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Garten : Knausererforum
Gemüse- und Obstanbau im Garten, Kompostierung ...
Avatar [Tipp] Holz spalten ohne Holzspalter - Kettensägentipps
geschrieben von: orinoco (IP-Adresse bekannt)
Datum: 09.04.2015 21:53

Ich weiß nicht wer von euch alles mit Holz heizt und selbst noch Brennholz macht.
Bei uns im Garten fällt immer Brennholz an, das thermisch verwertet wird.
Und bei großen Stücken muss gespalten werden. Kann jetzt sein, dass das ein alter Hut ist, ich habe diesen Trick erst diese Woche selbst entdeckt und damit hat sich die Frage nach der Anschaffung eines extra Holzspalters erledigt:

Zum Holzmachen sollten Motorsäge und Alu-Spaltkeile ohnehin vorhanden sein. Auch ein Vorschlaghammer sollte vorhanden sein, ein Fäustel tut es u.U. auch.
Holz ganz normal machen, aber immer gleich richtig ablängen (vom Stammfuß Richtung Krone). Unser Ofen-Maß ist 50cm. Dazu hab ich eine Markierung an der Säge, dass ich gleich richtig ablängen kann.

Dann kommt der Trick: große Stücke die gespalten werden müssen, mit der Motorsäge eine Schwertbreite "vorspalten", also an den Spaltstellen einsägen.
Dann dort den Spaltkeil hineinstecken und mit Vorschlaghammer spalten. Auf festen Stand des Spaltgutes achten, evtl. an einen Holzstoß/-klotz anlehnen. Auf Sicherheit achten! PSA für Sägen und Spalten (Schutzbrille, Gehörschutz, Sicherheitshose/-stiefel etc.)

Das hat zum einen den Vorteil, dass ich keinen extra Holzspalter brauche, ich kann aber selbst schwere Teile direkt vor Ort spalten ohne sie aufwändig zu einem Holzspalter abzutransportieren. Brauche weder Stromanschluß, noch extra Schlepper mit Zapfwelle und Holzspalter. Letzteres ist sowieso Overkill für einen normalen Garten. Das Einsägen hat weiter den Vorteil gegenüber dem direkten Spalten mit Spaltkeil, dass es 1. wesentlich sicherer ist, da der Spaltkeil eingesteckt sicher steht 2. der Spaltkeil sich nicht so leicht festklemmt beim Spalten, da weniger die Keilpitze ins Holz, sondern die Flanken des Keils nach außen drücken (Luft unter der Keilspitze durch Sägeritze).

Alles in allem nicht nur wesentlich günstiger in der Anschaffung (kaum extra Ausrüstung notwendig) und wenig mehr im Unterhalt (Benzin statt Strom), sondern meiner Meinung nach auch praktischer als ein Holzspalter, jedenfalls wenn man draußen im Garten ist und vor Ort einen dicken Brocken hat der gespalten werden muss. Einen E-Holzspalter dort hinbringen und mit Starkstrom versorgen ist mühsam, ebenso den Brocken zum Holzspalter zu bringen, da beides sehr schwer.
Natürlich wird das nur bei kleinen bis mittleren Mengen im privaten Umfang sinnvoll sein, ab dem semi-professionellen Bereich wird es dann aber schon ein Schlepper mit Zapfwellen-Holzspalter sein den man ins Gelände fahren kann. Die 400 EUR für einen nur begrenzt brauchbaren E-Holzspalter kann man sich also sparen.

Nebenbei: bei größeren Schnitten mit der Motorsäge fange ich die Späne auf einem stabilen Plastik"blech" auf und sammle sie für die Komposttoilette als Einstreu. Da kommt schon was zusammen.

Noch ein Tipp für langlebige Zündkerze in der Motorsäge: vor dem Abstellen, Vollgas (brennt die Zündkerze richtig frei) und erst dann abstellen. Springt dann später wesentlich leichter an und man spart sich einige Zündkerzenwechsel.

