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Philosophie : Knausererforum
der Genügsamkeit / des Knauserns, Gedanken zum Nachdenken über das Knausern, den einfacher Lebensstil, Ziele, Lebensgestaltung, Träume, Utopien
Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: zurück_zur_Natur (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.11.2012 11:09

Hallo zusammen

Mir gehen so Gedanken durch den Kopf wie man das Leben noch mehr
vereinfachen kann also auch die ausseren umstände ?
was barucht man wirklich zum Leben ?
Ich würde mich gerne mit auch daüber austauschen was für euch einfaches Leben bedeutet z.b was ist euch wichtig und gibt euch ein gutes Gefühl dabei
Liebe Grüsse

zurück_zur_Natur

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Scrooge (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.11.2012 11:48

Was man zum Leben wirklich braucht? Essen!

Bedeutet für mich der weitgehende Verzicht auf jegliche Fertignahrung. Zurück zu den Anfängen und den Grundnahrungsmitteln – Kartoffeln, Nudeln, Reis. Ist gesünder und natürlich auch viel billiger. Leider bin ich aber nicht als Koch geboren worden und leider hab ich mir auch früher nie was zuhause in der Küche abgeschaut. Deswegen bin ich heute nur ein Anhänger der einfachen bis einfachsten Küche. Nichtsdestoweniger ist das Kochen und die Zubereitung von Nahrung ein Kulturgut, das aber immer mehr verkommt, zumindest in den Industrienationen. Die jungen Leute heute bekommen das oftmals gar nicht mehr mit auf den Weg und interessieren sich auch nicht dafür.

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.11.2012 18:09

Das kommt drauf an, was du dir vom Leben erwartest.Welchen Sinn es für dich hat und welche Aufgabe du dir zugeteilt hast.

Der Körper braucht Energie in Form von Lebensmitteln, Licht, Wasser und Wärme.
Ein Dach über dem Kopf und Bekleidung.
Die Seele und der Geist haben ihre eigenen Bedürfnisse.

Das alles geht leichter in einem sozial intaktem Umfeld.
Um dir das alles zu ermöglichen brauchst du in unseren Landen mehr oder weniger finanzielle Mittel die du dir mit deinen Möglichkeiten eben beschaffen musst.
Und irgendwann ist mit der Vereinfachung eben Schluss.

Liebe Grüße
Hilde
Dieser Beitrag ist fehlerfrei; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: bani (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.11.2012 13:12

wie hilde schon schrub, essen, dach und warm habenthumbs up

bei uns gibt es absolut keine fertiggerichte und wenn es noch so bequem ist.
wir haben den weg des einfachen lebens bewusst eingeschlagen und fühlen uns so wohl wie wir beide es vorher nie kannten (geistig meine ich )

ein beispiel: uns ist vor ca. 10 tagen der e-durchlauferhitzer abgebrannt und seitdem haben wir kein warmwasser aus der leitung, nur das ca. 6 grad kalte der quelle.
ich baue zwar wieder einen neuen, stärkeren ein, aber man glaubt es nicht daß ist eine umstellung von 2 tagen und man gewöhnt sich daran.
warmwasser haben wir immer am tischherd stehen und für das badewasser brauchen wir ca. 1,5 std.

bis mein installateur zeit hat den neuen anzuschliessen bleibt das so.

auch bei unserem ungetüm von meller ofen den ich komplett restauriert habe kommt noch eine umhüllung mit klinkerziegeln, das gewicht wird ca. 800kg speichermasse + 250kg vom ofen betragen, damit heize ich 1-2x am tag ein und gut ist, spart ca. 50% des bisherigen holzverbrauches.

aber es stimmt, ab einem gewissen level kann man nicht mehr vereinfachen.

Lieben Gruß; bani

---------------------------------------------------------
hier sollte etwas stehen, aber ich hab's vergessen

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: zurück_zur_Natur (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13.11.2012 19:02

Hallo und vielen Dank für eure schnellen antworten :-)
Ich denke schon auch das das zurück zu den Wurzel wichtiger den je ist.
Sich bewusst sein wer man ist was man ist z.b wenn man die Natur geobachtet wie alles seine Reihenfolge hat da kann man nur staunen
aber ich denke es ist lernbar ;-) Also ich bin mir wesentlich mehr bewusst als früher

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Cephalotus (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.11.2012 12:37

Ein anderer Denkansatz:

Einen kleinen gepackten Rucksack, den Reisepass und eine Kreditkarte mit ausreichend Geld und 80% der Welt stehen Dir offen.

