)

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: tbauer (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.07.2012 21:03

Wenn ich mich so beim Einkaufen umsehe fällt mir aber auf, dass es nur wenige Ausnahmen gibt. Die große Masse scheint sich von Fertigprodukten und Softdrinks zu ernähren. Aber woran liegt das? Es kann doch nicht nur an fehlender oder unzureichender Bildung liegen. Denn meine Beobachtungen ziehen sich eigentlich durch alle Gesellschaftsschichten. Ich denke es ist einfach nur Bequemlichkeit. Und eine gewisse Ignoranz gegenüber dem Zusammenhang zwischen Nahrung, Umwelt und Gesundheit. Ansonsten würde man wissen, dass qualitativ hochwertige Nahrungsmittel ganz einfach nicht so billig produziert werden können. Ich komme mir zumindest immer recht einsam und schon fast komisch vor mit meinen Grundnahrungsmitteln. Ich kann mir wirklich nur Bequemlichkeit vorstellen wenn man Bratkartoffeln als Fertiggericht (am besten noch für die Mikrowelle) kauft. Unwissenheit wie die aus Kartoffeln und Gewürzen gemacht werden sollte da doch eigentlich nicht herrschen. Und wozu diese ganzen Maggitüten da sind hat sich mir noch nie erschlossen. Aber ich habe das Gefühl die nehmen immer mehr Platz ein. Viel mehr als das Gewürzregal. Ich dachte ja, dass mit der Bio-Welle langsam ein Umdenken im Lebensmittelbereich stattfinden wird. Aber bisher ist davon noch nicht viel zu sehen. Außer dass in den Bio-Fertisachen statt normalem Zucker Rohrohrzucker drin is, was die Sache nicht viel besser macht.

Liebe Grüße

Tino

[de.wikipedia.org]

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: S.Raiker (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.07.2012 06:18

Hallöle,

ja es ist schon unheimlich, was uns alles als essbar vorgesetzt wird. Aber wie oben schon geschrieben und von Frl. nussbaum auch angemer kt:

Wie kann (und will ich das überhaupt?) das konsumverhalten anderer menschen beeinflußt werden? Sicher nicht durch diskriminierung derselben. Ich erinnere noch gut, dass ich hier (und andernorts, sowie im realen leben) von extrem-veganern als: "ekliger leichenfresser" und ähnliches, bezeichnet wurde. Soetwas bringt mir vegetarisches oder veganes leben keinesfalls näher sondern stößt mich ab, ganz im gegenteil macht es mir einen objektiven umgang (fast) unmöglich. So in etwa stelle ich es mir vor, wenn ich über konsum-abhängige menschen in diskriminierender weise rede oder schreibe: damit ist keine echte überzeugung möglich.

auch die hähme, die mir hier in der letzten zeit begegnet: "na wenn der Strom ausfällt und alles den bach runtergeht dann werden DIE sehen..."
ist egoistisch und bestätigt die vorurteile die "geizhälsen und knauseren" oft entgegengebracht werden.

LG.S.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Fräulein Nussbaum (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.07.2012 08:23

Grüß Euch! Auch ich werfe beim Einkaufen gerne mal Blicke in fremde Einkaufswagerl und mir fallen auch bestimmte Konsumentengruppen auf: Da gibts z. B. die "Semmeln + Energydrinks"-Fraktion, die "Fruchtzwerge-Milchschnitten-Babykeks-Smoothie"-Wagerlschieberin, die gerne in Begleitung 1-2 quengelnder Kinder auftritt die ihr so nebenbei noch das Wagerl mit allem füllen das sie sonst noch gern hätten.

Dass Fertigprodukte so gut gehen, hängt - mMn - mit dem hohen "Zeitdruck" zusammen, den ja quasi alle irgendwie haben. Packerl auf, rein in die Mikrowelle - warmes Essen. Hört sich ja wesentlich schneller an als alles, das mit "schälen sie das Gemüse" anfängt. Viele müssten auch nur für einen relativ kleinen Personenkreis kochen und sagen: Zahlt sich nicht aus. Kochen wird von vielen als mühsame, zeitraubende, wenig unterhaltsame "Anno-dazumals-Hausfrauen-Pflicht" gesehen. Und irgendwie gaukeln uns die Medien doch allen vor, dass Packerl aufreißen, Löffel reinstecken und essen voll schnell, super gesund und überhaupt extrem lässig ist. Und ehrlich - ich glaube ganz viele durchschauen das nicht. Zwar hat jeder schon mal irgendwo gelesen wie gefinkelt und gemein uns Werbeprofis manipulieren, aber die meisten halten sich für so blitzgescheit dass das bei ihnen nicht funktioniert. Und wenn ich mit anderen über solche Dinge wie Konsumverhalten, was wird mit unserer Welt passieren wenns so weitergeht usw. rede dann fällt mir eines ganz besonders auf: Die meisten (aber sowohl bildungsmäßig als auch sozial quer durch den Gemüsegarten) meiner Bekannten machen sich darüber - so von sich aus, ohne Anstoß von außen - Ü B E R H A U P T keine Gedanken! Nicht den kleinsten! Die sind meisten komplett baff dass sich jemand über sowas den Kopf zerbricht.

