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Philosophie : Knausererforum
der Genügsamkeit / des Knauserns, Gedanken zum Nachdenken über das Knausern, den einfacher Lebensstil, Ziele, Lebensgestaltung, Träume, Utopien
Avatar Soll die Einfachheitsbewegung politisch werden?
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 02.02.2010 10:55

Läßt sich das einfache Leben in die
Politik tragen? Lassen sich die Forderungen des Knauserers politisch
umsetzen?

Dazu passender ARtikel im Knauserer 02/2010:
[www.derknauserer.at]

Michi

Re: Soll die Einfachheitsbewegung politisch werden?
geschrieben von: Manuela A. (IP-Adresse bekannt)
Datum: 02.02.2010 11:19

Hallo Michi,

dieser Link funktioniert nicht. Oder liegt es daran, dass der Knauserer 02/2010 noch nicht "da" ist.

Manuela

Avatar Re: Soll die Einfachheitsbewegung politisch werden?
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 02.02.2010 12:18

Kommt in spätestens 1/2 Stunde. Gott, seid ihr schnell!

Michi

Re: Soll die Einfachheitsbewegung politisch werden?
geschrieben von: martin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 03.02.2010 11:33

Konsumverzicht?

"...als bräche dann ein gigantisches Kartenhaus zusammen"

In letzter Konsequenz tut es das auch.
Unsere (Arbeits-) Welt ist heute nun mal auf einen gewissen Konsum, Grundumsatz eingestellt.

"Weniger" heisst daher zunächst mal mehr Arbeitslose.
Das sieht man ja wunderschön an der derzeitigen Krise.

Ich seh es so, dass eh kaum jemand verzichten will und ich für mich selber daher ohne Probleme den "Verzichter" durchziehen kann.
Mach ich ja schon jahrelang.
Die "anderen" halten den Rubel ja am rollen.

Wenn allerdings immer mehr verzichten (gewollt oder ungewollt), dann gibt es richtig Ärger im Karton.

Man schaue nach Griechenland, dort wird es demnächst richtig übel...

Leider.


Was ganz gut funktionieren könnte ist Einfachheit und Stärkung der lokalen Wirtschaft.
Kürzere Wege, regionale Produkte.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.02.10 11:37.

Re: Soll die Einfachheitsbewegung politisch werden?
geschrieben von: Ango (IP-Adresse bekannt)
Datum: 08.04.2010 13:09

Das Projekt "Einfach leben" ist für mich hochpolitisch. Warum?

Verzicht auf Konsum ist heute wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, "Nein" zu sagen: Nein zu Umweltzerstörung, nein zu gesellschaftlicher und globaler Ungleichheit und Ausbeutung, nein zu den Zumutungen der gegenwärtigen Arbeitswelt, zu Hektik, Hetze und Oberflächlichkeit usw.

Würden alle nur noch halb so viel konsumieren, wäre auch nur noch halb so viel Erwerbsarbeit erforderlich. Das System würde nicht zusammenbrechen, sondern auf ein verträgliches Maß abgebremst.

Vordenker gibt es einige: George Orwell hat sich schon in den Dreißiger Jahren so seine Gedanken gemacht, wie eine humanere Gesellschaft sich organisieren kann (z. B. im zweiten Teil von "The Road to Wigan Pier"). Ivan Illich hat mit dem Konzept der "Konvivialität" in den Siebzigern eine Alternative zur herrschenden Großtechnologie entworfen. Um nur zwei Namen zu nennen ...

Dass die Menschen in der Mehrzahl nicht verzichten wollen, liegt ja auch daran, dass (alle) Parteien ein negatives Deutungsmonopol auf den Begriff "Verzicht" haben. Es fehlt bisher eine politische Kraft, die dazu ein positives Gegenbild öffentlich entwickelt.

Angesichts der Staatsverschuldung, die (Beispiel Griechenland) inzwischen systemgefährdende Ausmaße annimmt, fehlt sowas wie eine "Partei der wirtschaftlichen Vernunft", die bereit ist, dem Staat zuzumuten, mit der Hälfte auszukommen, aber auch in der Lage ist, ein Konzept für einen Staat zu entwickeln, der mit reduziertem Haushalt die lebensnotwendigen Aufgaben zu erfüllen in der Lage ist.

