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Arbeitsplatz : Knausererforum
Erwerbsleben, davor, danach und mittendrin im Job
Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: JanineD (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.10.2008 10:02

Hallo ihr,
ich lese schon länger im Forum mit, aber habe bisher kaum was geschrieben.
Ein Thema beschäftigt mich schon länger. Ich bin seit mehreren Jahren ohne Arbeit, momentan habe ich aber noch zwei zwei kleine Kinder ganztags daheim, diese könnten aber in d ie Kita sobald ich Arbeit hätte.. nur jene finde ich hier nicht.
Was mich beschäftigt ist, das wir erstens nicht wirklich angewiesen sind auf ein zweitens Gehalt da wir vom Einkommen meines Mannes gut leben können und zweitens ich jede freie Minute an unserem Hof / Haus etc arbeiten könnte und über Langeweile nicht verfüge. Dennoch bekomm ich dieses "nur LOHNarbeit" ist wertvolle Arbeit nicht aus dem Kopf frowning Impft uns die Gesellschaft dies ein oder ist das einfach mein persönliches Problem das ich so denke? Anstatt mich zu freuen mehr Freiheit als die arbeitende Bevölkerung zu haben kreisen meine Gedanken ständig um das Thema wie ich endlich zu einer bezahlten Arbeit komnme... Hier im Forum sind sicher einige die ohne Lohnarbeit sind und dabei glücklich..warum schaff ich dies nicht?

Avatar Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: orinoco (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.10.2008 10:36

JanineD schrieb:
[...]
> Arbeit komnme... Hier im Forum sind sicher einige die ohne Lohnarbeit
> sind und dabei glücklich..warum schaff ich dies nicht?

Ich denke es ist ein langer Prozess sich von den aufokroyierten Erwartungshaltungen der Lohnsklavenhaltergesellschaft zu lösen. Es benötigt viel kritische Distanz zu diesem System um sich davon kein schlechtes Gewissen mehr einreden zu lassen, wenn man kein Lohnsklave mehr ist und vor allem nicht mehr sein will. Man muss wahrscheinlich das ganze System mit anderen Augen betrachten. Ich grenze mich auch sprachlich davon ab. Dabei wird man zwar über die persönliche Freiheit glücklicher, aber über den gesamtgesellschaftlichen Zustand wieder unglücklicher. Was besser ist sei dahingestellt.
Ich empfehle sich mal die lohnsklavereikritische Perspektive anzusehen und dann zu entscheiden ob das was für einen ist. Die Nachtwächter-Blogs (nur die wichtigsten)
[wwwut.wordpress.com]
[www.tamagothi.de]
[blah.tamagothi.de]
geben meines erachtens ein ganz gute Bild dieser Perspektive ab. Das ist natürlich nur mein Weg aus diesem "Du musst Lohnarbeit haben"-Komplex, den ich auch lange Zeit hatte. Es hat Jahre gedauert bis ich mich von diesem System wirklich endgültig verabschiedete.

Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Elisa (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.10.2008 12:28

Hallo Janine,

mit Arbeit glücklich zu sein ist doch okay und ziemlich sicher wirst du sie auch finden.

Die Frage ist, ist es die Arbeit, die du dir vorstellst oder wirst du Kompromisse eingehen müssen...?

Viel Erfolg bei der Jobsuche wünscht dir

Elisa

Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: JanineD (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.10.2008 12:38

das Problem ist eher eine Arbeit zu finden die meiner Ausbildung und meinen Vorstellungen entspricht ist hier arg unwahrscheinlich, es wird eher ein Handlangerjob werden da ich auch zeitlich nicht so flexibel bin.. dieses "egal was, hauptsache ich gehöre zur arbeitenden Bevölkerung" Denken in meinem Kopf finde ich sehr anstrengend

Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.10.2008 12:41

hallo Janine,
Ich kann deine Gewissensbisse sehr gut nachvollziehen.Sei 1.wirklich glücklich,dass ihr von einem Gehalt leben könnt.Dann verbanne mal den Gedanken, dass 2 Kinder zu betreuen KEINE Arbeit wären.Steh dazu, dass die Kinder es dir Wert sind. Du leistest genausoviel wie eine KIGA-Betreuerin.
Betrachte es einmal differenzierter.
Was würde dich ein entlohnter Job eigentlich kosten?? Was bliebe dir nach Abzug aller damit verbundener Ausgaben übrig?
Es ist ja nicht so, dass man nur verdient dabei.Man bezahlt auch einiges dafür.Je nachdem wo und was ma macht halt. Bekleidung, die wenigsten akzeptieren"Zu-Hauskleidung", Auto..dann kostet auch die KITA , du brauchst Vertretung wenn die Kinder krank sind, melden sich ja nicht ordnungsgemäß dafür ein paar Tage vorher angrinning smiley..Die "Arbeitszeit" fehlt einem aber auch daheim, es soll dann die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit und eigentlich "müdem Zustand" gemacht werden, -die Kinder wollen und brauchen einen dann auch-was sich a la long auch auf das Allgemeinbefinden niederschlägt.
Wenn du Haus/Hof hast, stellt sich die Frage ja noch weniger.
Ich habe auch als das 2. Kind kam, meinen sogar sehr gut bezahlten Beruf aufgegeben.Damit einem durch die fehlenden Sozialkontakte die Decke nicht auf den Kopf fällt, ist es gut,wenn man sich halt dann auch irgenwo ehrenamtlich engagiert.Das rechtfertigt für mich dann moralisch auch die Unterstützung durch die Gesellschaft.(Beihilfen). Und sehe das als gerechtfertigten Lohn.
Das Manko bei mir war,dass diese Tätigkeit..und auch die Kindererziehung sich nachteilig = gar nicht auf einen Pensioinsanspruch auswirkte. Ist ab 2005 Geändert,was mir aber auch nichts hilft.
Nur garantiert in heutigen Zeiten sowieso niemand eine "davon lebensfähige" Pension.
ich wurde genauso unterschwellig gefragt,wann und wieso ich eigentlich nicht in meinem Job zurückkehre.
Ich bin froh, dass ich es nicht getan habe. Dann,nachdem die 4 erwachsen wurden, hätte ich zwar die Zeit gehabt, aber dafür keine "Arbeitsmöglichkeit" die auch meinen Vorstellungen entspricht.
Und nun bin ich froh, dass ich nicht irgendwo "zwangsverpflichtet" arbeite, sondern mich um meine 24 -jährige Tochter kümmern kann, die nach einem Autounfall zum vorläufigen Totalpflegefall wurde.
Ich kann ihr nur so eine schrittweise Rückkehr in die Normalität gewährleisten.Das ist zwar jetzt ein 24-StundenJob mit 7 Tagewoche und einer "Null-Entlohnung".Aber es lohnt sich trotzdem!
Der Fehler ist anfangs, dass man seine eigene Arbeit daheim nicht als solche schätzt und bewertet.Dass nur zählt, was meist außer Haus geschieht und mit einem "Dienstverhältnis" bezeichnet wird.Dreh den Spieß doch für dich um und betreachte mal nur die Vorteile...du wirst sehen, es sind mehr als die Nachteile.winking smiley...und wenn es nur das ist an einem "Sauwettertag" nicht frühmorgens hinaus zu müssen!smiling smiley...und man ist in gewisser Weise immer sein eigener Chef!
Und "Arbeit" gibt es genug daheim , und solltest du wirklich nicht ausgelastet sein, dann such dir ein Hobby mit dem du vielleicht sogar was verdienen kannst.Mach dich doch nicht selber schlecht!
Hilde

Liebe Grüße
Hilde
Dieser Beitrag ist fehlerfrei; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.10.08 12:46.

Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Diana (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.10.2008 14:56

Hallo Janine,

leider wirst Du dieses Selbstbewußtsein als Hausfrau selber aufbauen müssen, vielleicht mit Unterstützung von anderen Frauen, die wissen, was eine echte Hausfrau leistet und wieviel Wissen und Kompetenz zu diesem Beruf gehören.