Gerade als Rucksackreisender wird einem bewusst, wie wenige "Dinge" man eigentlich braucht. Ohne Geld wird's allerdings schwerer...

mfg

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Manfred Alberti (IP-Adresse bekannt)
Datum: 23.12.2012 09:33

moin,
die Kreditkarte ist (für mich) ein ausgelagerter, großer Rucksack, der das Leben nicht gerade erleichtert.

Das wichtigste zum Leben ist Luft. Was sich platt anhört, hat aber einen bedeutsamen Hintergrund.
Luft ist noch Allmende, commons. Beim Wasser wirds schon enger.

Die Vorstellung, dass allen alles gehört (dass uns alles geliehen wurde), hat keinen leichten Stand.

tschüs. Manfred

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: zurück_zur_Natur (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.01.2013 11:48

hab nochmals meinen Beitrag durchgelesen :-)
Also das mit der Kreditkarte ist so ne sache man will sie nicht aber ist sie dennoch praktisch.
Da bin ich noch etwas hin und her gerissen
ich hab auch kein Bedürfnis ein gläsener Bürger zu sein ;-)
aber das ganze Geld abheben?
oder nur das was man braucht eye rolling smiley
aber wie weiss man wie viel man braucht
wenn ich denke ich steh im Laden und kaufe meine grundartikel ein und seh dann ein schnäppchen wo ich wirklich brauchen kann oder was ist halb Preis was sonst teuer ist da muss man dann schon aufpassen das das Geld reicht
was bei mir auch schon der fall war das es nicht ausgereicht hat
und die Kreditkarte(kann man nicht überziehen ist nur das was drauf ist verfügbar)gebrauchen müssenundecided
hab noch nicht das ganz richtige system rausgefunden
wie macht ihr das mit der Kredit karte b.z ohne ?
würd mich echt intersssieren winking smiley
Grüsse zurück_zur_Natur

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Mr. Huber92 (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13.02.2013 22:37

Essen selber anbauen. Unabhängigkeit von vielen Dingen. Einige Dinge lernen die früher zum Alltag gehört haben.

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Hobbygaertnerin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 14.02.2013 16:24

Hallo Mr. Huber92,
teile deine Einstellung----- aber----- das Wissen fällt nicht vom Himmel und der Weg zum Essen selber anbauen, zur Unabhängigkeit von vielen Dingen, vom Erlernern der Dinge, die früher zum Alltag gehörten- ist mit vielen Steinen gepflastert, vor allem der Suche nach dem sinnvollen Weg dahin.
Der Tag hat für jeden 24 Stunden, sie bestmöglich zu nutzen, setzt voraus, dass gewissen Grundkenntnisse vorhanden sind.

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Landmann (IP-Adresse bekannt)
Datum: 30.04.2013 08:51

Die Lösung liegt in der Grundregel "keep it simple - halte es einfach":
Kreditkarte erfordert Bankkonto. Das erfordert regelmässige (überwachte) Einkünfte, unnötige Kontoführungsgebühren, festen Wohnsitz, ewigen Papierkram.. (im Computerzeitalter)
Wenn man einfach lebt, muss man keine grossen Summen bewegen und Lohn-Auszahlungen per Scheck oder in Bar gibt es auch bei grossen Firmen.

Wenn ich - auf mich allein gestellt - keinen festen Wohnsitz hätte, packe ich einen stabilen Rucksack:
Zelt, Evazote-Matte, Schlafsack, KellyKettle + Esbit-Thermoskanne mit breiter Öffnung (ersetzt Kocher und Lagerfeuer), wasserdichte Medizin-/Verbandskästchen-Box, Werkzeug-Box mit Messer, Schere, Flachzange, Nähzeug, etwas Angelzeug,Bleistift und kleines Notitzbuch, kleine Seifenbox, 2-3 kleine Boxen mit Nahrungsvorrat,ganzer schwarzer Pfeffer, etwas Salz kleine Teedose
Haltbare, feste Schuhe, 2 Hosen, 3 T-Shirts, 5 U-Hosen, 5 Paar Socken (3x leicht, 2x dickere) wasser-/winddichte Jacke trage ich meistens
..und noch Wasser+ ein paar Extras = unter 20 kg Gewicht

