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Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: JanineD (IP-Adresse bekannt)
Datum: 26.05.2009 21:25

Mit einer Bekannten kam ich letztens auf dieses Thema, funtioniert so aber nur wenn man Bezüge von der Arge bekommt. Ihr Mann arbeitet als Maler Vollzeit, sie ist arbeitslos und beide bekommen ein paar Euro Zuschuss von der Arge. Weiterhin engagiert sie sich ehrenamtlich bei der Tafel und der Caritas.. da sie dort sowohl ebenfalls auch etwas mitnehmen darf bekommt sie fast alles was man so braucht für sehr wenig Geld. Weiterhin muss sie das Schulgeld für die freie Schule nicht bezahlen, bekommt Sozialticket für den Bus etc. Für sie würde arbeiten wirklich kaum lohnen...

Auch ich überlege öfter ob es lohnen würde wenn ich mich auf Arbeitssuche begebe. Ok ich bekomme nix vom Amt und mein Mann verdient recht gut, aber das was ich mit einem Minijob einbringen könnte kann ich doch gewiss durchs knausern bald wieder sparen, sprich wir wären bei plus minus null. Ginge ich arbeiten hätte ich die Zeit zum knausern so nicht....

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Berta (IP-Adresse bekannt)
Datum: 26.05.2009 21:53

Auch wenn es manchmal stressig ist, alles (= Familie, Haushalt, beruf, Hobbys) unter einen Hut zu bringen, aber prinzipiell gehe ich gern arbeiten. Mir macht mein Beruf Freude und ich würde diesen Teil meines Lebens vermissen (nicht nur wegen des Geldes)

Offensichtlich stehe ich ziemlich alleine da, denn meist wird die berufliche Arbeit als schreckliches Muss zum Geld Verdienen angesehen. Eigentlich sollte es jedem möglich sein, jenen Beruf zu erlernen, der seinen Interessen und Fähigkeiten entspricht und somit auch erfüllen kann.

Mich bewusst von anderen aushalten zu lassen, ganz ohne Gegenleistung, könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Als Gegenleitsung sehe ich etwa Kinderbetreuung oder Unterstützung in der Familie (Pflege von Alten bzw. Kranken; Hilfe im Betrieb, ...). Wenn sich jeder darauf verlässt, dass die anderen (über den Umweg Staat) für einen sorgen, bricht unser soziales Netz zusammen. Und das sollte vor allem für jene da sein, die in Not sind - so lange, bis die Krise überwunden ist

Berta

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Manuela A. (IP-Adresse bekannt)
Datum: 27.05.2009 07:56

Hallo, Janine D.,

ich glaube, Berta hat Dich nicht ganz richtig verstanden. Es ist ja nicht so, dass Du Dich auf dem Rücken der Gesellschaft ausruhen willst. Du erhältst ja nix vom Amt, weil Dein Mann gut verdient. Du berichtetest von einer Bekannten.

Wenn Du die Janine bist, die in der Prignitz oder Umgebung ein Haus ausbaut und 2 kleine Kinder hat, dann kann ich Deine Überlegungen gut verstehen.

Mit einem sogenannten Mini-Job würdest Du 400 Euro verdienen. Davon mußt Du eventuelle Fahrtkosten oder gar Aufwendungen für ein 2. Auto abziehen. Ebenso die Kita-Kosten.

Ich selbst habe vor 2 Jahren meine selbständige Tätigkeit aufgegeben, weil die Krankheit meines Sohnes alles durcheinandergebracht hat und ich unser Leben in Ordnung bringen wollte. Und ich habe festgestellt, dass man durch bewußtes Planen, Einkaufen oder viel mehr Nicht-Einkaufen enorm viel spart. Ich habe Versicherungen (nicht den Schutz, sondern die Prämien) reduziert, weniger Kleidung gekauft oder gebrauchte genommen.

Die andere Seite ist, dass man sich ja über seine Arbeit identifiziert. Arbeit kann Spaß machen, man erhält eine Resonanz für sein Tun, in Geld und in Wertschätzung. Zu Hause dreht man sich immer um seine eigene Achse.

Wenn man "nur" zu Hause ist, Kinder und Hof versorgt, ist das meist schon genug an zeitlichem Aufwand. Arbeitet man dazu noch, kann das leicht in Stress ausarten, außer, man ist ein Organisationstalent.