In unserer Gesellschaft zählt leider nichts außer Geld und wenn noch soviel aus Liebe geleistet wird - das zählt nicht. Sollten jemals katholische Priester heiraten dürfen, so leidet das Bruttosozialprodukt sehr darunter, wenn einer seine Haushälterin heiratet, denn wenn sie weiterhin den Hauhalt macht und beide vom Gehalt des Pfarrers leben wie vorher auch, dann verringert sich das Bruttosozialprodukt trotzdem um das frühere Gehalt der Frau.

Leider ist Hausfrau keine geschützte Berufsbezeichnung. Hausfrau kann sich auch nennen, wer seine Kinder mit Junk food traktiert und vor dem Fernseher großzieht. Und Hausfrau ist auch, wer über ein immenses Wissen verfügt, durch Kochen, Gartenarbeit, Nähen, gutes Wirtschaften, gute Erziehung der Kinder usw. eine Lebensqualität schafft, die der Mann mit seinem Gehalt von Fremdkräften niemals kaufen könnte.

Es gibt allerdings zwei Konfliktpunkte. Der eine ist, wenn frau einen Beruf hat, den sie sehr gerne macht. In dem Fall empfiehlt sich die rechtzeitige Planung des Wiedereinstiegs.

Was sich nicht aus der Welt schaffen läßt, ist das Risiko, das frau eingeht. Wenn die Ehe schief geht, kann sie sich auf Hartz IV und Altersarmut einrichten, denn alle Auffangnetze für Frauen wie Unterhalt und Witwenrente sind abgeschafft. Frau sollte sich für diesen Fall mit einem Vertrag mit dem Partner und eigenem Spargeld etwas absichern.

LG Diana

P.S. Es würde Hausfrauen sehr helfen, wenn die Ehemänner sich klar machen würden, was die Frauen machen und gelegentlich ihre Anerkennung aussprechen würden.

Alles, was du besitzt, besitzt auch dich.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.10.08 15:03.

Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: PetraLustig (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.10.2008 16:05

Ein heißes Eisen - ich finde, es ist ein bißchen wie mit dem Hühnerstall. Die, die drin sind wollen raus und die, die draußen sind wollen rein.

Ich habe immer gearbeitet, auch als die Kinder klein waren. Nicht daß ich das wollte - ne ne, ich mußte! Mein damaliger Lebenspartner war nicht bereit, Frau und Kinder mit durchzufüttern. Wie hab ich die Mädels beneidet, die morgens mit Ihren Kindern noch kuscheln konnten und mittags mit dem Kinderwagen unterwegs waren!

Zum Glück hat meine Mutter nicht gearbeitet und mich entlastet. Diese Art zu leben war auch total modern.

Wäre ich heute in der Situation, das entscheiden zu müssen, würde ich auf jeden Fall zu Hause bleiben.

Ganz ehrlich, ich würd es nicht mehr machen, aber entscheiden muß natürlich jeder selbst.

Ich würde es mal anderst rum angehen - wieso hast Du dieses Gefühl, daß Du arbeiten gehen solltest.

Wenn es ein tief empfundener Wunsch ist, dann machs! Wenn es nur so ein rumoren ist, versuch der Sache auf den Grund zu gehen. Vieleicht fehlt Dir der Kontakt zu anderen Erwachsenen oder jemand redet Dir ein, ohne Lohnzettel bist Du nichts wert.

Ich wünsch Dir, daß Du eine für Dich gute Entscheidung triffst!

Liebe Grüße
Angelika

Avatar Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: orinoco (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.10.2008 17:11

JanineD schrieb:
[...]
> bin.. dieses "egal was, hauptsache ich gehöre zur arbeitenden
> Bevölkerung" Denken in meinem Kopf finde ich sehr anstrengend

Von diesem "egal was" hat mich ein Seminarleiter des Arbeitsamtes, Jurist, kuriert.
Stichwort: Überqualifizierung. Die Chefsekretärin des in Konkurs gegangenen Betriebes kann eben nicht wieder woanders als Hilfskraft anfangen.