Damit muss man natürlich Wandervogel sein und sich entsprechend der Jahreszeit (und um Konfrontationen mit Ordnungshütern zu vermeiden) jeden Tag ca 20-30 km fortbewegen, das Nachtlager erst bei Anbruch der Dunkelheit aufschlagen und mit Sonnenaufgang sofort wieder abbauen (Gestänge vom Zelt raus genügt), frühstücken und Zelt etwas abtrocknen lassen..und wieder los..kleine Pausen einlegen und unterwegs immer die Augen nach Gefahren, Verkehr, Nahrung und Arbeitsmöglichkeiten offen halten, ggf. freundlich aber bestimmt auf halbwegs vertrauenswürdige Personen zugehen und fragen. (Wasser, Arbeit, Weg, Besonderheiten der Region..)
Das kann man nicht aus dem Buch lernen. Das muss man üben (und leider ab und zu Lehrgeld zahlen, denn auch Schweine können lieb aussehensmiling smiley)

Für etwas Sprachenkenntnis (französisch, italienisch, spanisch..)
gibts kleine Sprachen-(und Slang)-Führer der Marke Kauderwelsch.
ca. 20 Aussage-und Frage-Satzgrundgerüste, ein paar Slangausdrücke, 200-500 Vokabeln und etwas Gestik genügen sehr oft, um sich im Ausland zu verständigen und durch gelegentliche Gespräche die Aussprache und den Wortschatz schnell und kostenlos zu verbessern.

Ebenso bzgl. essbarer Pflanzen: Man muss nicht erst die komplette Botanik studieren. Eher: Was wächst da an unverwechselbaren Früchten, Blättern und Nüssen? Was wird regional angebaut? Oft liegt an Feldrändern ungeerntetes (wegen klobiger Maschinen) oder wild wucherndes Gemüse, was man nur erkennen, ordentlich waschen (Fuchsbandwurm) und zubereiten muss. Das macht eher und gesünder satt, als irgendwelche Flechten zu sammeln, 3x in Wasser auszukochen, trocknen, mahlen..und am Ende hat man trotzdem nur eine Handvoll leicht bitteren Staub.

Nur Stoff/Kleidung und Schuhe sind schwer herzustellen. Angesichts der Tatsache, daß zig Mio Tonnen jährlich in Altkleidersammlungen landen und grösstenteils nach Afrika exportiert werden, ist das aber eher ein geringes Problem, es sei denn, man hat Schuhgrösse 52 oder braucht orthopädische Maßschuhe, die man nicht durch tragen von Einlagen ersetzen kann.

Alleine weiss man, was man kann und hat. Zu zweit kann man sich immer gegenseitig nerven, aufmuntern und helfend ergänzen.
Als Familie muss man schon wenigstens ein gutes Finanzpolster und eine gute Einnahmequelle haben (z.B. LKW-Wohnwagen mit Imbissbude) und kommt um Papierkram, Kontoführung und etliche Abhängigkeiten sicher nicht herum. - auch nicht als Selbstversorger auf eigenem Land.

Frei wie ein Vogel ist niemand..aber frei wie eine Wanderratte, das kann man schaffen smiling smiley

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: wilderbse (IP-Adresse bekannt)
Datum: 03.05.2013 09:36

Also ich für meinen Teil bin lieber seßhaft,
bestelle meinen Garten, weiß, wo in der Nähe meine Lieblings-Wildkräuter und -beeren wachsen und kenne meine Nachbarn.

Vereinfachen heißt für mich, dass ich möglichst alles selber koche. Dass ich auch einfach mal selber Brot backe, selber Käse mache, selber einfach diverse Dinge ausprobiere.

Den BMW lasse ich lieber beim Autohändler, mein uralter Kleinwagen fährt ohnehin viel billiger.

Vereinfachen heißt aber auch für mich, dass nicht alles "so ohne Weiteres" von statten geht, denn z.B. selber Brot backen heißt Zeit und Arbeit und Vorausplanen. Sozusagen "slow living" - lieber langsam und dafür gründlich. Und wenn ich mit Teig kneten oder Kompost umstechen beschäftigt bin, komme ich nicht auf die Idee, shoppen zu gehen.