Arbeit lohnt sich schon, wenn auch von einem Mini-Job fast nichts übrig bleiben würde, so tut es doch der Seele gut, vorausgesetzt, die ganze Familie versinkt durch Zeitmangel nicht im Chaos.

Liebe Grüße aus Berlin
Manuela

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: JanineD (IP-Adresse bekannt)
Datum: 27.05.2009 10:25

Hallo Manuela,
ja die Janine aus der Prignitz bin ich... genau das was Du am Ende schreibst ist ein ständiger Zwiespalt. Einerseits bin ich durch Kinder Hof und Hofprojekte zumindest vom Frühjahr bis Herbst zeitlich sehr ausgelastet.. anderseits fehlt mir irgendwo auch der Ausgleich oder das wissen mit meiner Hände Arbeit auch Geld zu erwirtschaften. Das soll zwar ab kommendem Jahr hier auf dem Hof durch Vermietung der Falll sein...

ich denke auch das man durchs durchdachte Sparen einiges an Geld "erwirtschaften" kann..

Avatar Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 27.05.2009 11:35

Ich habe anfang des Jahres auch Arbeitslose bezogen. Es ist halt immer so ein Ding. Man schielt ständig auf Freibeträge, Grenzen des Zuverdienstes, abziehbare Kosten. Irgendwie habe ich es als stressig empfunden.

Man soll nehmen, was einem zusteht. Ich bin da nicht für falsches Märtyrertum. Aber der Sozialstaat erkauft deine Abhängigkeit mit Kontrolle. Sie schleicht sich in dein Leben. Über alles mußt du berichten, jeden Zuverdienst melden, jeden Krankenstand alles.

Ich bin jetzt froh, dass die 20 Wochen rum sind, weil ich wieder alles zusagen kann, was mir Freude macht, ohne dass ich ständig denken muss: darf ich das! Verliere ich dann einen Anspruch!

Und es macht einfach stolz, wenn man selber was schafft und nicht als Bittsteller Geld abholen muss. Da tun mir die Arbeitslosen einfach leid!

Michi

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: delphinlilly (IP-Adresse bekannt)
Datum: 27.05.2009 23:55

Ich würde niemals freiwillig Arbeit gegen Arbeitslosigkeit tauschen und ich hoffe, daß ich das auch nie tun muß.

Irgendwie finde ich arbeiten weniger stressig als immer am Amt stehen zu müssen, dauernd Grenzen beachten zu müssen.

Alles Liebe
Delphinlilly

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Berta (IP-Adresse bekannt)
Datum: 27.05.2009 23:56

Manuela A. schrieb:

> ich glaube, Berta hat Dich nicht ganz richtig verstanden. Es ist ja
> nicht so, dass Du Dich auf dem Rücken der Gesellschaft ausruhen
> willst. Du erhältst ja nix vom Amt, weil Dein Mann gut verdient. Du
> berichtetest von einer Bekannten.
Ich habe nicht behauptet, dass sich Janine auf dem Rücken der Gesellschaft ausruht, sondern meinen Standpunkt zum bewussten nicht-arbeiten-gehen dargelegt.

> Mit einem sogenannten Mini-Job würdest Du 400 Euro verdienen. Davon
> mußt Du eventuelle Fahrtkosten oder gar Aufwendungen für ein 2. Auto
> abziehen. Ebenso die Kita-Kosten.
Kindergarten fällt so und so an und ist bei uns sozial gestaffelt. Ab Herbst ist je nach Bundesland zumindest das letzte Jahr vor der Schule gratis

> Ich selbst habe vor 2 Jahren meine selbständige Tätigkeit aufgegeben,
> weil die Krankheit meines Sohnes alles durcheinandergebracht hat und
> ich unser Leben in Ordnung bringen wollte. Und ich habe festgestellt,
> dass man durch bewußtes Planen, Einkaufen oder viel mehr
> Nicht-Einkaufen enorm viel spart. Ich habe Versicherungen (nicht den
> Schutz, sondern die Prämien) reduziert, weniger Kleidung gekauft oder
> gebrauchte genommen.
Solche Situationen habe ich klar aus meiner Kritik ausgenommen - ein krankes Kind pflegen, zur Therapie bringen, mit der Kasse um Bewilligungen streiten, ... sind Arbeit genug.

