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Arbeitsplatz : Knausererforum
Erwerbsleben, davor, danach und mittendrin im Job
fühle mich dort nicht mehr wohl
geschrieben von: Wicklow (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10.09.2008 12:29

Hallo,

möchte mal anderen Input als familiären hören:


bin seit knapp 5 Jahren in dem Betrieb, war die erste Mitarbeiterin, habe mit aufgebaut. Seit knapp 2 Jahren bin ich nun in Elternzeit, allerdings arbeite ich 2 halbe Tage, seitdem die Kleine 3 Wochen ist,vorher Vollzeit. Nun wohnen wir ja seit kurzem im eigenen Haus (20 km entfernt) und bislang haben mein Mann und ich uns mit Fahrerei, Kinderbetreuung abgewechselt.

Nun schwankt die Stimmung dort im Betrieb (insgesamt 5 Mitarbeiter), fühle mich dort oft überflüssig (bekomme wenig Infos, muß alles komplett erfragen) und in der letzten Woche hat mich meine AG als "bescheuert" tituliert (in meiner Abwesenheit). Als ich sie darauf angesprochen habe, hieß es nur "ich war sauer auf sie".

Nun ist es so, dass ich überlege, dort zu kündigen und mein letztes Jahr Elternzeit zuhause zu verbringen und wenn meine Tochter in den KIndergarten geht, mir eine neue Stelle zu suchen. Der Haken: es würde sehr knapp werden finanziell, obwohl ich jetzt gerade einmal knapp 300 Euro verdiene, die dann wegfallen würden.

Und ich habe Angst nichts neues mehr zu finden, obwohl ich meiner Meinung nach gut qualifiziert bin, anpacken kann und auch Arbeit sehe und auch mit den KUnden gut umgehen kann.

Aber jede Woche 2 x mit schlechtem Gefühl dorthin zu fahren und eine Menge Geld an Spritkosten zu lassen, für etwas, was mich nicht (mehr) erfüllt, bestärkt mich, aufzuhören.

Mein Mann sagt, dass er gerne bereit ist, einen starken Sparkurs mitzutragen und will, dass ich aufhöre.

Achja, die Kinderplanung haben wir erstmal auf Eis gelegt, bis wir dann wieder in sichereren finanziellen Verhältnissen leben.

Was meint ihr? Würdet ihr weitermachen?

Vielleicht ist es etwas konfus geschrieben und auch zu lang, wer bis hier durchgehalten hat, danke!

Liebe Grüße, Wicklow

Re: fühle mich dort nicht mehr wohl
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10.09.2008 13:27

Ich würde raten: weiter arbeiten!!

Es handelt sich doch nur um Teilzeit, 2 x die Woche, immerhin 300 EUR!

Gleichzeitig neue Arbeit suchen, das geht doch bei Teilzeit wunderbar, besser jedenfalls, als wenn man einen Vollzeitjob hat.

Erst dort kündigen, wenn neuer Job sicher.

Avatar Re: fühle mich dort nicht mehr wohl
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10.09.2008 13:42

Mein Mann hat sich regelmäßig jedes Jahr auf der Firma ein Zwischenzeugnis ausstellen lassen, so hatte er eine Einschätzung der Firma für sich und gleichzeitig konnte die Firma nie ganz sicher sein, ob er sich etwa woanders bewerben wollte.
Laß dir doch auch ein Zwischenzeugnis ausstellen, dann kann deine AG auch überlegen, was sie an dir hat - evtl. wird es dann wieder besser in der Firma?

liebe Grüße
Lehrling

Re: fühle mich dort nicht mehr wohl
geschrieben von: PetraLustig (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10.09.2008 13:46

Vom Verstand her gebe ich Wasserprediger recht, aber es kommt letztendlich doch darauf an, wie dringend Ihr dieses Geld braucht.

Du hast kein gutes Gefühl bei der Sache, das kommt ja nicht von ungefähr.

Ich weiß jedenfalls sicher von einer Firma, daß dort noch keine Frau nach der Elternzeit wieder gearbeitet hat. Entweder hat man sich auf eine Abfindung geeinigt oder die Frauen wurden durch unmögliche Arbeitszeiten oder schlechte Behandlung aus dem Betrieb gedrängt.
Wir reden im privaten Kreis oft darüber, das scheint inzwischen Realität zu sein.

Auf Solidarität von Kollegen brauchst Du auch nicht zu hoffen. Irgendjemand macht schließlich Deine Arbeit von früher.

Du brauchst ja nicht sofort zu kündigen. Wenn Du mit Dir selbst und Deinem Mann in dieser Sache im Reinen bist, kannst Du Dir sagen: Solange es geht, mach ich es, wenn es mir zu bunt wird, schmeiß ich hin.

