Das einfache Forum zum einfachen Leben - vormals einfach-leben.de.vu

- Registrieren - Neuste Beiträge

Arbeitsplatz : Knausererforum
Erwerbsleben, davor, danach und mittendrin im Job
Seiten: 12nächste Seite
Aktuelle Seite: 1 von 2
Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: savetheplanet (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29.11.2010 12:48

Eine Frage die mich in letzter Zeit etwas beschäftigt ist, ab wann man denn am Arbeitsmarkt als alt gilt. Habe mit einer Kollegin gesprochen die meint, dass sie es mit 45 schon schwer hätte einen neuen Job zu finden. Einerseits hat sie wahscheinlich recht, andererseits ist das ein Wahnsinn, weil sie ja noch mindestens 20 Jahre arbeiten muss (wenn sie "das System" bis zum bitteren Ende durchlaufen will). Außerdem hat man ihr schon vor 10 Jahren als sie das letzte Mal auf Jobsuche war gesagt, dass sie eigentlich schon etwas zu alt wäre um einen neuen Job zu finden.

Wie sind eure Erfahrungen? Sind sie ähnlich frustrierend oder gibt's doch noch Hoffnung, dass sich was am Arbeitsmarkt ändert?

Avatar Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29.11.2010 13:54

Also ich behaupte jetzt mal ganz dreist, daß
1. die Leute bei der Arbeitsvermittlung jünger sind und von daher jeden mit mehr Jahren als sie selbst als "alt" bezeichnen

2. als "alt" abgestempelte sich doch irgendwie deprimiert fühlen und von daher leichter zu behandeln sind ( brav, weil dankbar für jeden Strohhalm frowning den man ihnen zukommen läßt).

liebe Grüße
Lehrling

Avatar Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29.11.2010 15:53

Das Problem ist, dass bei uns alt = teuer ist. Und die Einstiegslöhne sind dramatisch gesunken.

Was dagegen hilft, ist Ansprüche runterschrauben und vor allem auf den neuen Medien up-to-date bleiben. Fortbildung schaut auch gut aus ...

Lg
Michi

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Sonnenblume (IP-Adresse bekannt)
Datum: 24.03.2011 08:46

Klar wirds mit dem Alter nicht leichter, aber für die Jungen ist es derzeit auch nicht lustig!!

Ich, als inzwischen auch nicht mehr ganz junger Personalistenhase, kann sagen, dass in manchen Firmen ältere Arbeitnehmer sehr geschätzt werden - und auch dezitiert gesucht. Da erfahren, gesetzter, Familienplanung abgeschlossen usw. Manche Firmen definieren sich als hip und jung, da wirds wahrscheinlich nicht klappen!

Man braucht halt Selbstbewußtsein, gutes Auftreten, Erfahrung und sollte sich regelmäßig weitergebildet haben.

Gehaltlich sollte man sich nicht an den Einstieggehältern orientieren, aber doch realistisch bleiben und akzeptieren, dass man vielleicht Kompromisse machen muss.

Aber ab Mitte 50 wirds sicher schwierig bis unmöglich (zumindest in Österreich)!!

Eine zukünftige Änderung halte ich für durchaus möglich, wenn ich mir so anschau welche Leute mit der Schule oder der Uni fertig werden hot smiley
bzw auch wenn wir die demografische Entwicklung beachten!
Bei den Lehrern fangts ja schon an - die holens sogar aus der Pension zurück. Diese Entwicklung seh ich aber eher kritisch!!

Liebe Grüße
Sonneblume

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: NinaBerger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 24.03.2011 11:05

Ich hatte mich derzeit selbstständig gemacht. Mit 47 habe ich nicht mal eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten.

Ich kann mittlerweile von meinen Aufträgen gut leben. Ich würde mich NIE WIEDER so erniedrigen, mich für Fakten diskriminieren zu lassen, die ich nicht ändern kann. Ich habe die Themen Alter, Geschlecht, Kinder NIE mit meinen Auftraggebern diskutieren müssen, und das weiß ich sehr zu schätzen.