Avatar Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.10.2008 19:31

Hallo Janine,
ja, es ist oft schwer, Selbstbewußtsein als Hausfrau zu bewahren - aber mir konnte bisher auch noch niemand erklären, warum ich toll bin, wenn ich raus gehe zum Arbeiten und dafür bezahle, daß jemand meine Kinder betreut und warum ich nicht toll bin, wenn ich meine Kinder selbst betreue.
Der einzige Grund, der mir einfällt, könnte sein: ich zahl keine Steuern vom Verdienst, ich habe keinen Grund für Mehrausgaben wie Auto, Kleidung,Fastfood und Frustkäufe.

Was manchmal auch schon hilft: mit fiktivem Einkommen rechnen - einfach kleinlich genau auflisten, was die einzelne Arbeit kostet, wenn man sie außer haus erledigen läßt und natürlich auch das. was nicht ausgegeben werden mußte ( das ist dann das Einkommen der Hausfrau!).
Wenn die an der Börse mit fiktivem Geld rechnen können, steht uns das genauso zu!

Meine Kinder sind erwachsen inzwischen, und alle sind der Meinung, daß es gut war, daß ich daheim war. Nicht weil ihnen alles vor den Füßen weggeräumt worden wäre, sondern weil ich Zeit hatte, Anleitung geben konnte und da war, wenn sie mich besonders brauchten.Das Geld war dadurch knapper bei uns, sie wurden kurz gehalten und andere hatten mehr an Taschengeld und auch an Spielzeug - heute sind sie froh, daß sie rechtzeitig wirtschaften gelernt haben und schuldenfrei leben.

liebe Grüße
Lehrling



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.10.08 19:33.

Avatar Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: schattengruen (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.10.2008 23:56

Hallo Janine,
mal zur "Ursachenforschung" ein Denkanstoß aus einer anderen Ecke:

Mir ist aufgefallen, dass ich mein "eigenes" verdientes Geld anders ausgebe als das "gemeinsame".

Auch wenn eigentlich gemeinsame Ziele usw. übereinstimmen, fällt es oft schwer, sich aus der gemeinsamen Kasse etwas zu kaufen/leisten, was man mit dem eigenen vielleicht doch täte oder es anders aufteilen/ die Prioritäten anders setzen würde.

Auch wenn es etwas knausererwidrig ist, lebt der Mensch eben nicht vom Brot allein- möchte aber keine anstrengende Diskussion führen oder Ansagen machen (Gruppenzwang fängt bei 2 an...)

Es sind vielleicht nur Kleinigkeiten- aber da ist so etwas wie ein kollektiv anerzogenes schlechtes Gewissen trotzdem schon da- es ist ja nicht nur und ausschließlich Dein Geld.

Deshalb denke ich, dass der Wunsch nach etwas mehr Leichtigkeit da eine wichtige Rolle spielt- die ganz ehrlich, eben oft auch mit einem nicht mehr ganz so engen, durch Zuverdienst angereicherten Budget zu tun hat.

Also nur mal als Anregung, auch darüber nachzudenken- bei wechselnden Einkommensschwerpunkten UND wenig Einkommen fand ich es immer nützlich, wenn jeder einen Betrag, sei er noch so klein, für sich hat, für den er sich nicht rechtfertigen muss.

Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Nadine75 (IP-Adresse bekannt)
Datum: 31.10.2008 02:03

Ohne eigene vorgearbeitete Lohnarbeit wird das "einfache lohnunabhängige" Leben nicht stattfinden. Es muß vorher was getan werden dafür.
Und wenn es der eigene Mann ist, dann ist er es.
So ganz von Anfang funkioniert es halt nicht.
Es ist wohl auch von unserer Gesellschaft so aufgetragen und erwartet, aber es ist auch notwendig.

Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Elisa (IP-Adresse bekannt)
Datum: 31.10.2008 07:56

Janine,

dein Tenor ist, du möchtest auswärts arbeiten. Tu es und mach dir keine/weniger Gedanken, wieso und warum andere Menschen etwas anderes wollen. Das kostet alles nur viel Kraft, bringt dich keinen Schritt weiter und macht dich vermutlich unglücklich.

Jeder nach seiner Fasson, lebe deinen Lebensweg und nicht den, den andere leben.

Avatar Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 31.10.2008 21:18

Hallo JanineD,

ach das Problem ist mir aber höchst bekannt.
Ich brauche das Geld auch nicht, aber wer will schon für jedes bißchen den Mann anschnorren. Dazu bin ich zu lange arbeiten gegangen.
Es ist dieses Quäntchen Unabhängigkeit.

... oder eben die Abhängigkeit.
Weiters will man als Mutti auch unter Leute (also nicht Muttis - die haben nämlich alle ausnahmslos einen an der Waffel! Nach 2 Stunden Spielplatz sehnt man sich nach einem ordinären LKW-Fahrer, der gerne über Fußball spricht ....

Ich fürchte mich halt vor dem Streß. Ich suche nach einer Arbeit so zwischen 12 - 20 Stunden, gut bezahlt, interessant und sonst geh ich nicht. Für 7 EUR die Stunde gehe ich nicht arbeiten, pflanzt wen andern.
Da schneide ich lieber Knödelbrot, koche kiloweise Apfelmus ein und wühle mich durch Altpapierkontainer - lohnt sich mehr.

Mich treibt also nicht dieses "Hast nichts, bist nichts" sondern diese Müttereinsamkeit. Man mag seine Kinder, aber es sind halt keine Erwachsenen.

JanineD, wenn du was sinnvolles tun möchtest, ich suche immer freie Radikale für den Knauserer eye rolling smiley))) (tja, ich probier's halt wieder .....)


Liebe Grüße
Michi

Avatar Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Schattengarten (IP-Adresse bekannt)
Datum: 31.10.2008 22:34

Tja und was mich so bei der Sache so stört, ist eigentlich nur eine Kleinigkeit.

Wenn ER Geburtstag hat, bezahle ich sein Gebrutstagsgeschenk mit SEINEM Geld, ist doch irgendwie blöd,

Gehört aber vielleicht in die Kategorie, die Michi schon genannt hat:
den Mann anschnorren...

---
Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen,
dass sich etwas ändert (Albert Einstein)

Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Diana (IP-Adresse bekannt)
Datum: 31.10.2008 23:41

Hallo Michi,

hier in Deutschland kannst Du Dich mit den Kolleginnen so gut wie nicht mehr unterhalten, jedenfalls in den Firmen, in denen das Beraterunwesen getobt hat. Man bekommt auf jeden Fall mehr aufgebürdet, als man in der Arbeitszeit, selbst bei mieser Qualität, leisten kann.

Wenn du dann vor der Alternative stehst, abends nach mindestens einer unbezahlten Überstunde endlich nach Hause zu kommen, dann redest Du nicht mehr mit den Kolleginnen, die ja vor dem gleichen Problem stehen und bei all der Ungerechtigkeit hat man auch keine Lust mehr.

Im Prinzip reden alle Leute gerne über den Beruf, ich habe einige Lehrer in der Familie und außer Schule gibt's fast kein Thema. Eine meiner Töchter hat den gleichen Beruf wie ich und was ist das Ergebnis??? Es ist also normal, wenn Mütter über ihren Beruf reden.

Ich würde deshalb vorschlagen, Leute für einen Gesprächskreis zu suchen, z.B. zu aktuellen Fragen (z.B. Finanzmarktkrise, Renaissance von Marx??) oder zu Literatur, Film oder was auch immer. Man sollte ganz gezielt ein hohes Niveau anstreben und das hieße auch, daß jeweils zwei Frauen das Thema besonders vorbereiten und auch die anderen sich vorher Gedanken machen. Der "Berufsaustausch" wird auf die erste halbe Stunde begrenzt und dann radikal abgebrochen (Sparschwein für Verstöße).