Die Zeit ist wohl noch nicht reif für eine solche politische Kraft. Aber der Keim ist vorhanden, wie die Simple-Living-Bewegung zeigt. Ich glaube, dass die krisenhaften Veränderungen der kommenden Jahrzehnte zum Wachstum dieser Idee beitragen werden.

Keine neue Partei, aber lokale Simple-Living-Netzwerke (Gruppen mit regelmäßigen Zusammenkünften) gründen, das wäre mein Vorschlag für den nächsten Schritt.

Re: Soll die Einfachheitsbewegung politisch werden?
geschrieben von: martin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 08.04.2010 15:56

>> politische Kraft, die dazu ein positives Gegenbild öffentlich entwickelt.

Diese "Kräfte" werden doch regelmässig von den Verschwendern ausgelacht.
Den zum Verzicht notwendigen, breitflächigen Altruismus traue ich den meisten meiner Mitmenschen nicht zu.
Simple-Living ist nur für eine kleine freiwillige Schar attraktiv und realisierbar.
Es gibt genug Mitmenschen, die unbedingt den auf Pump finanzierten Q7 vor der Haustüre ihres verschuldeten Hauses stehen haben wollen.

Re: Soll die Einfachheitsbewegung politisch werden?
geschrieben von: tordis (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.04.2010 10:20

ich bin der meinung, dass knausern bereits von anfang an politisch ist.
allerdings ist es eine alltagspolitik und deswegen vielleicht nicht so schnell als politisch erkenntlich.
ich schließe mich auch ango an. allerdings finde ich, sollte man nicht den begriff "konsumverzicht" sondern "konsumbefreiung" verwenden - denn das ist es ja eigentlich.
in einem vorlsungsteil zu glück, lebenszufriedenheit und lebensstandard (institut für soziologie wien) hab ich eine statistik gesehen, derzufolge der lebensstandard und der konsum seit den 1950ern rasant zugenommen, die lebenszufriedenheit seit den 1970ern allerdings abgenommen hat.
kosum macht nicht glücklich, konsumbefreiung (knausern) dagegen lässt platz für dinge, die einen wirklich glücklich machen: mehr zeit für zwischenmenschliche beziehungen, müßiggang, hobbies, ...
aber, was erzähl ich euch da, das wisst ihr ja alle schon grinning smiley

ich erzähl euch lieber was, was ich gerade gelernt hab und was ihr vielleicht auch interessant findet. und was ich einen weiteren grund finde, warum knausern schon im kern politisch ist.
ich schreibe gerade an meiner bakkalaureatsarbeit über unter anderem den subsistenzansatz.

subsistenz ist alles, was mit der hervorbringung und erhaltung von leben zu tun hat. subsistenzarbeit ist also zum beispiel hausarbeit, kinderbetreuung, land/garten/waldwirtschaft (für den eigenen bedarf), nachbarschaftshilfe usw.
subsistenz(arbeit) ist die basis jeder gesellschaft, ohne subsistenzwirtschaft ist auch bei uns im westen keine warenwirtschaft möglich, denn subsistenz hat direkt mit dem überleben zu tun, warenwirtschaft ist dagegen schon (eher) luxus.
wichtig für die subsistenz sind dinge, die man als bäuerliche ökonomie zusammenfassen kann. genügsamkeit, bewusstsein über die endlichkeit und die grenzen des planeten und seiner ressourcen, geringe riskiobereitschaft, kein wettbewerbsdenken sondern das wissen, dass alle aufeinander angewiesen sind...
was ich interessant finde: das leben in einer bäuerlichen ökonomie (das ist ja eine kultur, die sich nicht auf die landwirtschaft beschränkt) lässt wegen der genügsamkeit viel zeit für müßiggang, viel zeit für sich und bietet um vieles weniger stresspotenzial als eine wirtschaft, die auf maximierung aus ist. also gut für die psyche winking smiley