Der Begriff "Fachkräftemangel" führt dazu, dass ich grinse und denke "selber Schuld!". Hättet ihr mal

- bezahlbare und qualifizierte Kinderbetreuung geschaffen
- Mitarbeiter öfter mal weitergebildet
- die Work/Life-Balance in eure Kalkulationen einbezogen und nicht nur den ShareHolder Value
- daran gedacht, dass auch Inder älter werden und ggf. Familie haben

dann wäre die Situation jetzt besser. Aber besser, man gewinnt diese Erkenntnis spät als nie winking smiley

Grüße Nina

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: dagobertduck (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29.03.2011 13:12

Im Standard war gestern ein interessanter Artikel zum Thema der Generationengerechtigkeit: [derstandard.at]

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: hemdflorian (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29.06.2011 18:51

Ich denke, das kommt ganz drauf an, um was es sich für eine Tätigkeit handelt. Ein Bauarbeiter sollte meiner Meinung nach schon früher in Rente gehen dürfen, als ein Sachbearbeiter in einer Agentur, da er eine körperlich anspruchsvollere Funktion hat. Ansonsten müsste man mal statt des Arbeitsamtes Firmen [genios-firmen.de] danach befragen, da diese entscheiden, ob jemand noch ab einem gewissen Alter eingestellt wird oder nicht.

Avatar Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Zumirah (IP-Adresse bekannt)
Datum: 01.07.2011 20:59

theoretisch eine gute Überlegung ... hinkt nur ...

der eine arbeitet körperlich sehr hart - Körper im Eimer ...
der andere arbeitet geistig sehr hart, geht auch krank schlußendlich ...

wo zieht man die Linie?

Was ist mit denen, die den ganzen Tag sitzen und dann Probleme mit dem Rücken haben?
Was ist mit denen, die Burnout haben?
"nur" körperlich kranke? oder auch geistig erkrankte?

wo zieht man die Grenze?
@hemdflorian
Das ist nicht so einfach, wie du vielleicht denkst.


Generell sag ich nur eines.
Die Jugend heute wie ich sie erlebe - ich arbeite mit im Schnitt 20jährigen Jung-Mädels in einem Großbüro.
Die meisten (nicht alle) sind viel zarter besaiteter. Sie neigen viel schneller zum Aufgeben - es ist ja nicht so rosig, wie sie es gern hätten. Der Druck ist aber der gleiche wie für mich.
Was soll einer sagen, der Ende 40er Jahre gearbeitet hätte? Die hatten oft ne 60h Woche und nicht geklagt.

Mir kommt oft vor, daß man heute viel leichter aufgibt, nur weil es einem nicht zumutbar scheint.
Ich denke, das werden auch Arbeitgeber mal merken, wenn sie nicht auf den kurzfristigen Gewinn aus sind.

Aber gut, das wird sich alles noch zeigen.

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 09.07.2011 17:08

Zitat:
Der Begriff "Fachkräftemangel" führt dazu, dass ich grinse und denke "selber Schuld!".

Ich halte "Fachkräftemangel" nichts weiter als eine Lüge, abgesondert von Arbeitgebern und Medienleuten.

Jeder, der sich als "Fachkraft" sieht, der kann ja mal bei der Netzseite der Arbeitsagentur nachsehen, ob es da im Umkreis von 50 km so viele freie Stellen gibt in seinem Beruf... In der Regel dürfte er da garnichts finden, höchstens Angebote von Leiharbeitsfirmen, also von schamlosen Menschen, die sich auf anderer Leute Knochen ausruhen wollen.

Die anderen Jammerer über den angeblichen Fachkräftemangel sollen doch mal über den Lohn nachdenken, den sie bereit sind zu zahlen...

Stand heute ist es für jeden eine schwierige Entscheidung, ob er seinen Job schmeißt. Warum? Eben weil es keinen Fachkräftemangel gibt, und er fürchten muß, keine freie Stelle zu finden! Die schamlosen Lügen der Arbeitgeber und Journalisten sind also ganz leicht als solche zu erkennen.