Sicher telefonieren einzelne Teilnehmerinnen dann auch miteinander oder reden über das Thema, wenn sie sich bei anderer Gelegenheit treffen.

Ausbeuten würde ich mich auch nur im Notfall lassen - es ist außerordentlich schlecht für die Psyche. Und Jesus hat gesagt: "Der Arbeiter ist seines Lohnes wert." Mt. 10,10


LG Diana

Alles, was du besitzt, besitzt auch dich.

Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Diana (IP-Adresse bekannt)
Datum: 31.10.2008 23:53

Also, wenn ich so etwas höre, da geht mir glatt der Hut hoch! Schon das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900 geht davon aus, daß das Einkommen eines Paares gemeinschaftlich erwirtschaftet wird.

Drück' doch mal Deinem Mann die Kinder aufs Auge und verzieh' Dich - welche Möglichkeit hat er dann um Karriere zu machen (ok, der Durchschnittsmann würde sie seiner Mutter bringen)?

Ich war immer stinksauer, wenn die Kerle, gegen die ich um eine Stelle konkurriert habe, zu Hause eine Ehefrau hatten, die sie betüttelt hat, und ich mußte nach Haus rennen und die zweite Schicht erledigen. Tolle Chancengleichheit!

Also: der Gesetzgeber von 1900 sagt, das Geld, das der Mann nach Hause bringt, wird zur Hälfte von ihm und zur Hälfte von der Ehefrau erwirtschaftet und es hat auch jeder der Ehepartner Anspruch auf Taschengeld zu verjubeln. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen.

Also schenktst Du Deinem Mann zum Geburtstag etwas von Deinem Taschengeld, oder je nach Vereinbarung - vom gemeinsamen Wirtschaftsgeld. Der Mann hat für die Geschenke an Dich die gleichen Möglichkeiten.

Absolut unmöglich finde ich es natürlich, wenn der Mann der Frau das Haushaltsgeld zuteilt und er ihr dann von dem ihr unbekannten Rest große "Geschenke" machen kann und sie muß das Geld für ein Taschenbuch irgendwie vom Haushaltsgeld abzweigen. Aber solche Fossilien gibt's hoffentlich nicht mehr.

LG Diana

Alles, was du besitzt, besitzt auch dich.

Avatar Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 01.11.2008 11:49

Wie heißt es so schön?

ein Mann hat seine Familie im Rücken, ein Frau hat die Familie im Nacken!

Frauen haben einen anderen Umgang mit Geld.Schon Bundesprasident Lübke sagte in Punkto Entwicklungshilfe: Gebt das Geld den Frauen, dann profitiert das ganze Dorf davon ( sinngemäß zitiert).

Ich habe auch lange gebraucht, bis ich mir ein Taschengeld ausschließlich für mich zugestanden habe - mangelndes Selbstbewußtsein frowning

Im Prinzip reden alle Leute gerne über den Beruf, ......... Es ist also normal, wenn Mütter über ihren Beruf reden.
da haben wohl wir meisten noch ein bißchen Nachholbedarf,was die Anerkennung als Beruf angeht.http://www.mysmilie.de/smilies/verschiedene/2/32.gif

liebe Grüße
Lehrling

Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 01.11.2008 13:53

Diana schreibt:
Absolut unmöglich finde ich es natürlich, wenn der Mann der Frau das Haushaltsgeld zuteilt und er ihr dann von dem ihr unbekannten Rest große "Geschenke" machen kann und sie muß das Geld für ein Taschenbuch irgendwie vom Haushaltsgeld abzweigen. Aber solche Fossilien gibt's hoffentlich nicht mehr.


Oh solche "Fossilien" rennen noch genug herum! Betrifft mich nicht persönlich, aber ich kenne etliche diehaben heute noch nicht einmal ein Wirtschaftsgeld! geschweige denn dann eigenesTaschengeld.
Müssen sogar fragen ob sie sich eine neue Strumpfhose kaufen oder den kaputten Föhn ersetzen dürfen.