Aber um nochmal aufs Sub-Thema "Wie überzeug ich andere" zurückzukommen: Grundsätzlich einmal sicher nicht mit "du bist blöd, ich bin gescheit", "du bist unter - ich bin ober". Wertschätzend. Freundlich. Anbietend. Beständig. Und jeden mit dem Argument, das seinen "wunden" Punkt trifft. Der Bekannten, die ständig jammert dass am Ende des Geldes noch zuviel Monat überbleibt, schwärme ich vor wie kostengünstig die Selberkocherei ist. Und das bisserl Mehr-Zeit, dass man dafür braucht, macht das ja locker wett. Der Nachbarin mit kleinen Kindern säusle ich vor, dass Bio-Natur-Joghurt mit selbstgemachter Wenig-Zucker-Marmelade aber sowas von viel gesünder für die Kinder ist. Und dass es ja nicht viel extra Zeit braucht, wenn man sich das selber zusammenrührt. Und schenk ihr ein paar Gläser Marmelade. Das funktioniert ganz gut und macht Spaß. Fremde Leute beglücke ich eigentlich nicht ungefragt mit meinen Sichtweisen, das wäre mir zu aufdringlich. Ich setze da lieber auf den Domino-Effekt. Dass die überzeugte Bekannte und die liebe Nachbarin ja auch wieder wen ansprechen können. So à la: "Du ich koch seit neuestem selbst und das ist ja sowas von billiger, das musst auch probieren!"

Liebe Grüße, Fräulein Nussbaum

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Hubsi (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.07.2012 11:11

@Frl. Nussbaum

Ich passe meine Ausdrucksweise den beschriebenen MENSCHEN an, ich werde aber in Zukunft auf deine Befindlichkeiten Rücksicht nehmen und die Tatsachen durch die Blume beschreiben. Ich möchte diese MENSCHEN auch nicht überzeugen, ich beschreibe nur einen von mir beobachteten Zustand. Diese MENSCHEN können kaum überzeugt werden, da sie großteils erkenntnisresistent sind.

Überzeugungsversuche habe ich aufgegeben. Wenn, dann gehts nur über die Bemerkung, daß Selberkochen billiger und viel besser ist. Und Kindern kann man auch beibringen, daß während des Einkaufens das Betteln verboten ist.


@Geizhals

Du hast meine volle Zustimmung. Würden sie nur Grundnahrungsmittel kaufen, dann wäre auch die Rechnung an der Kassa geringer. Es geht aber nicht nur um die sekkanten Kinder, meistens sind die Erwachsenen nur zu faul zum Kochen. Vielleicht wäre ein Gutscheinsystem (eingeschränkt auf Grundnahrungsmittel) die bessere Lösung. Den Kindern mangelt es auch an Erziehungsmassnahmen.


@tbauer

genauso gehts mir auch, aber ich bemerke hier sehr wohl einen Unterschied in Abhängigkeit der Bildung.


@S.Raiker

Bei den Sozialhilfeempängern gehts nur übers Geld. Mit dem Veganer-Sektierertum setze ich mich nicht mal auseinander. Manchmal wäre es sicher nicht schlecht, wenn der Strom für ne Woche weg wäre.

Malo Periculosam Libertatem Quam Quietum Servitium



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.07.12 11:11.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Geizhals (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.07.2012 11:16

Vollkommen richtig.

Ich ärgere mich auch immer, wenn diese Gutscheinhefte von Sp*r kommen. Da ist nichts drinnen, was der Mensch "wirklich" braucht - Grundnahrungsmittel.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Fräulein Nussbaum (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.07.2012 13:42

Grüß Euch!

@ Hubsi: Das ist lieb von dir, dass du auf meine Befindlichkeiten Rücksicht nimmst. Mir graut halt vor allem, dass mit "Unter-" beginnt und mit einer Menschenbezeichnung aufhört. Auch ich kenn solche Leute, manchmal ärgere ich mich über sie, ich hab mit solchen Schatzerln auch schon ernsthafte Probleme gehabt. Trotzdem - Menschen.

Und die Erwachsenen dieser Personengruppen sind nicht nur zu faul zum Kochen - ganz viele können tatsächlich nicht kochen, wenn man mal von Wasser absieht. Tatsache. Schon mehrfach gehört und persönlich erlebt. Es fehlt vielen an ganz grundlegenden Fähigkeiten: Kochen, Kinder erziehen, einen Haushalt von dem Chaos bewahren, sinnvoll Einkaufen, mit dem Einkommen auskommen, zwischen "unbedingt nötig" und "Luxus" unterscheiden, Werte haben und leben (und damit sind keineswegs Autos oder Klamotten gemeint). Wer lehrt diesen Erwachsenen das noch? Wie sollen sie ihren Kindern etwas beibringen, das sie selbst nicht können? Wo wird das hinführen? Idiocracy?