> Wenn man "nur" zu Hause ist, Kinder und Hof versorgt, ist das meist
> schon genug an zeitlichem Aufwand. Arbeitet man dazu noch, kann das
> leicht in Stress ausarten, außer, man ist ein Organisationstalent.
> Arbeit lohnt sich schon, wenn auch von einem Mini-Job fast nichts
> übrig bleiben würde, so tut es doch der Seele gut, vorausgesetzt, die
> ganze Familie versinkt durch Zeitmangel nicht im Chaos.

Die Entscheidung, wer wie viel aushäusig arbeitet, kann nicht nur rational (über die Geldfrage) entschieden werden, da muss auch die Komponente des Wohlfühlens berücksichtigt werden. Ganz egal, ob man in die Arbeitslose geschickt wurde und einen Job sucht bzw. vor der Entscheidung steht, ob man etwas annehemen soll oder ob man überlegt, den Job zu wechseln / zu kündigen. Eine für alle gültige Aussage kann's nicht geben

Berta

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Manuela A. (IP-Adresse bekannt)
Datum: 28.05.2009 08:03

Hallo Berta,

genau so habe ich es auch versucht zu erklären. Für geleistete Arbeit gibt es Geld. Sehr schön! Auch sehr wichtig ist, dass man sich mit seiner Arbeit identifizieren kann und sich wohlfühlt, auch wenn es manchmal stressig wird.

Kindergarten fällt vielleicht nicht zwangsläufig an, wenn die Kinder noch klein sind und evtl. zu Hause waren. Gehen die Kinder aber bereits in die Kita, wird sich durch die Erhöhung des Familieneinkommens um 400 € wahrscheinlich auch der Kita-Beitrag erhöhen. Wobei bei den Kindern das Gleiche gilt wie für die Mütter, die arbeitet oder nicht: Auch den Kindern tut der Austausch mit anderen gut. Sie haben Erlebnisse, sie lernen, und das bereichert.

Es ist nicht so einfach. Wenn man aber bereits überlegen kann, ob man mit Kindern arbeitet oder nicht, ist das ja eine Wahl. Und das finde ich toll.

Liebe Janine,

Deinen Zeilen entnehme ich, dass Du mit Deiner Hände Arbeit Geld erwirtschaften willst. Also, wenn ich mir Eure Internet-Seite so ansehe, dann tust Du das bereits. Wer sich so eine große Aufgabe vorgenommen hat - den Aufbau eines Ferienbauernhofes - und dazu noch Kinder großzieht und den Haushalt bewältigt.....also, das ist bewundernswert. Du schaffst ja bereits mit Deiner Hände Arbeit die Grundlage dafür, dass in absehbarer Zukunft die Urlaubsvermietung starten kann.

Aber ich kenne das: wenn man zu Hause ist, hat man irgendwie das Gefühl, man müßte noch mehr machen oder irgendwas fehlt, auch wenn man eigentlich rund um die Uhr zu tun hat.

Die Entscheidung ist nicht einfach!

Liebe Grüße....Manuela

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: JanineD (IP-Adresse bekannt)
Datum: 28.05.2009 12:59

die Kinder gehen bisher ja noch nicht in den Kindergarten, sie sind ja erst 2 Jahre.. ich müsste also damit es lohnt etwas finden wo ich mehr als die Kindergartengebühren verdiene oder was in den übrigen Zeiten liegt.. das ist hier in der Gegend mehr als schwer...

@ Manuela, ja das stimmt. Auch wenn ich von 7 bis 21 Uhr beschäftigt bin mit Kindern Haushalt Helfern Hof Tieren etc.. dennoch fehlt mir das Geld erwirtschaften, auch wenn ich ja mit vielen Arbeiten die ich verrichte den Grundstein dafür lege.. aber irgendwie ist das in meinem Kopf noch nicht so ganz angekommen. Vielleicht muss ich einfach mehr an meiner Einstellung arbeiten...

das Beispiel oben ist von einer Bekannten die ALG 2 ergänzend bezieht und solche Aussagen habe ich schon öfter gehört.. irgendwo kann ichs schon nachvollziehen...

wenn ich sehe das meine Nachbarin wo beide Elternteile daheim sind das Kleinkind in die Kita geben konnten fast kostenlos und ich hier manchmal mit den beidem auf dem Zahnfleisch krieche aber wir die hohen Kosten für die Kita derzeit nicht ausgeben wollen oder können)

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29.05.2009 09:12

Zitat:
Aber der Sozialstaat erkauft deine Abhängigkeit mit Kontrolle. Sie schleicht sich in dein Leben. Über alles mußt du berichten, jeden Zuverdienst melden, jeden Krankenstand alles.