Ich wünsch Dir jedenfalls gute Nerven!

Liebe Grüße
Angelika

Avatar Re: fühle mich dort nicht mehr wohl
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10.09.2008 20:31

Ich gehe derzeit auch nicht richtig arbeiten. Ein paar jobs und Kurse habe ich laufen, das ja, aber ganz regelmäßig ist nichts.
Dafür habe ich heuer viel Arbeit in den Garten gebuttert und massiv Ertrag eingefahren. Weiters habe ich viel Beeren gesammelt, Äpfel gepflückt etc.
Diese Arbeit könnte ich bei Berufstätigkeit nicht machen.
Würde ich wieder im Büro arbeiten, müßte ich meine Garderoba aufbessern, öfter zum Friseur gehen, die Kinder in Betreuung geben, etwas teurer kochen, Geschenke kaufen nicht basteln .....
All das muss ich einrechnen und für mich entsteht ein schwacher Anreiz einen schlecht bezahlten Halbtagsjob anzunehmen.

Was ich dir sagen will? Vielleicht kannst du dir mit der gewonnenen Zeit ja Geld durch andere Aktivitäten einsparen.

Andererseits glaube ich, dass du nicht relaxed genug bist im Job. Du fühlst dich als Mitarbeiter der ersten Stunde als Platzhirsch. Das bist du aber seit deiner Teilzeitarbeit nicht mehr und mir schient fast, dass du es nicht ganz wahrhaben möchtest.
Also wenn es geht, dann behalt dir den Job, er ist nicht schlecht bezahlt. Schalt einen Gang tiefer, dann dürfte das auch besser gehen.

Michi

Re: fühle mich dort nicht mehr wohl
geschrieben von: Berta (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10.09.2008 21:34

Ich finde, der Vorschlag, einmal umzuschauen, welche Alternativen sich bieten, ist recht vernünftig.

Vielleicht passt deinen Kollegen die Art wie du deine Zeit in der AG verbringst nicht und sie hätten dich lieber einen ganzen Tag oder blockweise (etwa falls eure Arbeit eher saisonabhängig ist)? Oder wartet jemand auf deine (ich schätze mal) 8 Stunden?

Ich glaube vor weiner Kündigung musst du richtig Bilanz ziehen - also nicht die Kosten grob abschätzen, sondern ein ordentliches Haushaltsbuch mit wirklich allen Ausgaben -und denen die beim Hausfrauendasein wegfallen- aufstellen. Jobkündigung mit Familie ist meiner Meinung nach nicht geeignet für eine Bauentscheidung

Berta

Re: fühle mich dort nicht mehr wohl
geschrieben von: Wicklow (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.09.2008 07:53

Guten Morgen,

erstmal danke für Eure Antworten. Sie haben mir geholfen, mal ein bißchen mehr nachzudenken über meine momentane berufliche Situation.

Ich habe gestern vergessen zu schreiben, dass die Kinderbetreuung an den halben Tagen nicht mehr familiär gelöst werden kann, also bräuchten wir externe Kinderbetreuung, das kostet ca. die Hälfte meines Verdienstes (habe mir schon Angebote eingeholt) und wir bräuchten jetzt ein 2.tes Fahrzeug (Roller), für das auch Anschaffungskosten da wären. Öffis gehen leider nicht, da wir mitten auf dem Land wohnen.

Meine Oma hat mir gestern gesagt, dass sie mir monatlich etwas zuschustern würde, für den FAll, dass ich aufhöre.

Da ich aber auch denke, dass es auszuhalten ist, 2 x die Woche weiter dort zu arbeiten, möchte ich in der nächsten Woche das direkte Gespräch mit meiner AG suchen.

Als Platzhirsch fühle ich mich übrigens nicht, ich bin froh, keine 55-60 h/Woche mehr zu arbeiten und nicht mehr den Druck zu haben, für alles Verantwortung zu tragen. Die Arbeit selbst macht mir Spaß, aber nicht um jeden Preis.

Haushaltsbuch führe ich schon seit ein paar Jahren, habe so unsere Kosten gut im Überblick.
Auskommen müssten wir dann mit 150 Euro die Woche für alles (außer Benzin, da dies vom AG meines Mannes getragen wird), also Lebensmittel, Kleidung, Hygiene, Freizeit etc., wir sind 2 Erwachsene und ein Kleinkind.
Das sollten wir schaffen, denke ich.

Ich werde in der nächsten Woche mal berichten, wie das Gespräch gelaufen ist, wenn jemand dies wissen möchte.


So, schon wieder ein Roman *lach*

liebe Grüße, Wicklow



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