Liebe Grüße, Fräulein Nussbaum

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Hubsi (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.07.2012 13:54

@Frl. Nussbaum

vollkommen richtig erkannt. Es geht in Richtung Doofrepublik. Das kannst auch nicht aufhalten. Schau genau hin, wer hat die dicksten Mobiltelephone?

Malo Periculosam Libertatem Quam Quietum Servitium

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: NinaBerger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.07.2012 14:31

Ich denke, man muss beim Essen zubereiten eine gewisse Fähigkeit zur Planung haben. Das muss und sollte man Kindern auch beibringen. IN der Grundschule muss man sie immer nötigen, ihr Pausenbrot nicht zu vergessen, denn direkt nach dem Frühstück sind sie ja satt und denken nicht daran, dass dieser Zustand wohl nicht bis 13:30 anhalten wird. Und beim Mittag braucht man eben auch eine halbe Stunde Vorlauf. Und so lange können auch Kinder warten, ohne zu verhungern.

Mit ist aufgefallen, dass viele Eltern wenig an der Frustrationstoleranz arbeiten (und wenn, mokiert sich garantiert ein Gutmensch darüber). Es artet in eine Expedition aus, wenn man nur 45 Minuten zum Mutter-Kind-Turnen geht. Da werden Mengen an Apfelsaft, Keksen, Reservewindeln, Wetterschutz usw. transportiert - klar dass es ohne ALlrad-Zweitwagen nicht geht. Und rat mal, was wir uns jedes Mal anhören mussten, wenn wir das nicht mithatten (wir wohnten auch nur 200 Meter entfernt). Bei Durst reicht doch auch etwas Wasser aus dem Hahn.
Und genau diese Kinder von damals sind es jetzt, die quengeln und nicht warten können. Ich hätte da schon eher etwas Verantwortung abgegeben und gesagt, denk doch an dein Brot - und wenn sie es vergessen, werden sie es lernen oder auch so überstehen.

Beim Wandern halten wir mittlerweile auch einige Stunden durch, ohne gefüttert und getränkt zu werden.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: sparfux (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.07.2012 20:27

"Der Kunde ist König"
Dazu habe ich vor Kurzem einen klugen Leserkommentar gelesen:
"Was werden all die "Könige" tun, wenn sie im Falle einer Krise - wie auch immer - von ihren Thronen gestoßen werden?"
Was werden werden all die Prinzen und Prinzessinnen, die Narzissten, die Autisten, die Soziopathen tun, wenn sie ihre Spielzeuge, ihre Angebersymbole, ihren "Spaß" weggenommen bekommen?
Davor kann man und sollte man noch mehr Angst haben als vor einer Krise selber.
Die primitivste, seit Jahrtausenden erprobte, Methode besteht darin, Sündenböcke zu finden und zu schlachten.
In Deutschland wohlbekannt.

Machen kann man da nix.
Es sind einfach viel zu viele Dumme. Und ob die von Natur aus dumm sind, oder von ihrer Geburt an systematisch verblödet wurden, bleibt sich gleich. (Ich vermute Letzteres.)
Das hat sehr viel mit der galoppierenden Amerikanisieung = Verschwachsinnigung zu tun. Das will aber niemand hören.
Schade, vor kurzem erschien ein Buch, in dem der Autor die Meinung vertritt, wir werden untergehen, weil die meisten Menschen schlicht und einfach zu blöd sind. Habe leider Autor und Titel vergessen. Bin zu blöd.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: tbauer (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.07.2012 22:02

@Sparfux

Genau diesen Zusammenhang bringt Georg Schramm hier auf den Punkt.
Volksverblödung

So ist es leider. Es ist nicht lustig sondern traurig.
Da die Politiker nur Marionetten der Industrie sind besteht kein Interesse daran das Bildungssystem so einzurichten, dass unser Nachwuchs auf ein ressourcendschonendes Leben im Einklang mit Natur und Umwelt vorbereitet wird. Man soll kaufen, kaufen, kaufen mehr nicht.

Leider hat man nur bei seinen eigenen Kindern noch die
Möglichkeit andere Werte zu vermitteln als Wachstum und Konsum.

Liebe Grüße

Tino

[de.wikipedia.org]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.07.12 23:05.

Re: Der böse Verbraucher! Hauptsache billig!
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.07.2012 22:48

tbauer schrieb:
> Leider hat man nur bei seinen eigenen Kindern noch die
> Möglichkeit andere Werte zu vermitteln als Wachstum und Konsum.




Diese Möglichkeit wird aber dadurch beschränkt, dass man die Kinder am liebsten gleich ab Kreißsaal in "professionelle Erziehung" geben soll.
unsere 5-wöchige !! Enkelin,bzw. ihre Eltern bekamen bereits die Einladung zur Anmeldung in die Krabbelstube, obwohl gar kein Bedarf und Wunsch danach vorhanden ist.

Liebe Grüße
Hilde
Dieser Beitrag ist fehlerfrei; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.

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