Beim Amt arbeitslos gemeldet zu sein, das ist so etwas wie offener Strafvollzug. Man ist wie ein Gefangener. Nicht unerlaubt von der Wohnung entfernen (mal paar Tage verreisen), immer erreichbar sein, Nachweise für Bewerbungen erbringen, antraben bei Werbe- und Rekrutierungsveranstaltunegn von Leiharbeitsfirmen im Hause der Arbeitsagentur u.s.w.

Avatar Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Sphinx (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29.05.2009 19:36

Also so müssten sie es ja auch nicht machen. Es ist ja nicht so, dass es genügend Jobs gibt. Sie haben ganz einfach nichts, also sollen sie nicht so tun, als ob man tausend tolle Jobangebote versäumen würde, wenn man mal für eine Woche wegfährt. Es geht nur darum, Arbeitslose zu kriminalisieren. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Reichen nicht nur auf die Armen heruntersehen, sondern sie aktiv hassen. Ich wette, der Guttenberg mokiert sich in seinem Golfclub über seine Putzfrau: "Stell dir vor, die wollte doch tatsächlich 50 Cent mehr pro Stunde - der hab ichs aber gegeben! Die kann sich was neues suchen." Alles Schikane.

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29.05.2009 20:53

Zitat:
Alles Schikane.

Sinn und Zweck der Tätigkeiten und Forderungen der "Arbeitsvermittler" ist es, Gründe für Leistungskürzungen oder Leistungsentzügen zu finden. Alles andere ist nur Theater.

Ich sage ja immer, die Arbeitslosen (die lang genug gearbeitet, sprich eingezahlt, haben) sollen bei Arbeitslosigkeit ihr Arbeistlosengeld kriegen (1 Jahr) und zwar weitgehend bedingungslos. Wie oft die sich bewerben oder welche "Vermittlunhgsvorschläge" sie ablehnen ist deren Bier, sollte keinen Einfluß auf die Höhe des Bezuges haben. Der Staat kann dann die Arbeitsamtbüros ausmisten, das Personal ausdünnen.

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Ede (IP-Adresse bekannt)
Datum: 04.06.2009 13:17

JanineD schrieb:
[...]

> Auch ich überlege öfter ob es lohnen würde wenn ich mich auf
> Arbeitssuche begebe. Ok ich bekomme nix vom Amt und mein Mann verdient
> recht gut, aber das was ich mit einem Minijob einbringen könnte kann
> ich doch gewiss durchs knausern bald wieder sparen, sprich wir wären
> bei plus minus null. Ginge ich arbeiten hätte ich die Zeit zum
> knausern so nicht....


Hallo!

Dies auch bei uns ein heißdiskutiertes Thema smiling smiley

Natürlich sollte auch dem Partner der zu Hause ist und sich um die Kinder kümmert, die Möglichkeit haben erwerbstätig zu sein. Es gibt -zig Gründe warum dies positiv ist, aber das es sich finzanziell lohnt, wage ich zu bezweifeln! Nicht zu vergessen die "mentale" Energie, die in diese Aufgabe abfließen und im privaten Umfeld fehlen...

Interessanterweise sprechen uns viele Bekannte auf dieses Thema an!

Kostengegenüberstellung:

- Ich müsste meine volle Stelle mindestens auf eine 3/4 Stelle reduzieren
- Ganztagsbetreuung/Ganztagsschule für 3 Kinder
- Einstellung Haushaltshilfe
- Notfalllösung, falls eines der Kinder krank ist
- Fahrtkosten zur neuen Arbeit
- ggf. 2. Auto
- usw.

Dies alles ist doch Stress pur! Wehe einer muss mal länger arbeiten - dann kommt das System ins Wackeln. Damit sich das lohnt, müssen beide Partner (nach meiner Meinung) Vollzeit arbeiten. D. h. die Kinder müssten ca. 9 h am Tag fremdbetreut werden - das ist nicht unsere Definition vom Familienleben und Elternsein....

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: PetraLustig (IP-Adresse bekannt)
Datum: 04.06.2009 15:42

Ich kann der Meinung von Ede nur zustimmen.