ein möglicher (nicht nur denkbarer) weg aus der jetzigen ökologie- und wirtschaftskrise ist die entwicklung von subsistenzgesellschaften. die werden je nach lebensweise anders aussehen, in der stadt anders als auf dem land, in guatemala anders als in österreich.
und das knausern hat für mich viel mit subsistenz zu tun.
und ich habe außerdem den verdacht, dass das einfache leben für immer mehr menschen (wenn auch nur langsam) attraktiv wird. denn die armut (an zeit, muße, guter luft, gesunder nahrung, ...) inmitten des warenüberflusses wird - kommt mir vor - doch immer mehr menschen bewusst und es wird nach alternativen gesucht.
und die dürfen doch gerne vielfältig sein smiling smiley denn bestimmt gibt es noch mehrere zielführende methoden neben dem knausern (auch wenn mir spontan grad keine einfällt) - menschen sind ja immer so schön kreativ smiling smiley

es ist schwer, den ganzen subsistenzansatz in ein paar zeilen zu quetschen, deswegen für interessierte an dieser stelle mehr zum nachlesen:
der begriff subsistenz

vor allem das hauptwerk (gut gegliedert und verständlich):
Bennholdt-Thomsen, Veronika; Mies, Maria: Eine Kuh für Hillary. Die Subsistenzperspektive. verlag Frauenoffensive 1997

evtl. auch diese artikelsammlung (u.a. mit einem artikel darüber, wie susbistenz auch in der stadt problemlos möglich ist - diesen artikel hab ich aber kopiert daheim, wer interesse hat):
von Werlhof, Claudia; Bennholdt-Thomsen, Veronika; Faraclas, Nicholas (Hg.): Subsistenz und Widerstand. Alternativen zur Globalisierung. Promedia 2003

liebe grüße,
tordis



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.04.10 10:23.

Re: Soll die Einfachheitsbewegung politisch werden?
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.04.2010 16:11

"bäuerliche Ökonomie"....WO findet man die bitte? Sicher nicht mehr bei den heutigen Bauern.grinning smiley

Liebe Grüße
Hilde

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.

Avatar Re: Soll die Einfachheitsbewegung politisch werden?
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.04.2010 22:05

Ich stelle halt politisch (also das ganze Dingsbums mit den Wahlen, diese grandiose Heuchlerei) gerne in Opposition zu dem was mir hier machen.
Klar ist das politisch, aber eben in diesem anarchischen, individuellen Sinn.

Michi

Re: Soll die Einfachheitsbewegung politisch werden?
geschrieben von: tordis (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.04.2010 08:31

hilde, diese bäuerliche ökonomie findet man überall auf der welt, nur bei uns in den industrieländern hat man sie nach dem zweiten weltkrieg ganz bewusst ausgerottet. (jetzt müssen wir uns wieder erholen! wirtschaft muss wachsen! denn nur wenn ihr wie deppert konsumierts gehts uns wieder gut! usw. - außerdem wurden die ganzen bauern systematisch ausgerottet, wurden ja arbeiter/innen in den fabriken gebraucht. und heute werden bauern auch nach wie vor kaputtsubventioniert, von der eu.) (und die ganzen großbauern haben mit bauern ja bekanntlich auch nix mehr zu tun)
bäuerliche ökonomie kann man bei uns im westen länger suchen, da hast du recht, nämlich mal mindestens bis zum knauserer winking smiley
aber schau mal ein paar länder weiter und du wirst sie wieder im großen stil finden smiling smiley



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.04.10 08:34.

Avatar Re: Soll die Einfachheitsbewegung parteipolitisch werden?
geschrieben von: orinoco (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.04.2010 11:48

derknausererat schrieb:
> Ich stelle halt politisch (also das ganze Dingsbums mit den Wahlen,
> diese grandiose Heuchlerei) gerne in Opposition zu dem was mir hier
> machen.

In diesem Sinn ein ganz klares "Nein" von mir.
Bloss nicht parteipolitisch werden! Eben weil es Heuchelei pur ist.
Keine Partei gründen! und ich würde auch keine Partei oder Kandidaten wählen, die Knausern in ihr (Partei-)Programm aufnehmen würde.

