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Finanzen : Knausererforum
Geldfragen oder wie man mit möglichst wenig davon auskommt, Geldalternativen
Avatar Was tun mit 100.000 EUR?
geschrieben von: orinoco (IP-Adresse bekannt)
Datum: 27.11.2015 14:31

Durch einen Beitrag in einem Blog über Herausforderungen der Energiewirtschaft in der Zukunft, speziell den Umstieg von fossilen Energieträgern auf nachhaltige, solare Energieträger, bin ich auf das Thema Elektroauto "Tesla" gestossen. Ein "Tesla"-Auto ist für technikbegeisterte eine faszinierende Sache, die nur einen Haken hat: der Preis. Mit ein paar Extras sind schnell 100.000 EUR zusammen, dafür ist das der ultimative Sprung ins Zeitalter der Elektromobilität. Ich hab mir kürzlich erst mal ein Pedelec gekauft, aber das Thema "Tesla" lässt mich nicht los. Nur bei 100.000 EUR "nur" für ein Auto um von A nach B zu kommen, da rollen sich mir als Knauserer die Zehennägel hoch. Es gibt gute Gründe, dass Tesla-Motors solche Luxuswagen produziert, denn sie müssen damit gegen die Automobil-Erdölmafia im wahrsten Sinne des Wortes anstinken, aber ein wirklich sauberes Auto für Otto Normalverbraucher ist es nicht. Aber mal angenommen man hätte das Geld, was könnte man damit Sinnvolleres kaufen als einen Tesla?
Wichtig, nicht irgendwas, sondern es sollte schon ein umweltfreundliches, privates Investement im "Tesla"-Sinn sein, das fossile Energieträger einspart oder ganz ersetzt oder zur umweltfreundlichen Mobilität beiträgt und nicht die e-mobilitätsverhindernde Automobil-Erdöl-Mafia fördert. Ein bisschen absurd darf es aber sein, aber eben auch irgendwie knausrig, dass das Geld nicht einfach mit irgendwelchem Konsum zum Fenster rausgeworfen wird, sondern einen echten Nutzwert bietet.
Meine bisherige Hit-Liste:
- 14 Jahre Bahnfahren unlimited (Bahncard 100, 1. Klasse)* + Faltpedelec
- 24 Jahren Bahnfahren unlimited (Bahncard 100, 2. Klasse)* + Faltpedelec
- ein Einfamilienhaus (Altbau) energetisch komplett luxussanieren incl. Pedelecs und komplettem Austausch aller E-Geräte
- Umbau eines Stinker-Autos zu einem E-Mobil (ca. 20.000 EUR) und Strom für 1.280.000 km. (0,25EUR/kWh - 25kWh/100km)
- Tesla-Aktien kaufen?

Weitere Ideen?


* Die Bahn garantiert inzwischen auch 100% Ökostrom.

Re: Was tun mit 100.000 EUR?
geschrieben von: jpd (IP-Adresse bekannt)
Datum: 28.11.2015 23:26

Hallo!

orinoco schrieb:
> Es gibt gute Gründe, dass Tesla-Motors
> solche Luxuswagen produziert, denn sie müssen damit gegen die
> Automobil-Erdölmafia im wahrsten Sinne des Wortes anstinken, aber ein
> wirklich sauberes Auto für Otto Normalverbraucher ist es nicht.

Es gibt in jeder Fahrzeugklasse Elektro- oder Hybridautos, es muß kein Tesla sein. Die E-Technologie ist aber nach wie vor recht teuer, und der Kunde muss bereit sein, dafür tiefer in die Tasche zu langen. Da liegt Teslas Geschäftmodell mit Luxusautos nahe, denn die Zielgruppe kann sich das leisten.

Das Märchen von der bösen Automobilindustrie, die Elektroautos klein halten will täuscht nur darüber hinweg, dass man für Elektromobilität nicht nur die Fahrzeuge braucht. Und bei der notwendigen Infrastruktur tun die Verantwortlichen inkl. Gesetzgeber wesentlich weniger als die Autohersteller. Wer von denen pennt, gräbt sich nämlich sein eigenes Grab.