Allerdings darf man "Vereinfachen" nicht unbedingt mit "Billiger/ Günstiger" verwechseln, denn oft spart man auch einfach am falschen Platz!

lg wilderbse
PS: Kochunterricht und Backunterricht findet man oft im Youtube, auch Garteln gibt es dort natürlich!

Avatar Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 03.05.2013 10:21


PS: Kochunterricht und Backunterricht findet man oft im Youtube, auch Garteln gibt es dort natürlich!
einfacher und energiesparender und kommunikativer ist es allerdings, wenn man dafür nicht erst den Computer einschalten muß, sondern altmodisch von Mensch zu Mensch die Information weitergibt.

liebe Grüße
Lehrling

Frei sein, heißt wählen können, wessen Sklave man sein will."
Jeanne Moreau (*1928), französische Schauspielerin und Regisseurin

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: wilderbse (IP-Adresse bekannt)
Datum: 03.05.2013 10:57

Also ehrlich gesagt bin ich da anderer Meinung.

Das hängt vielleicht damit zusammen, dass ich den Computer mit Internet griffbereit habe, und dafür so gut wie keine Menschen kenne, die irgendwas selber machen - außer TK-Pizza in den Ofen schieben und das dann kochen nennen....

Ich bin Mitte Dreißig, und die meisten Leute, mit denen ich über Dinge wie Brot backen, Handspinnen, netzen, einkochen, Sauerkraut selber machen, Krautwickler einwecken und Ähnliches spreche, die finden, dass ich glatte zweihundert Jahre zu spät auf die Welt gekommen bin.
Andere, die mich nicht so gut kennen und mögen, halten mich für "ein bisschen komisch"... :-)

Außerdem kann ich mir so ein Video auch Sonntag Abend um zehn im Pyjama anschauen, und auch wenn ich mir dieses schon das vierzehnte Mal anschaue, weil ich es einfach nicht nachvollziehen kann, verliert es nicht die Geduld.

Aber der soziale Hintergrund fehlt da natürlich schon, das stimmt. Und ja, ich finde es schon traurig, dass ich eigentlich niemanden persönlich kenne, der sich für altes Handwerk interessiert - außer vielleicht ein paar Leute, die ich eben über das Internet kennen gelernt habe... :-)

lg wilderbse

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: zurück_zur_Natur (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18.05.2013 19:26

Zitat:
Vereinfachen heißt aber auch für mich, dass nicht alles "so ohne Weiteres" von statten geht, denn z.B. selber Brot backen heißt Zeit und Arbeit und Vorausplanen. Sozusagen "slow living" - lieber langsam und dafür gründlich. Und wenn ich mit Teig kneten oder Kompost umstechen beschäftigt bin, komme ich nicht auf die Idee, shoppen zu gehen.
ich finde den Satz selber Brot backen heißt Zeit und Arbeit und Vorausplanen. gut
den das ist für mich der unterschied von früher und heute
man sieht in ab und zu noch in unserer schnelllebigen Zeit aber sind wir dadurch glücklicher ich sag nein denn Arbeit macht glücklich wenn sie für einem stimmt und ich muss sagen das mich die arbeit z.b brot oder Kuchen backen im garten arbeiten usw glücklicher macht als shoppen gehen :-)
was denkt ihr ?
zurück_zur_Natur



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.05.13 19:28.

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Toni del Campo (IP-Adresse bekannt)
Datum: 19.07.2013 16:53