Inzwischen sind meine Kinder längst selbst Eltern und machen es zum Glück anderst. Ich habe immer ganztags gearbeitet - gerne, aber auch gezwungenermaßen. Die Alternative wäre Sozialhilfe gewesen. Im Rückblick habe ich aber viel verpasst - damit haben meine Kinder kein Problem, ich aber schon.

Was ich seit längerem sehr unschön finde, ist die Streiterei zwischen den Frauen. Eine berufstätige Frau kann eine bessere Mutter sein, als eine, die den ganzen Tag vor der Glotze sitzt mit ihren Kindern.

Mir tun jedenfalls die Würmchen leid, die morgens um 7.00h schon zum Hort gebracht werden.

Natürlich müssen wir alle unsere Rechnungen bezahlen, aber wer die Wahl hat soll es sich gut überlegen.

Liebe Grüße
Angelika

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: ladolcevita (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13.06.2009 21:02

zur Zeit bin ich noch daheim und lebe vom ALG2
auch wenn es finanziell für mich nichts bringt ( bessere Kleidung+Frisur, Kantinenessen, Fahrten zum Arbeitspaltz, Weiterbildung, Kinderbetreuung,...) freue ich mich schon auf die Erwerbsarbeit - ich habe nun jahrelang Hausfrau gespielt, mich ehrenamtlich engagiert und trotzdem nie die körperliche UND geistige Auslastung erhalten, die ich hatte als ich noch arbeitete

von der nicht existierenden Anerkennung fürs Erziehen, vorlesen, wickeln, putzen, kochen....ganz zu schweigen
da nutzt auch das Ehrenamt nichts ....

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: ciutat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13.06.2009 23:17

@ladolcevita
Schade, dass du deine Familienarbeit und dein Ehrenamt despektierlich als „Hausfrau spielen“ abtust. Sei doch stolz auf deine Leistung, denn wenn wir Frauen uns nicht selbstbewusst und mutig genug hinstellen und Anerkennung für unsre unbezahlten Leistungen fordern, wer dann?

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: ladolcevita (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13.06.2009 23:49

ciutat schrieb:
> @ladolcevita
> Schade, dass du deine Familienarbeit und dein Ehrenamt despektierlich
> als „Hausfrau spielen“ abtust. Sei doch stolz auf deine Leistung, denn
> wenn wir Frauen uns nicht selbstbewusst und mutig genug hinstellen und
> Anerkennung für unsre unbezahlten Leistungen fordern, wer dann?


ich empfinde es aber nicht als Leistung - nicht vom Aufwand und auch nicht vom Respekt der mir und den anderen Frauen entgegengebracht wird ( habe jahrelang gedacht das sei so ein Gezicke unter Frauen - nein, keine ist wirklich zufrieden mit dem bißchen (finanzieller und kollegialer) Anerkennung - schade aber war.
für mich ist das Ehrenamt nichts besonderes, nichts was in meinem Bekannteskreis erzählenswert, weil nicht hörenswert ist, mein Mann sieht es gar als vergeudete Zeit

finde es schade, doch meist ernte ich nur Kopfschütteln,
ich könnte doch in den Sportverein, was mit den Kindern machen, satt meine Zeit für Fremde zu vergeuden......

Avatar Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 14.06.2009 12:05

Hi dolcevita,
wenn du das, was du für deine Familie tust, selbst nicht als Leistung empfindest -dann tu es doch mal 3 Tage oder eine Woche nicht und schau dir an, was dann entsteht. Rechne mal nach, was es kosten würde, wenn diese Arbeit durch Leute von außerhalb erledigt werden müßte - dann weißt du, was deine Arbeit wert ist.

Mir scheint, du stufst deine ehrenamtliche Arbeit höher ein als deine Hausfrauentätigkeit - damit trägst du dazu bei,wenn Hausfrauenarbeit so wenig gilt.
Wenn du deine Tätigkeit als gering einschätzt, werden die anderen sie nicht höher bewerten ,das gilt sowohl im bezahlten als auch im unbezahlten Bereich!!!