Wenn von denen einer heute in der Lage wäre, die Technologie günstiger anzubieten, er würde sich sofort den Markt unter den Nagel reißen. Am Ende ist es also das Geld, was die Kunden bereit sind zu zahlen. Oder aber auch nicht. Hybrid Golf gabs schon vor 20 Jahren, und wir fahren nicht alle Toyota Prius. Ist also nicht immer nur die böse Automafia, sondern der knauserige Kunde.

Ach ja, der "umweltfreundliche" Strom muss dann auch irgendwo umweltfreundlich herkommen...

Grüße
Jens



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.11.15 23:27.

Avatar Re: Was tun mit 100.000 EUR?
geschrieben von: orinoco (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29.11.2015 11:46

jpd schrieb:
> orinoco schrieb:
> > Es gibt gute Gründe, dass Tesla-Motors
> > solche Luxuswagen produziert, denn sie müssen damit gegen die
> > Automobil-Erdölmafia im wahrsten Sinne des Wortes anstinken, aber ein
> > wirklich sauberes Auto für Otto Normalverbraucher ist es nicht.
> Es gibt in jeder Fahrzeugklasse Elektro- oder Hybridautos, es muß kein
> Tesla sein. Die E-Technologie ist aber nach wie vor recht teuer, und
> der Kunde muss bereit sein, dafür tiefer in die Tasche zu langen. Da
> liegt Teslas Geschäftmodell mit Luxusautos nahe, denn die Zielgruppe
> kann sich das leisten.
> Das Märchen von der bösen Automobilindustrie, die Elektroautos klein
> halten will täuscht nur darüber hinweg, dass man für Elektromobilität
> nicht nur die Fahrzeuge braucht. Und bei der notwendigen Infrastruktur
> tun die Verantwortlichen inkl. Gesetzgeber wesentlich weniger als die
> Autohersteller. Wer von denen pennt, gräbt sich nämlich sein eigenes
> Grab.
> Wenn von denen einer heute in der Lage wäre, die Technologie günstiger
> anzubieten, er würde sich sofort den Markt unter den Nagel reißen. Am

Das kann man auch ganz anders sehen, wie im verlinkten Artikel: Die Automobil-Erdölmafia hat schon einmal - auf Druck der Gesetzgebung in Kalifornien - ein brauchbares Elektroauto entwickelt, nachdem es aber gelungen war, diese Gesetzgebung rückgängig zu machen, wurden sie alle zwangsweise verschrottet. ("Warum das Elektroauto sterben musste"). Erst seit es den Druck von Tesla gibt, gibt es ein nenneswertes, aber immer noch unattraktiveres Angebot an Elektroautos: zu teuer und und zu wenig Reichweite um auf dem "normalen" Automarkt Käufer zu finden. Ein Tesla ist zwar immer noch ein teures, (in der Produktion) "schmutziges" Luxusauto, aber in der Käuferschicht überholt es in jeder Hinsicht die Konkurrenz.
Und wenn Tesla die Automobilindustrie zwingt Gemüse zu fressen, dann zwingt Tesla die Erdölindustrie Rasierklingen zu fressen. Automobilkonzerne verlieren zwar mit dem Verbrennungsmotor ihre Kernkompetenz, aber sie können weiter Autos bauen. Wer Erdöl produziert verliert alles.

> Ende ist es also das Geld, was die Kunden bereit sind zu zahlen. Oder
> aber auch nicht. Hybrid Golf gabs schon vor 20 Jahren, und wir fahren
> nicht alle Toyota Prius. Ist also nicht immer nur die böse Automafia,
> sondern der knauserige Kunde.

Der befindet sich im gleichen betriebswirtschaftlichen Dilemma bzw. man kann schon von Stockholmsyndrom sprechen: es geht (gefühlt) ums Überleben.
Nur weil das fossile Erdöl so schön billig ist und die Kosten dafür auf die Zukunft abgewälzt werden funktioniert das.
Und wie auf der Osterinsel ist man bereit den letzten Baum abzuhacken, wohlwissend, dass keiner mehr nachwächst.

> Ach ja, der "umweltfreundliche" Strom muss dann auch irgendwo
> umweltfreundlich herkommen...

Hierzulande kann man ja schon Ökostrom beziehen. Und Tesla ist nicht ohne Grund auch in der Solarbranche aktiv, denn ein Elektroauto entfaltet erst dann sein volles Potential wenn es mit Ökostrom fährt.



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