Ab wann herrscht denn "Fachkräftemangel"? Wenn ein schlecht bezahlender Arbeitgeber, ansässig in einem Randgebiet, 3-Schicht anbietet und nach 4 Monaten die beschissene Stelle noch immer offen ist? Er aber nicht daran denkt, die Stelle selber öffentlich zu machen, statt dessen Schmarotzerfirmen mit der Suche beauftragt???

Welche Fachkraft kann denn einfach nach Gusto den Arbeitgeber wechseln, beliebig oft? Lieber wird doch Mobbing ausgehalten! Oder Kollegen oder Chefs, die einen ankotzen...! Das wäre ja wohl bei einem wirklichen Fachkräftemangel ganz anders! Stand heute klammern sich fast alle Menschen an ihren Arbeitsplatz und da handelt es sich nicht nur um "Geringqualifizierte"!!

Fachkräftemangel = Jahrhundertlüge!

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: sparfux (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10.07.2011 19:56

Dass die Behauptung vom "Fachkräftemangel" eine weitere hinterhältige, dreckige Lüge des Kaputtalistenpacks ist, erkennt man ohne jedes Nachdenken an den Lohnhöhen.
Bei einem wirklichen Fachkräftemangel würden nämlich die Löhne steigen.
Nach den heiligen Gesetzen der heiligen Marktwirtschaft.
In Wirklichkeit ist das nur ein weiterer Versuch, die arbeitenden Menschen auf der ganzen Erde gegeneinander auszuspielen.
Asoziales Dreckpack!
Mitsamt ihren Huren und Strichjungen in der Politik.

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10.07.2011 21:09

Ich vermute in der in Dauerpropaganda vorgetragenen dreckigen Lüge vom "Fachkräftemangel" sollen die Deutschen weichgeklopft werden für noch mehr Ausländer, Stichwort EU-Erweiterung und Öffnung des Arbeitsmarktes für die Menschen aus den Beitrittsländern. Die erscheinen dann nicht als Leute, die für niedrige Löhne sorgen und arbeitslose Eingeborene, da ein Überangebot an Arbeitskräften da ist, sondern quasi als rettende Engel, die einen Mangel beheben und die Wirtschaft, die sonst zusammenbrechen würde, am laufen halten.

Eine andere Erklärung für diese offensichtliche, fortdauernd vorgetragenen Lüge vom "Fachkräftemangel" fällt mir nicht ein. Außer vielleicht eine Vorliebe für negative Nachrichten, wenn es nicht genug negative Nachrichten gibt, müssen noch welche erfunden werden.

Bisher hat man immer Unsummen von Geld ausgegeben, um Arbeitsplätze zu schaffen - und plötzlich soll da ein Mangel an Arbeitskräften herrschen... Ein Witz. Mir ist aufgefallen, daß man sich mit der Nennung von konkreten Berufen, wo ein Mangel herrschen soll, sehr sehr zurückhält...

Also, Fachkräfte, wechselt mal öfters den Arbeitsplatz, da ein Mangel an Fachkräften besteht, laut Politik und Medien und Ausbeuter, seit ihr in einer hervorragenden Verhandlungsposition, was den Lohn und sonstige Vergünstigungen und Zuwendungen und Urlaubstage betrifft. grinning smiley
Bewerbungstraining braucht ihr auch keines mehr zu machen, die Arbeitgeber stellen keine saudoofen Fragen mehr, sondern kriechen euch in den Arsch, d.h. sie wollen euch ja nicht mit blöden Fragen vergraulen. Arbeitgeber sind froh, wenn sie das Vorstellungsgespräch für den Bewerber so angenehm wie möglich über die Bühne gebracht haben und es zur Einstellung kommt! Arbeitgeber interpretieren jetzt "Lücken" im Lebenslauf ganz anders! grinning smiley

Bewerungstraining ist eine Frucht von Fachkräfteüberschuß, nicht von Fachkräftemangel!