Ob der Einzelne sein Leben noch vereinfachen kann,muss jeder selber entscheiden...Fakt ist jedenfalls,das viele althergebrachte Methoden schon verlorengegangen sind.Wenn alte Leute erzählen wie es früher war,wer hört dann schon zu?
Dabei sind solche Geschichten wahre Fundgruben!Beispielsweise welche Lebensmittel kann ich ohne Kühlschrank aufbewahren?
Welche alten Konservierungsarten gibt es? Welche teuren Lebensmittel
kann ich gegen billigere austauschen, bzw. wie kann ich ein Rezept "billiger" kochen,ohne dass die Qualität leidet?
Wie baue ich unverwüstliche Möbel? Wie gärtnere ich ohne Garten?
Ach,die Liste ist ja endlos!
Leider sind diese Dinge immer sehr zeitintensiv,aber damals gab es eben noch kein Fernsehen oder Computer zur Ablenkung.
Hier in Spanien findet man noch ab und an Leute,die einen Lebensstil wie früher pflegen. Von ihnen kann man noch vieles lernen.Mich fasziniert immer wie entschleunigt manche Menschen sind und wie wenig Ansprüche sie haben.
Einer meiner Nachbarn arbeitet in der Morgen- und in der Abenddämmerung in seinem Gemüsegarten,fährt höchstens einmal im Monat einkaufen,tauscht seine Gemüseüberschüsse und puzzelt und repariert den ganzen Tag am Haus rum. Zweimal im Jahr ist "Matanza",also Schlachtfest.Da kommt der ganze Familienclan zusammen zerlegt und verwurstet ein Schwein und jeder bekommt seinen Anteil.Das ist dann immer ein grosses Ereignis mit Strömen von Wein und selbstgemachten "Hierbas",Kräuterschnaps.
Ich kenne diese Schlachtfeste noch aus den 50er und 60er Jahren in Deutschland. Da teilten sich auch mehrere Familien 1-2 Schweine,die in einem Verschlag hinter dem Haus lebten.
Alle meine Nachbarn haben oder kennen jedenfalls jemanden der eine kleine "LLaut",Fischerboot hat.In den Sommermonaten wird damit dann mehrmals die Woche raus zum Fischen gefahren.
Im Februar strömen wir alle aus und sammeln den heissbegehrten wilden Spargel oder Schnecken.Aus Ersteren stellen wir gern eine "Tortilla" her.
Kann man also das Leben noch mehr vereinfachen?

Euch allen einen erfolgreichen,fröhlichen Tag
Toni del Campo

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Hobbygaertnerin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 19.07.2013 18:25

Hi Toni,
deinen Beitrag find ich super.
Wilden Spargel, Schnecken, zum Fischen rausfahren- von derartigen Sachen können wir hier nur träumen. Aber auch bei uns werden die Leute, die noch das alte Wissen kennen - leider immer weniger.
Leider wurden die Gebäude auch von den alten Vorratshaltungsmöglichkeiten modernisiert.
Viel zu warme und zu trockene Heizungskeller lassen die Vorratshaltung im Keller fast unmöglich werden,
auch das Wissen um alte Vorratshaltungstechniken scheint zu einem grossen Teil verloren gegangen zu sein.
Kleine Küken mit selbstgemischtem Futter aufzuziehen, ebenso das Wissen um die sinnvole und preiswerte Düngung der Pflanzen im Garten ist zum Teil verloren gegangen.
Kann doch heute jeder für jede Pflanze den passenden Dünger samt dazugehöriger Erde kaufen.
Dann geht's weiter, viele der modernen Rezepte strotzen vor einer langen Zutatenliste, Fertiggewürzmischungen und wenig Rücksicht auf die saisonalen Möglichkeiten.
Du hast in deinem Beitrag - wie gärtnere ich ohne Garten- angesprochen,
das würde mich interessieren.
4 Wochen ohne Einkauf- genau das wärs.
Schweine in einem Verschlag hinterm Haus zu halten- in Deutschland inzwischen ein Ding der Unmöglichkeit.
Ich habe nicht das Gefühl, dass diese Form von Familienzusammenhalt, von Gemeinschaft, von guten Lebensmittel in unserem Land erwünscht ist, eher das Gegenteil, die totale Vereinzelung vor dem PC, dem Fernseher und all den heutigen technischen Möglichkeiten werden möglicherweise die Familien noch weiter auseinander treiben.
Hauptsache, es wird genug Geld verdient und am Liebsten noch mehr Geld ausgegeben, in die Richtung soll es doch eher gehen.
Herzl. Gruss
Hobbygaertnerin (Berufskollegin)

Avatar Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 19.07.2013 20:32

Hallo hobbygärtnerin,

kennst du das hier Gärtnern auf dem Balkon das gibt es auch als gedrucktes Buch, aber hier runterladen ist doch auch schon was als erste Möglichkeit zum Lesen.

liebe Grüße
Lehrling

Frei sein, heißt wählen können, wessen Sklave man sein will."
Jeanne Moreau (*1928), französische Schauspielerin und Regisseurin

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Toni del Campo (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20.07.2013 17:59

Hallo Hobbygärtnerin!