Ich habe für mich persönlich nicht einmal zwischen Haushalts-und Taschengeld eine Grenze gezogen.Ich hatte ja selber ein interesse das gemeinsame Budget ...zuerst waren wir ja Doppelverdiener...optimal zu verwalten und auszugeben.
Ich habe mir nur während der Hausbauzeit der Übersicht halber ein sog.>Fix-Haushaltsgeld auf mein Konto überwiesen und das läuft heute noch so...habs seit uiui 20 ?? Jahren noch nicht mal "angepasst".
Aber ich empfand/empfinde/bewerte meinen Arbeitsanteil genauso hoch wie den meines Mannes.
Wessen "Name"am Geld für Geschenke stand, darum habe ich mich nicht gekümmert.
Was ich aber sehr wohlgemacht habe, das war dass ich gleich eine am Monats-Anfang gleichbleibende Summe per monatl.Dauerauftrag auf ein Extra-Sparbuch überwiesen habe. Das war so mein persönlicher Notgroschen...eine psychologische "Hilfe", denn dort "hält" es sich komischerweise länger als am Girokonto >warum????.
Das "Haben" ist jetzt von mir dann "umfunktioniert" worden zur "Hausbank" für Familienkredite! die aber zurückbezahlt werden.
Z,B: Sohn nützte damit eine Sonderrückzahlaktion eines Teiles seiner Hausbaufinanzierung, die sich sonst nicht ausgegangen wäre und zahlt jetzt eben an mich ab.grinning smiley Spart sich dabei auch noch die Zinsdifferenz.

Liebe Grüße
Hilde
Dieser Beitrag ist fehlerfrei; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.

Avatar Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Schattengarten (IP-Adresse bekannt)
Datum: 01.11.2008 16:16

@ Diana
Oh Gott - nein, so ist es bei uns wirklich nicht.

Wir haben ein gemeinsames Konto für all sowas und ein Sparbuch für Notfälle.

Ich habe mal ein Geburtstagsgeschenk mit EC-Karte bezahlt.
Ich hatte schon ganz lange danach gesucht, und als ich per Zufall das Richtige gefunden hatte, nicht mehr genug Bares in der Tasche.
Das hat mein Mann natürlich auf´m Kontoauszug gesehen. War mir dann unangenehm.

Es ist also eher eine Marotte von mir... eye rolling smiley

---
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Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Diana (IP-Adresse bekannt)
Datum: 01.11.2008 18:25

Hallo Schattengarten,

natürlich habe ich Dich nicht persönlich gemeint, hoffendlich hast Du Dich nicht geärgert. Dich und viele andere Frauen meine ich nur insoweit persönlich, als ich zu mehr Selbstbewußtsein ermutige.

Das mit dem Geschenk an Deinen Mann war einfach ein Zusammentreffen unglücklicher Umstände, das wäre mir auch unangenehm gewesen.

Wenn beide Ehepartner arbeiten gehen, verschlechtert sich die Lebensqualität. Was eine echte Hausfrau leistet, kann durch das zweite Gehalt nicht gekauft werden. Das hat der Gesetzgeber schon im kaiserlichen Deutschland gesehen und wir sehen es auch in unserer Umgebung. Deshalb plädiere ich ganz entschieden dafür, daß Frauen ihre Leistung endlich realitisch sehen.

Die Ideallösung für mich wäre allerdings, wenn beide Ehegatten halbtags erwerbstätig sind und dann zu Hause noch z.B. einen Garten betreiben, selber Holz machen oder auch noch ein kleines zweites Standbein haben. Wenn die Kinder dann aus der Ganztagsschule kommen (die finde ich schon deshalb nötig, weil die Kinder sonst zu wenig Spielkameraden haben), sind die Eltern entspannt und zugewandt, haben den Haushalt im Griff und sind in der Lage, den Kindern Struktur und Verläßlichkeit zu bieten.

Ich war mit zwei Kindern und einem Mann, der eine 60-Stunden-Woche hatte, fast durchgängig berufstätig und die Erinnerung an die früheren Jahre besteht hauptsächlich darin, daß ich ständig übermüdet, abgehetzt und erschöpt war.