Und: mal logisch gedacht: gäbe es ein "zu alt" bei Fachkräftemangel?

Avatar Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Sonnenblume (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.07.2011 08:56

Welcher Fachkräftemangel herrscht, wird meist durch die Region und der dort ansässigen Industrie besimmt bzw. welche Qualifikationen verstärkt nachgefragt werden. In der Steiermark haben wir z.B. einen akuten Technikermangel vor allem im Bereich Maschinenbau und IT.
Da werden aber wirkliche Spezialisten gesucht und in diesen Fällen ist man auch bereit die entsprechenden Gehälter zu zahlen! Alter spielt dann selten eine Rolle - während allzu häufige Wechsel eher negativ auffallen.

Ein anderes Beispiel ist der Ärztemangel in ländlichen Regionen - während in den Ballungszentren Jungärzte kaum eine Chance haben.

Ohne relevante oder qualifizierte Ausbildung tut man sich leider in der heutigen Zeit am Arbeitsmarkt extrem schwer. Aber man kann die Schuld nicht nur alleine den Unternehmen geben, die stellen eben nur das Personal ein, das sie auch entsprechend einsetzen können.

Und nur weil man studiert hat, ist man noch lange keine Fachkraft! Die Welt braucht nun mal nur eine eingeschränkte Zahl von Kunstgeschichtlern und Germanisten o.ä.!!

LG Sonnenblume

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Hubsi (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15.08.2011 15:05

Ich glaub ab 40 wird es kritisch und ab 50 sollte man aktives Altersmanagement betreibenangry smiley

Malo Periculosam Libertatem Quam Quietum Servitium

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Hubsi (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15.08.2011 15:08

Den Fachkräftemangel gibt es nicht. Wenn es ihn gäbe, dann müßten die Löhne und Gehälter in den Mangelbranchen überdurchschnittlich ansteigen.

Die Propaganda vom Fachkräftemangel dient nur dem weiteren Import von zukünftigen Wählern.

Malo Periculosam Libertatem Quam Quietum Servitium

Avatar Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15.08.2011 21:36

aktives Altersmanagement betreiben angry smiley
was verstehst du darunter?

liebe Grüße
Lehrling

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Hubsi (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20.08.2011 11:16

Altersmanagement

Regelmäßiges Besuchen des Hausarztes zwecks Vortäuschen von Stress- und Arbeitserkrankungen.

Weiters sollte man mit 50 schon eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit erreicht haben, die es einem ermöglicht längere Arbeitslosigkeit durchzudrücken.
Man muß sich auch Ziele setzen. Ich habe mir die 55 für das Arbeitsende als Ziel gesetzt.

Malo Periculosam Libertatem Quam Quietum Servitium

Avatar Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20.08.2011 14:41

Regelmäßiges Besuchen des Hausarztes zwecks Vortäuschen von Stress- und Arbeitserkrankungen.
Da zeigt sich der Unterschied zwischen Krankfeiern und Kranksein, was irgendwie dann auch zur Erhöhung der Kosten für die Krankenkassen führt.

liebe Grüße
Lehrling

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20.08.2011 17:44

Kann ich bestätigen, dass diese "Vorsorgeuntersuchungen" beim gewünschten Pensionsantritt sehr hilfreich sind.Blöd ist nur der dran,der nicht "vorgesorgt" hat und wirklich am Zahnfleisch daherkommt, der wird brutal abgekanzelt....er hat ja nie was gehabt!Woran soll er denn jetzt plötzlich leiden?

Liebe Grüße
Hilde
Dieser Beitrag ist fehlerfrei; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Hubsi (IP-Adresse bekannt)
Datum: 23.08.2011 13:52

@Lehrling

Da die Krankenkassen sowieso schon auf dem Zahnfleisch kriechen, sollte man die Gelegenheit noch nutzen bevor sie von den importierten Lohndrückern samt Anhang zur Gänze ausgenommen wurden.