Das mit dem Gärtnern ohne Garten kennst Du sicherlich- mein Vater behauptete immer der alte Goethe hätt's erfunden.
Also...mein Vater hatte bei seinen Wanderungen die Taschen voller Erbsen-Feuerbohnen-Blumensamen und Obstkerne.Die pflanzte er überall wo er meinte einen passenden Standort zu entdecken.Später dann konntest du sehen,wo Vater gegangen war,wie bei einer (ist jetzt etwas kitschig) Blumenfee.
Im Übrigen freue ich mich sehr,dass Dir mein kleiner Bericht gefallen hat.Man ist ja immer etwas unsicher,ob die anderen Leser das Geschreibsel auch informativ finden.
Tja,4 Wochen ohne Einkauf klappt wohl nur wenn man
a. genügend große Lagerflächen hat
b. mehrere Kühlschränke/Gefriertruhen
C. einen riesigen Garten u. ganzjährig gutes Wetter
d. geringe Ansprüche an eine gute Küche
Zwei Punkte kann ich schon mal nicht bedienen.Ich habe meinen persönlichen Rekord bei 2 Wochen eingestellt. ( ohne Abstriche)
Im Sommer ist es hier recht schwer länger als eine Woche nicht einzukaufen.Du kannst z.B. Kein Wasser aus der Leitung trinken,die Qualität aus den Zisternen ist nicht so toll.Oder man müsste stark chloren und das wollen wir nicht.Also brauchst du Unmengen an Wasser.
Obst ist auch,da vollreif,schnell verschimmelt und bei (heute) 36 C im Schatten backst du garantiert kein Brot! Vermutlich isst (außer den Touris) niemand im Sommer mittags warm.Man würde es beim Kochen in der Küche nicht aushalten.Da essen wir dann verschiedene kalte Suppen und essen dazu das gekaufte,frische Barra oder Baguette,die Stange für 40 Cent.Warm gegessen wird immer abends,obwohl ich es nicht so gut vertrage.Es ist ab 21 Uhr eben kälter.
Im August haben die meisten Unternehmen geschlossen,oder doch eine lange Siesta bis 17 Uhr.Dabei lässt sich bei den Temperaturen auch niemand gerne stören.Die meisten Leute verschlafen dann die Zeit irgendwo im Schatten- jedenfalls hier auf dem Land.Dafür wird dann wieder bis 20 Uhr gearbeitet.Der Feierabend zieht sich dann so bis 24 Uhr oder später.Man sitzt draußen im Garten oder wenn man keinen Garten hat, einfach mit einem Stuhl vor dem Haus um die Kühle des Abends zu genießen und sich mit seinen Nachbarn und Freunden auszutauschen.
Ich habe etwas ähnliches letzten Sommer in der Altmark erlebt,wo die Uhren,so schien es mir,doch noch etwas anders liefen.Jedenfalls im Vergleich zu Westdeutschland.Aber davon vielleicht ein anderes Mal.

Dir und allen Anderen einen erfolgreichen,fröhlichen Tag
Toni del Campo

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Hobbygaertnerin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20.07.2013 18:36

Hallo Toni,
das Wasser in Deutschland kommt zum Glück recht gut aus der Leitung,
Getränke fallen schon vom Einkauf weg, in einem Glaskrug ein paar frische Kräuter zum Wasseraromatisieren- damit wird das Wasser viel lieber getrunken,
gut, ich habe einen Garten und eine Vorratshaltung-
in einem muss ich dich korrigieren,
geringe Ansprüche an gute Küche- das sehe ich anders.
Heute gab es z.B. Kaninchenschlegel mit Kräutern gebraten,
gebackene Kartoffeln, Wirsingsalat- als Nachspeise Himbeereis-
Tiefkühltruhe und Kühlschrank vereinfachen mein Leben sehr angenehm.
Butter und Sahne lagere ich gerne in der Kühtruhe, zumindest lagert dort immer ein eiserner Vorrat, ebenso Brot.
Riesiger Garten muss nicht sein und ganzjähriges gutes Wetter, davon kann ich nur träumen.
Morgen gibt es frischen Salat aus dem Garten und gekochte Wachteleier-
am Montag wird es auch eine grosse Salatschüssel und was leichtes dazu geben.
Mein Hobby ist- aus dem was vor Ort da ist, etwas Leckeres auf den Tisch zu bringen.
Mit wildem Spargel kann ich nicht dienen, aber mit Grünspargel im Garten, gut Weinbergschnecken hätten wir genügend, hmm, mit Schnecken hab ich keine Genusserfahrung, eher nur den Ärger mit den schleimigen Tieren und den Kampf um die Pflanzen. Die Weinbergschnecken benehmen sich so vorbildlich, dass ich denen nicht an das Fleisch will und die Wegschnecken- graus, graus.