liebe Grüße
Lehrling

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 14.06.2009 15:55

Da kann ich Lehrling nur zustimmen. Wir selbst sind es, die den Wert der Haus-Arbeit festlegen.
Als "Hilfe" kannst du ja nur mal den normalen "Lohn" einer Haushaltshilfe an dich selber ausbezahlen. Die Stunde 10-€ +Fahrtgeld.
Dann miss einmal wieviele Stunden du brauchst um z.B., die Wohnung durchzuputzen oder falls Garten vorhanden, die tägliche Routinearbeit dort braucht.
Da wirst du staunen, wie reich du werden würdest.
Wenn du für jede Information, die du deinen Lieben gibst genausoviel verbuchst wie ein Coach....
Also nur die Zeit berechnest die du verbringst um nach Problem-Lösungen zu suchen....
Solltest du dich um die Finanzen kümmern...
Babybetreuung...
Kranken- Pflege....kostet bei uns Mindestens 5€/Stunde...
Das rechnen wir nicht!!!
Korrekt ist , wenn du dann auswärts für Lohn arbeitest, dass du ALLE Kosten dieser Tätigkeit gegenrechnest.

Es ist für mich eine Frage der Definition.Kann /Will ich mir den Luxus leisten und daheimbleiben? Bin ich mir das wert?
Natürlich brauche ich dann eine soziale Absicherung. Wenn ich aber meine Arbeitskraft für eine Familie (Kinder= zukünftige Systemerhalter) und den Gatten erbringe, dann denke ich, habe ich auch Anspruch darauf.
Ich habe auch meine berufliche Position aufgegeben, als sie nicht mehr mit den Kindern kompatibel warwinking smiley ..vor allem nicht mehr mit meinem Bedürfnis nach Lebensqualität
Man muss sich nur klarmachen wo man seine Prioritäten haben will.

Liebe Grüße
Hilde
Dieser Beitrag ist fehlerfrei; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Maggie (IP-Adresse bekannt)
Datum: 16.06.2009 10:05

Meine damalige Kollegin und ich (wir haben beide 3 Töchter) haben vor 20 Jahren verschiedenen Wege eingeschlagen. Sie hat gekündigt, ich bin nach einigen Jahren zuerst halbtags und nun wieder vollbeschäftigt in eine relativ anspruchsvolle Tätigkeit eingestiegen. Wirklich zufrieden waren wir beide nicht mit unserem Weg. Da ihr Mann nun kurzarbeiten muss, ist das Geld ziemlich knapp und sie hat eine schlecht bezahlte wenig qualifizierte Teilzeitarbeit annehmen müssen. Ihren Töchtern schlägt sie nun "meinen" Weg vor. Ich sehe das differenzierter, "mein Stress" war sicher gesundheitsschädlich, finanziell ging/geht es mir aber sehr gut. Das Pflegen von Haushalt und Freundschaften hat aber enorm gelitten.
Eine Reduktion von Stunden wird leider nicht genehmigt (außer bei kleinen Kindern). Nun arbeite ich praktisch viele Stunden für Geld, das ich eigentlich nicht brauche. Mit dem Studium der Kinder wird sich das allerdings wieder ändern. Ein Anrecht auf Stundenkürzung ohne Lohnausgleich wäre mein Vorschlag, das könnte auch Arbeitsplätze schaffen. Leider noch Illusion.

LG
Maggie

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: JanineD (IP-Adresse bekannt)
Datum: 16.06.2009 22:37

Zitat:
ich habe nun jahrelang Hausfrau gespielt, mich ehrenamtlich engagiert und trotzdem nie die körperliche UND geistige Auslastung erhalten, die ich hatte als ich noch arbeitete

also um die körperliche Anstrengnung zu fühlen wäre arbeiten das letzte was ich bräuchte ;-)

traurig das Deine Umwelt Dir so wenig zeigt das es super ist was Du leistest... bei mir ist es nur ein Kopfproblem.. mein Mann weiss schon was ich daheim mit den Kindern, Haushalt Hof und Gästen leiste.. und auch durch mein Ehrenamt erfahre ich viel Zuspruch was mir sehr gut tut..

warum nur ist es für einige viel erfüllender sich für jemand anderes aufzuopfern und zu arbeiten und die eigenen Kinder in der Zeit fremdbetreuen zu lassen?

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 16.06.2009 22:52

Zitat:
JanineD
warum nur ist es für einige viel erfüllender sich für jemand anderes aufzuopfern und zu arbeiten und die eigenen Kinder in der Zeit fremdbetreuen zu lassen?