Malo Periculosam Libertatem Quam Quietum Servitium

Avatar Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 23.08.2011 19:47

Da die Krankenkassen sowieso schon auf dem Zahnfleisch kriechen,
sollte man die Gelegenheit noch nutzen 
bevor sie von den importierten Lohndrückern samt Anhang zur Gänze ausgenommen wurden.
dazu braucht's die nicht, das schafft die deutsche Gründlichkeit doch längst ( die weiß doch genau, wo was rauszuholen ist).



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.08.11 19:48.

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Hubsi (IP-Adresse bekannt)
Datum: 23.08.2011 20:00

Wenn ich die Wiener Gebietskrankenkasse als Beispiel nehme, dann ist das Defizit auf die LOhndrücker zurückzuführen.

Aber du hast schon recht, auch ohne die Hintergründler ist die Lage nicht rosig.

Malo Periculosam Libertatem Quam Quietum Servitium

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Thymian (IP-Adresse bekannt)
Datum: 02.09.2011 08:12

Hallo und Guten Morgen,
ein Thema, was mich auch immer wieder beschäftigt.
Wir können uns nicht beklagen, wir haben Riesenglück gehabt. und ja, Berufe mit Fachkräftemangel gibt es noch. Die sind aber nicht gerade die Mainstreamberufe. Mein Mann hat vor 5 Jahren umgeschult auf Hörgeräteakustiker, da er als Dachdecker nicht mehr arbeiten konnte. Hat noch seinen Meister hinterhergeschoben, war ne anstrengende Zeit mit 2 kleinen Kindern, aber jetzt hat er einen Job, wo er die Bedingungen diktiert. Und er verdient jetzt soviel, dass wir gut davon leben können, ohne dass ich arbeiten müsste. Ich hab noch einen 400 Eurojob hier am Ort.
Aber das war der berühmte Sechser im Lotto.
Ich selbst hab keine Lust mehr,meine kostbare Lebenszeit damit zu verbringen, mich anschreien zu lassen, frustriert zu sein, weil ich es nie richtig mache.
Warum tun wir uns das an? warum arbeiten wir überhaupt soviel? Was kommt dabei raus????
Autos, Waffen, Grabbeltischmüll, jährlich wechselnde Mode, 57 verschiedene Joghurts mit Schimmelpilzaromen im Kühlregal, Lärm durch Transporte und Urlaubsflieger, jedes Jahr ne neue Windowsversion, damit man wieder nciht durchsieht, abgeholzte Wälder, Müllberge, und irgendwann Kriege, denn die produzierten Waffen müssen ja mal eingesetzt werden
(Auswahl, nicht vollständig, sondern nur so durch den Kopf geschossen)
Die wirklich wichtigen Arbeiten bleiben auf der Strecke. Sorgen für die Kinder, für ältere Familienangehörige, Ideen, um unsere Umwelt sorgfältiger zu behandeln, Träumen...
Ich habe vor den Kindern in einem Kaufhaus gearbeitet, also der Wahnsinn aus nächster Nähe.
Heute kümmer ich mich hier um Haushalt und Kinder und merke, dass mir das als Arbeit völlig ausreicht. Was soll dieses immer mehr und mehr und mehr Arbeit? warum?
Mensch, als einzelner magst du denken können, aber als Gemeinschaft bist du das Blödeste, was auf diesem Planeten existiert...
Jetzt hab ich mich mal ausgeschrieben hierwinking smiley, aber mein Fazit ist, dass ich meinen Wert nicht mehr danach bestimme, wieviel ich an Geld mit nach Hause bringe.
LG an euch von Conny

Avatar Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 05.09.2011 07:20

Dem ist nichts hinzuzufügen, Conny. Nur warum doch so wenige zu dieser Erkenntnis kommen, wundert mich dann doch. Es liegt doch irgendwie auf der Hand.