Leben noch mehr vereinfachen - heisst für mich- ich muss keine Gerichte kochen, die eine ellenlange Zutatenliste benötigen,
mit frischen saisonalen Lebensmitteln und mit guter Vorratshaltung lässt sich vieles vereinfachen.
Fischfang ist bei uns nicht möglich, aber am Ort gibt es eine Fischzucht mit sehr guter Fischqualität.
Ich finde es interessant deine Erfahrungen aus Spanien zu lesen,
momentan haben wir auch ziemlich warmen Sommer-
deswegen spare ich mir am Liebsten den Einkauf- denn das bedeutet Stress und bei Hitze muss ich möglichst Stress vermeiden.
Wir in Deutschland haben leider keine Siestakultur, würde uns sicher gut tun, so quält man sich bei der Hitze ab und ist geschafft.
einen herzlichen Gruss nach Spanien aus dem warmen Bayern

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Toni del Campo (IP-Adresse bekannt)
Datum: 21.07.2013 11:56

Hallo Hobbygärtnerin!

Wie ich lese,bist Du eine wunderbare Köchin,Kompliment!
Ich wollte auch nicht den Anschein erwecken Du stelltest keine Ansprüche an eine gute Küche.
Die Hypothese die ich aufstellen wollte,war lediglich,dass man Lagerplatz für Vorratshaltung braucht,somit auch Stellplatz für Kühlschränke und Tiefkühler,einen genügend großen Garten,der mich abwechslungsreich mit frischen Obst und Gemüse versorgt.Wenn ich nun zuwenig Lagerplatz,bzw. keinen Stellplatz für große Tiefkühler und einen zweiten Kühlschrank,Erdkeller oder sonstige größere,kühle Lagerstätten hätte,wäre ich gezwungen öfter einzukaufen oder mich in der Hauptsache von leicht lagerbaren Produkten zu ernähren.Ich dachte da an die Leute,die eben nur eine kleine Etagenwohnung haben und oder zu wenig Platz.
Obwohl wir ganzjährig schönes Wetter haben,wächst leider auch nicht das ganze Jahr über frisches Obst und Gemüse.Man muss also zukaufen und die Sachen sind ohne Kühlung in 2-5 Tagen hin.Die restlichen 3
Wochen könnte ich mich,theoretisch natürlich, von Eingemachtem und
Dingen die keine Kühlung brauchen,ernähren- und das wäre für mich keinen Anspruch an eine gute,frische Küche haben.Also mir würden da die Vitalstoffe fehlen, auch wenn es sicher schmecken würde.
Ich esse verhältnismäßig viel frisches Obst und Gemüse,Fisch,aber kein Fleisch (vertrag ich einfach nicht).1 kg Obst schaff ich leicht am Tag zuzüglich ca. 200g Gemüse,hab ich aber noch nicht nachgewogen.
Mit Kartoffeln und Salat ist es sicher mehr.Für einen Monat müsste ich ziemlich viele Kg Obst und Gemüse,nur für eine Person,lagern.Bei mehreren Personen ist das ein Ding der Unmöglichkeit.
Ich bin völlig Deiner Meinung,wenn Du schreibst,dass Kühlschränke und Gefriertruhen das Leben bzw.die Vorratshaltung vereinfachen,aber die Dinger brauchen eben Platz und fressen Energie und die sollen wir alle ja nun sparsam verwenden um die Umwelt zu schonen.
Der eigene Garten vereinfacht zwar die Beschaffung gesunder Lebensmittel und schont sicher auch die Umwelt (Transport,
biologischer Anbau etc.),bindet aber ziemlich viel Zeit,wenn ich von den Erträgen leben will.Gehe ich also noch einer geregelten Tätigkeit nach,wird's zeitlich eng.
Um ein Haus mit genügend großem Nutzgarten zu haben; sei es nun Eigenheim oder Pachtung, muss ich im Normalfall auch mehr Geldmittel wie bei einer Wohnung aufwenden.
Das vereinfacht meine finanzielle Situation also nicht unbedingt.
Es hat demnach alles seine Vor- und Nachteile und jeder muss das für ihn passende Modell herausfinden.Ein "Besser" gibt's wohl nicht und nirgends.Immer besten Fall ein " Gut".
Ganz liebe Grüsse ins sommerliche Bayern.
Allen einen erfolgreichen,fröhlichen Tag
Toni del Campo