..weil ersteres weniger anstrengend ist, das Ego poliert und das Helfersyndrom befriedigt und 2. man dann bzgl. der Kinder einen "Sündenbock " hat, wenn es nicht so läuft, wie man es gerne wunschgemäß hätte,aber selber auch nicht kann.
.. seine Nerven schont (Trugschluss)grinning smiley

Liebe Grüße
Hilde
Dieser Beitrag ist fehlerfrei; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: ladolcevita (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.06.2009 22:05

JanineD schrieb:

> warum nur ist es für einige viel erfüllender sich für jemand anderes
> aufzuopfern und zu arbeiten und die eigenen Kinder in der Zeit
> fremdbetreuen zu lassen?

weil einige dann unabhängig von Sozialleistungen sind und sich nur noch gegen den Vorwurf eine Rabenmutter zu sein wehren müssen

Re: Lohnt es sich arbeiten zu gehen?
geschrieben von: JanineD (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.06.2009 22:21

ladolcevita schrieb:
> JanineD schrieb:



> > warum nur ist es für einige viel erfüllender sich für jemand
> anderes
> > aufzuopfern und zu arbeiten und die eigenen Kinder in der Zeit
> > fremdbetreuen zu lassen?



> weil einige dann unabhängig von Sozialleistungen sind und sich nur
> noch gegen den Vorwurf eine Rabenmutter zu sein wehren müssen

ja es ging mir ja dabei nicht um jene die sonst Sozialleistungen beziehen müssten.. sondern um jene die abesichert sind... ich selbst habe auch lange daran arbeiten müssen mich und meine Leistung anzuerkennen und als gleichwertig zum arbeitenden Partner zu sehen...(gelingt mir meist, aber nicht immer)

Traumjob Hausfrau! Das wäre doch was für richtige Männer!
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 19.06.2009 20:29

Die millionen Frauen, die sich mehr schlecht als recht durch das Berufsleben schlagen, also, hat da sich wenigstens die eine oder andere mit der Hand an die Stirn geschlagen und sich gesagt: Mensch, wie schön doch der Beruf Hausfrau ist: Finanzmanagement, Kindererziehung, Abteilung Ordnung und Sauberkeit, Kochen (fetzt doch! Oder!?), wunderbare Gartenarbeit u.s.w. - das bei halbwegs freier Zeiteinteilung und Pausen nach Gusto... Warum nur sind die Frauen so sau-blöd und wollen "Karriere" und sei es in der Fabrik am Fließband oder an der Kassa... oder im Büro ärgern lassen...

Ich würde so gerne mal die Rollen tauschen: ich mache den Haushalt und alles was noch so mit dranhängt und die Frau darf ARBEITEN gehen, darf "Karriere" machen... Die Frau darf meine Rente erarbeiten.
Ich würde sie auch so richtig schön verwöhnen und exzellent bekochen...

Schade, daß dies nicht so einfach geht, so ein 100%iger Rollen- äh, Aufgabentausch. Oder kann mich jemand vermitteln? grinning smiley

Re: Traumjob Hausfrau! Das wäre doch was für richtige Männer!
geschrieben von: ladolcevita (IP-Adresse bekannt)
Datum: 19.06.2009 20:49

Wasserprediger schrieb:

> Ich würde so gerne mal die Rollen tauschen: ich mache den Haushalt und
> alles was noch so mit dranhängt und die Frau darf ARBEITEN gehen, darf
> "Karriere" machen... Die Frau darf meine Rente erarbeiten.
> Ich würde sie auch so richtig schön verwöhnen und exzellent
> bekochen...

> Schade, daß dies nicht so einfach geht, so ein 100%iger Rollen- äh,
> Aufgabentausch. Oder kann mich jemand vermitteln? grinning smiley

Tja, würden Männe kinder kriegen wäre ich wohl nie aus dem Berufsleben ausgestiegen...da dem aber nicht so ist und ich um ein vielfaches mehr Geld verdiene und auch erhalte ;-) als mein männlicher Partner, ist der Aufgabentausch in nächster Zeit bei uns wohl zu 80% vollzogen...

Re: Traumjob Hausfrau! Das wäre doch was für richtige Männer!
geschrieben von: ciutat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20.06.2009 20:03

Ich gebe es zu, ich gehöre nicht zu den Powerfrauen die Beruf, Kindererziehung, Haushalt und Garten problemlos unter einen Hut brachten. Irgendwann wurde mir der tägliche Stress zuviel und ich habe gekündigt. Seither bin ich Vollzeit-Hausfrau, finde es tatsächlich ein Traumjob und möchte mit niemandem tauschen.