Lg.
Michi

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Nadine75 (IP-Adresse bekannt)
Datum: 05.09.2011 09:43

Na ja Conny..dank deines Mannes und seinem Job kannst du dir das auch leisten. Schön, daß du es kannst.

Das können nicht alle und die Erkenntnis bezahlt nun mal nicht das Leben.. es bleibt ja trotzdem die ein oder andere Rechnung.

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: sparfux (IP-Adresse bekannt)
Datum: 05.09.2011 19:31

Wir versuchen auch, mit so wenig fremdbestimmter Arbeit wie möglich durch's Leben zu kommen, uns wo wenig wie möglich zu "verkaufen", wie man so (un-)schön sagt. In vielen Fällen läuft das ja auf eine Form von Prostitution und Selbsterniedrigung hinaus.
Kann sein, dass wir damit mal scheitern werden.
Das könnte andersrum aber genauso sein.
Wir entdecken immer wieder, wie viele verschiedene Begabungen wir haben, die wir auch nutzbringend einsetzen können - nur eben nicht, um in diesem perversen Wirtschaftssystem große Kohle machen zu können.
Durch die Einschränkung auf einen "Tschobb", wie das mittlerweile so amerikanisch-hässlich heißt, verstümmelt man sich selbst und seine Lebensmöglichkeiten.
Und was die meisten Menschen nur allzu gern vergessen: Praktisch alles im Leben hat seinen Preis. Für Luxus, Bequemlichkeit, Spaß, "Freiheit", "Eintauchen in Erlebniswelten", "Sicherheit" usw. usf. bezahlt man IMMER auch einen Preis. Und ich glaube, dieser Preis kann sehr viel höher sein, als sich viele eingestehen wollen.
Wir bezahlen selbstverständlich auch einen Preis für unsere Lebensweise.

Avatar Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Zumirah (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.09.2011 19:02

Der Preis, Sparfux, liegt meiner Meinung nach darin, sich selber zu verlieren ...

und DAS ist genau das, was die oberen haben wollen ...
denn der perfekte Sklave im System hat sich selber verloren OHNE zu denken ... und/oder selber und frei handeln zu können....

legt man das Sklavenhalsband ab oder denkt auch nur dran, ist man eine Gefahr, man verzichtet freiwillig auf den Müll des Konsums und nimmt nur das was notwendig ist ...

man besinnt sich seiner selber ...

die heutigen Sklaven sind genauso unfrei wie die damaligen - sie wissen es nur nicht ...

im alten Rom hieß es nicht umsonst, die Sklaven nicht zu markieren - sie hätten sich erschreckt, denn es gab sooooo viele von ihnen ...

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: sparfux (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.09.2011 20:24

Zumirah schrieb:
> Der Preis, Sparfux, liegt meiner Meinung nach darin, sich selber zu
> verlieren ...

> legt man das Sklavenhalsband ab oder denkt auch nur dran, ist man eine
> Gefahr, man verzichtet freiwillig auf den Müll des Konsums und nimmt
> nur das was notwendig ist ...

> man besinnt sich seiner selber ...

> die heutigen Sklaven sind genauso unfrei wie die damaligen - sie
> wissen es nur nicht ...

Deshalb werden deutsche Bürger ab dem Jahr 2013 (glaub ich) gezwungen, eine "Haushaltsabgabe" zu bezahlen, egal ob sie ein Fernsehgerät haben oder nicht. Und so eine Maßnahme wird von von elenden "Verfassungsrechtlern" wie diesem ekelhaften Kirchhof für "verfassungskonform" erklärt.
Wer den Dreck nicht konsumieren will, wird mit Gewalt dazu gezwungen.
Alles eine Mafia!
Einen Unterschied zwischen früheren und heutigen Sklaven gibt es allerdings manchmal noch: Die heutigen Sklaven werden nicht immer unmittelbar mit Gewalt gefügig gemacht, sondern sie werden verführt.
Mit Versprechungen immerwährenden Spaßes.
Wenn man damit früh genug anfängt, im Kleinkindalter, ist das allerdings sehr effizient. So wie bei der Kindstaufe und der damit beginnenden Indoktrination.