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Hobbygaertnerin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 22.07.2013 08:02

Hallo Toni,
wie du schreibst, jeder muss für sich seinen passenden Weg, sein Modell herausfinden.
Bei uns z.B. gibt es eben Kaninchen und Wachteln, einen Gemüse- und Obstgarten und das damit zu erreichende Sparpotential versuche ich zusammen mit der Vereinfachung des Lebens auf die Reihe zu bringen.
Gelingt mir auch nicht immer gleich gut.
Ich gebe dir Recht, dass ein Kühl- oder Gefrierschrank Energie verbraucht, aber auch das Einkaufen, die dort zu kaufenden Lebensmitteln verbrauchen Energie.
Ein Nullsummenspiel wird es nicht geben.
Unser Gemüse wächst im Garten, neben meiner beruflichen Tätigkeit ist es manchmal auch stressig, aber meist entspannend, der Energieaufwand hält sich in Grenzen.
Ob sich mein Leben mehr vereinfachen würde, wenn ich dieses Hobby aufgeben würde, wohl eher nicht.
Für einen anderen mag es einfacher sein, hier sind wir wieder beim Versuch, seinen eigenen Weg zu finden.
Jeder macht es so gut er kann.
Herzl. Gruss
hobbygaertnerin

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: zurück_zur_Natur (IP-Adresse bekannt)
Datum: 03.09.2013 22:03

Hallo ihr
Ich hab mich mal umgesehen nach alternativen
Haltbarkeits möglichkeiten und bin auf die
Seite hier
[www.schrotundkorn.de]
gestossen und hab sie mir auch gleich
Ein wenig durchgelesen ;-)
Grüsse und noch einen schönen Abend
Zurück zur Natur

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.12.2014 19:04

Man muß vorher wissen: was ist "einfaches leben"? - wenn ich dieses noch weiter vereinfachen will.

einfach - und mühsam, arbeitsreich?

Ist ein Leben nur "einfach" wenn man auf die modernen technischen Errungenschaften verzichtet, oder kann man es auch "einfach" nennen, wenn man alles modernes Gerät besitzt?

Die von "Landmann" vorgestellte Lebensweise erscheint mir nicht einfach.

Weniger Mühe und Plage, das kann ja auch "einfach" oder einfacher erscheinen.
Das Leben nicht so hart - also weg von den (ganz einfachen) russischen Dörfern, von den Dörfern im Kaukasus, nur die Alten bleiben. Also ab in die großen Städte, oder gar "ab nach Deutschland". Das Leben soll einfacher, im Sinne von "leichter", sein.

Einfach (mal) auf der Couch sitzen oder einfach Holz hacken (müssen) für den Winter?
Einfach Kartoffeln schälen, oder einfach die 5-Minuten.terrine aufreißen, nur heißes Wasser drauf.

Auf Verzicht gründende Einfachheit ist auch nicht immer einfach...

Naturnah leben bedeutet eigentlich auch, mehr abhängig sein von den Launen der Natur, also von der Ernte (oder was die Natur ohne Anbau abgibt) - das ist auch nicht immer einfach - auf die Sicherheiten zu verzichten, womöglich lange Zeit mit karger Ernährung oder gar mit Fastenzeiten leben zu müssen.

Sparsam leben, genügsam leben - das scheint noch klar und einfach (zu verstehen).
Aber "einfach Leben" - darunter kann man sich vieles vorstellen.

Tugend und Genügsamkeit (eine katholische Empfehlung) das bietet ein gewisses Maß an Sicherheit.
Aber dem Menschen scheint oft anderes vorteilhafter zu sein. Wer sucht nicht zu seinem Vorteil zu handeln?

Es scheint so, als ob man nicht alles haben kann. Oder: beides geht nicht.

Re: Das Leben noch mehr vereinfachen ?
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 27.12.2014 13:35

Drei ganz schlaue diskutieren über "einfach leben".

scrobel

[www.zdf.de]


Dazu (nochmal) "Mensch Gottfried!"
[www.zdf.de]"

Anders leben - was aber wieder "Besitz" voraussetzt.



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