Leider ist es heute so, dass eine Berufstätigkeit ausserhalb der Familie nicht als eine Möglichkeit, sondern als ein erstrebenswertes Soll betrachtet wird. Wer sich die Doppel- und Dreifachbelastung nicht antun will, wird als ‹Nur-Hausfrau›, ‹Heimchen am Herd› oder faul beschimpft. Doch Erwerbstätigkeit bedeutet nicht automatisch Selbstverwirklichung und Karriere schon gar nicht.

Doch wie alles im Leben hat auch der Traumjob Hausfrau ihre Schattenseiten: Wer sich vollamtlich dem Haushalt und den Kindern widmet verdient kein eigenes Geld und hat wenig gesellschaftliche Anerkennung, weil Familien- und Hausarbeit systematisch abgewertet wird, obwohl sie nicht weniger wertvoll ist als irgendeine andere Arbeit. Schade eigentlich, denn mit einem besseren Image der Hausfrauenarbeit würde man vielleicht auch mehr Männer für den Haushalt begeistern (siehe oben). Dann wären die Frauen nicht mehr so gestresst und ......

LG ciutat

Avatar Re: Traumjob Hausfrau! Das wäre doch was für richtige Männer!
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20.06.2009 21:47

Der Kollege Wasserprediger ist Romantiker, das habe ich gar nicht gewußt.
Freie Zeiteinteilung - ach erzähl mal das einer Mutter mit Kindern.

Es ist wahr, dass der Streß einer Hausfrau und Mutter anders gelagert ist als der meist punktuelle auf Termine hin ausgerichtete Streß in Firmen. Der stete Tropfen höhlt den Stein aber auch. Wenig Schlaf, wenig Anerkennung, dauernd das gleiche, wenig Herausforderung ...

Das schlimmste finde ich aber die erzwungene Abnabelung von der Welt. Wenn man arbeiten geht, trifft man immer Leute und hält es für das Himmelreich mal keinen zu sehen. Hausfrauen sind zu Hause, werken zu Hause und treffen so niemanden. Es sei denn sie organisieren sich das, jemanden zu treffen. Hausfrau der Job für Autisten - würde ich mal sagen.

Ich muss für mich sagen: die Mischung bringt es. Hier Hausfrau und Mutter, wo ich doch meine Nischen gefunden habe, wo ich experimentieren kann, da ein kleiner Job mit Einkommen UND Pensionsversicherung.

Denn das ist ja einer der größten Stressfaktoren - die Abhängigkeit von einem Versorgen. Das mag keiner, außer ausgeprägten Masochisten.

Michi

Re: Traumjob Hausfrau! Das wäre doch was für richtige Männer!
geschrieben von: Darina (IP-Adresse bekannt)
Datum: 22.06.2009 09:59

Hausfrau als Traumjob? Ich würde ihn nicht als Job bezeichnen eher als Ehrenamt. Es wird nichts bezahlt und das bei einer ich denke oft 24 Stundenschicht. Bei all den vielfältigen Arbeitsbereichen wie Köchin, Erzieherin, medizinische Pflegekraft, Haushälterin, Putzfrau, Reinigungsmitarbeiterin, Fensterputzerin, Finanzmanagerin vielleicht noch Gärtnerin und vieles andere mehr würde jeder Arbeitnehmer Zuschläge und Sonderzulagen fordern. Das alles mit 100% rund um Verantwortung für alles, ganz ehrlich ich würde diesen Job nicht machen wollen und habe großen Respekt für die Menschen die ihn ausüben.
Ich bin zwar zur Zeit nicht berufstätig aber alles alleine machen und dann noch den Mann (der meine private Rentenabsicherung und meine Krankenkassenbeiträge zahlt) köstlich bekochen bekomme ich nicht auf die Reihe.

LG Darina

Avatar Re: Traumjob Hausfrau! Das wäre doch was für richtige Männer!
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 22.06.2009 20:32

Naja, man muss ja nicht alles zur Perfektion treiben, dann bleiben genug Nischen für einen selber.

Und für den Ehemann gilt: wer nichts zahlt, hat auch nichts anzuschaffen.

Michi

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