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: sparfux (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.09.2011 20:50

Für Interessierte:
[www.heise.de]
[www.heise.de]

Avatar Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Zumirah (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13.09.2011 12:20

Zitat:
Deshalb werden deutsche Bürger ab dem Jahr 2013 (glaub ich) gezwungen, eine "Haushaltsabgabe" zu bezahlen, egal ob sie ein Fernsehgerät haben oder nicht. Und so eine Maßnahme wird von von elenden "Verfassungsrechtlern" wie diesem ekelhaften Kirchhof für "verfassungskonform" erklärt.
Wer den Dreck nicht konsumieren will, wird mit Gewalt dazu gezwungen.
Alles eine Mafia!

soll angeblich auch in Österreich kommen - nur dann kann einem keiner mehr auf die Nerven gehen von wg. du hast ein Handy - also zahle, du hast nen PC als zahle ...
die beste Methode um denen das Leben "zur Hölle" zu machen ist den Fernseher off zu lassen ...
ums zahlen kommt man oft kaum rum, aber es kann mir keiner verbieten das Teil ausgeschalten zu lassen - wir sind ja nicht bei Max Headroom ;-)
ist zumindest meine Devise - zahlen muß ich vielleicht, aber ihr könnt mich nicht zwingen das auch wirklich anzusehen ...

Zitat:
Einen Unterschied zwischen früheren und heutigen Sklaven gibt es allerdings manchmal noch: Die heutigen Sklaven werden nicht immer unmittelbar mit Gewalt gefügig gemacht, sondern sie werden verführt.
Mit Versprechungen immerwährenden Spaßes.
Wenn man damit früh genug anfängt, im Kleinkindalter, ist das allerdings sehr effizient. So wie bei der Kindstaufe und der damit beginnenden Indoktrination.

mit Gewalt war es zumindest ehrlich - da hatten die noch eine Motivation aus ihrem goldenen Käfig auszubrechen ...
zB?
Haiti und die Sklavenaufstände ...

diese Versprechen treffen halt auch den Nerv der Menschen ... man hat es ja soooo gern so bequem ...

die beste Möglichkeit um sich selber treu zu sein ist - möglichst unabhängig zu sein, möglichst viel selber zu machen und vor allem die Medien so weit als möglich aussen vor zu lassen - aber zugleich Plattformen und Medien zu haben, die möglichst ehrlich sind ... wenn man denn informiert sein möchte ...

und wer Kinder hat, diese nicht vor die Glotze setzen, sondern in die Natur raus bringen - Kinder mögen das sehr und sind dort glücklicher als mit dem ganzen Wohlstandsmüll ...

oder wie kommt es sonst dazu, daß Kinder in finanziell armen Ländern glücklich mit einem selbst gebauten Ball spielen, während die Kinder der "wohlhabenderen" im Spielzeugkram untergehen und doch unglücklich sind?



Das Sinnentleerte ist es, das weh tut ...

Eines so nebenbei - Klöster die weltabgewandt sind haben absolut keine Nachwuchssorgen. Die gehen förmlich über vor Bewerbern.
Klöster, die weltoffen sind, die der Pflege von Menschen oft dienen, die suchen händeringend nach Nachwuchs.

Sollte einem doch zu denken geben - oder?

Re: Ab wann ist man alt am Arbeitsmarkt
geschrieben von: Hubsi (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13.09.2011 15:12

@zumirah

Wegen einem Mobiltelephon oder einem PC hat die GIS noch nie eine Gebühr verlangt.

Warum regen die Rundfunkgebühren die Leute so auf? Bei der allgemeinen Steuern- und Abgabenbelastung regt sich niemand auf:

Malo Periculosam Libertatem Quam Quietum Servitium

Seiten: 12nächste Seite
Aktuelle Seite: 1 von 2


In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
This forum powered by Phorum.