Auch sinnvoll: selber schärfen lernen. Ich hab lange Zeit die Säge zum schärfen gebracht und eigentlich nur schlechte Erfahrungen damit gemacht. Muss sie wegbringen, dauert lange bis man sie wieder bekommt, muss sie extra abholen, dann wurde gerne auch großzügig weggeschärft, dass die Kette bald fertig war.
Aber das lästigste: die Arbeitsunterbrechung. Mit stumpfer Säge ist kein weiterkommen und eine zweite Kette muss aufwändig gewechselt werden und ist dann meist auch schnell stumpf.
Selber schärfen: Zwischendurch mit Rundfeile direkt auf der Säge ggf. auch mit Flachfeile die Tiefenbegrenzer zwischen den Zähnen. Am besten die geschärften Zähne zählen, dass man genau immer einmal rechts (Kettensäge quer, Schwert nach rechts) und einmal links (Kettensäge längs, Schwert auf einen zu) herum kommt. Zwischenschärfen garantiert unterbrechungsloses arbeiten, wenn draußen im Gelände ohne Stromanschluß und Schärfgerät. Nach ein paar mal Zwischenschärfen, dann mit Schärfgerät (hat sich nach zwei mal schärfen schon bezahlt gemacht) sparsam schärfen, vor allem auch den Tiefenbegrenzer sukzessive wegnehmen. Alles in allem: es lohnt sich wirklich.

Hab ihr noch andere Tricks zum Holz machen? oder welche Erfahrungen?

Avatar Re: [Tipp] Kettensägentipps
geschrieben von: orinoco (IP-Adresse bekannt)
Datum: 27.11.2015 13:40

Noch eine Verbesserung des Plastik"bleches" zum Späne sammeln:
ich war neulich wieder am Holz machen, doch das Holz lag alles so kreuz und quer vom Fällen, dass das normale Plastik"blech" nicht zu verwenden war. Nach ein paar Schnitten ohne habe ich festgestellt, dass die meisten Späne der Motorsäge doch in einen relativ kleinen Bereich fallen. Da kam mir der Gedanke statt des Plastik"bleches" eine größere "Schaufel" an diese Stelle zu legen. Die Suche nach etwas passendem begann. Das Ergebnis wieder mal genial einfach: ein relativ großer, aber flacher Pappkarton (wie beim Obst im Geschäft), aber an einer schmalen Seite den Rand wegbrechen und dann ist das wie eine große flache Schaufel ohne Stiel. Einfach unterschieben wo gerade geschnitten wird und fast alle Späne fallen dort hinein. Ein bisschen mehr als beim großen Plastik"blech" fällt nebendran und man muss auch öfter in großen Karton, Eimer, Schubkarre ausleeren, aber ich würde sagen 90% effektiv und es geht wesentlich schneller, auch wenn es kreuz und quer und über Stock und Stein geht. In die Pappe kann man auch mal reinsägen, ohne dass was passiert (besser als Stahl). In Nullkommanichts hatte ich etliche Schubkarren voll Holz und einige Eimer Späne produziert. Ein gutes Knauserer-Gefühl kaum Verschnitt produziert zu haben, denn bei einer Motorsäge da geht mehr weg als mit der Kreissäge, speziell wenn dicke Stämme auf Brennholzmaß abgelängt werden müssen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.11.15 13:41.

Avatar Re: [Tipp] Holz spalten ohne Holzspalter - Kettensägentipps
geschrieben von: orinoco (IP-Adresse bekannt)
Datum: 05.04.2017 00:27

Fortsetzung:

Nachdem ich in einen Seilzug investiert habe, fälle ich meine Bäume jetzt alle selbst (damit nicht sowas passiert).

Mit zwei Bäumen ist ganz schön viel Stammholz angefallen, was zu spalten war. Da ich sowieso vorhabe aus den besten Teilen der Stämme Bretter zu sägen, habe ich mir eine sogen. Längsschnittkette besorgt. Mit dieser lassen sich die Einschnitte ins Stammholz noch leichter und tiefer machen, dass das Spalten mit dem Keil wesentlich leichter wird. Es empfiehlt sich besonders bei astreichen Stücken. Dann natürlich so vorschneiden, dass die Astteile durchtrennt werden und nur noch in einem astfreien Teil gespalten wird.
Inzwischen habe ich auch eine gute Elektro-Kettensäge mit der das Arbeiten (Stromanschluß vorausgesetzt) wesentlich einfacher und entspannter ist, als mit der Benzin-Motorsäge.



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