LG Diana

Alles, was du besitzt, besitzt auch dich.

Avatar Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: Schattengarten (IP-Adresse bekannt)
Datum: 01.11.2008 20:15

Oh ja, Diana!

Das wäre im Großen und Ganzen auch mein Traum.
Ich bin (noch) zu Hause, und habe auch genug mit Garten und Haus zu tun, sodaß ich keine Langeweile habe.
Ich könnte es wirklich als Job ansehen.

Nur ist die Frage, wie lange das noch gut geht.
Unsere finanziellen Reserven schrupmfen so langsam dahin - und wir können sie nicht mehr auffüllen.

Also werde ich demnächst Arbeiten gehen müssen...
Am liebsten hätte ich ja ein Internetprojekt, von zu Hause aus. Im Wert eines 4oo€ Jobs wär schon eine Hilfe.
Nur ist mir da bisher der Geistesblitz ausgeblieben.

Und das mit den Schulen kann ich nicht beurteilen.
Wir haben nur eine offene Ganztagsschule. Die Qualität lässt zu wünschen übrig, obwohl ich die Lehrer sonst (fast) alle mag. Aber da die Kinder z.B. bei den Hausaufgaben aller Klassenstufen zusammen in einem Raum sitzen, herrscht da echt Chaos und eine Unruhe, da kommt nichts gescheites zustande.
Bei uns haben die Kinder, bzw die Schulkameraden meiner Jungs, alle noch viele Freunde. Daran solls nicht liegen. Ist noch richtiges Dorfleben hier. spinning smiley sticking its tongue out
Kann sich nächstes Jahr schon ändern, wenn der Große auf die weiterführende Schule kommt.

---
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Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: JanineD (IP-Adresse bekannt)
Datum: 01.11.2008 22:36

Hallo Ihr,
erstmal vielen Dank für Eure Zeilen.. es waren sehr viele gute Denkansätze bei

Ich weiss glaube ich selbst nicht ob ich arbeiten will oder nicht. Ds Problem ist das ich erlernten Beruf (Studium) nichts bekommen werde da ich nach dem Abschluss so gut wie nicht in dem Bereich gearbeitet habe und es viele Jahre her ist.. alle Jobs die ich annehmen könnte wären also nur niedrigbezahlte Handlangertätigkeiten.. und hier in der Region sind dann Löhne von 6 Euro keine Seltenheit...

auch mein Mann erwartet nicht das ich arbeiten gehe, das Geld reicht gut für unsere Familie und auf dem Hof welchen wir irgendwann zu einem Ferienhof machen wollen gibt es Arbeit genug..

ich denke es ist wirklich nur ein Kopfproblem.. man ist hier als Hausfrau nicht allzu gut angesehen, wir leben in den neuen Bundesländern und die meisten Frauen gehen arbeiten.. momentan habe ich noch meine zwei Kleinkinder als "Ausrede" aber was kommt danach? Ja sicher müsste ich einfach nur darüber stehen, sagen ich bin gern daheim, kümmere mich um Kinder Haus und Hof und halte dem Mann den Rücken frei damit dieser seine Selbstständigkeit weiter ausbauen kann.. nur irgendwie kann ich es nicht...

@ Michi, freie Radikale, was bedeutet das?`:-)

Avatar Re: Warum so unzufrieden ohne Job?
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 02.11.2008 15:55

Hallo JanineD,

freie Radikale deshalb, weil ein sparsamer einfach lebender Mensch schon eher als frei zu bezeichnen ist. Und im Jahre 2008 ist doch jeder Konsumkritiker ein Radikaler ....

Also JanineD, such dir was, was dir gefällt. Tu das was du tun willst... nimm das als Chance deinen Weg zu finden. Es ist hart und es gibt keine Bedienungsanleitung - aber vielleicht kommt was wirklich tolles dabei raus.
Das mit dem Geld "hast was bist was" ist eine Erfindung der Konsumgesellschaft ... und mit der ist es nicht zum Besten bestellt.

Liebe Grüße
Michi



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