> Klar ist das politisch, aber eben in diesem anarchischen,
> individuellen Sinn.

Eine weitere Möglichkeit der politischen Betätigung, die über das anarchistisch-indidivudelle hinaus geht wäre die Solidarisierung mit anderen Graswurzelbewegungen, aber damit würden wir den themenzentrierten Konsens verlassen, weil das auf der Sachebene nicht mehr unmittelbar etwas mit Knausern zu tun hat.

Re: Soll die Einfachheitsbewegung parteipolitisch werden?
geschrieben von: Ango (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.04.2010 14:19

@ martin: Simple Living ist für mich weniger altruistisch als viel mehr egoistisch motiviert. Es geht doch in erster Linie darum, sich persönlich den üblichen Konsumterror und die damit verbundenen Anstrengungen zu ersparen. Wer sich trotz Schulden den Q7 vor die Tür stellt, handelt letzten Endes selbstschädigend, denn irgendwann müssen die Konsequenzen getragen werden.

@ tordis: Ich finde, Du bringst es auf den Punkt: Wenn ein gewisser Lebensstandard erreicht ist, wird weiterer Konsum belastend. Genau das ist die Erkenntnis, die von den herrschenden Parteien und ihrer Wachstums- und Vollbeschäftigungsideologie unterdrückt wird, und für deren Verbreitung ich mir eine politische Gegenkraft schon wünschen würde (und sei es auch nur als Teil einer der bestehenden Parteien).

@ michi und orinoco: Ich glaube, wir können gar nicht ohne weiteres politisch werden, weil wir weder rechts noch links und weder progressiv noch konservativ sind. Wir sind eher eine Synthese aus allem, eine Weiterentwicklung auf Grund der obigen Erkenntnis (tordis). Und der gesellschaftliche Rahmen des Simple Living sind die demokratischen, arbeitsteiligen Gesellschaftsformen des Westens, die sowohl ausreichend Freiheit für eine solche Lebensform bereitstellen als auch den erforderlichen Wohlstand (wir brauchen also auch keinen Anarchismus, um unser Ding zu leben und die Welt zu verändern).

Avatar Re: Soll die Einfachheitsbewegung parteipolitisch werden?
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13.04.2010 08:35

@Ango
also das mit der ausreichend Freiheit sehe ich schon stark in Gefahr; so stoße ich derzeit bei uns hier an die Grenzen, wenn ich Bäurin werden will. Ich würde sogar ein Feld von meinem Vater bekommen, aber das krieg ich nicht wegen des herrschenden Grundverkehrsgesetzes.

Den Punkt des weder links noch rechts sein, der ist aber immens wichtig für die Bewegung. Es ist eine Grundlage nach allen Seiten offen zu sein. Ich habe da manchmal sogar im Forum meine Probleme, wo die Sache oft stark gegen links geht.

Ein Wort, das ich aber eher hinderlich finde für die Knausererbewegung ist ARBEITSTEILIG. Es stimmt schon, dass nicht jeder alles können kann und Arbeitsteilung hat in diesem grundlegenden Sinn seine Berechtigung. Aber 2010 ist daraus der Fachidiot geworden, der sich alles andere zukaufen muss.

Lg.
Michi

Re: Soll die Einfachheitsbewegung parteipolitisch werden?
geschrieben von: Ango (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13.04.2010 11:08

Grundverkehrsgesetz - bitte kurz erklären: Heißt das, der Staat verbietet Dir, das Grundstück zu erwerben? Oder er verbietet Dir, dort Landwirtschaft auszuüben? Oder was?

Links oder rechts: Ich glaube, Simple Living geht ebenso für Leute, die sehr weit rechts stehen, wie für alle anderen. Traurig, aber wahr!

Arbeitsteiligkeit finde ich nichts Schlechtes. Stell Dir vor, Du willst kein Auto haben, aber mal reisen. Da sind öffentliche Verkehrsmittel mit Busfahrern und Lokführern schon hilfreich.
Außerdem: Wer einfach lebt, braucht auch gar nicht so viel Arbeitsteilung: Zum einen, weil in vielen Bereichen aufgrund der Vereinfachung schlicht der Bedarf fehlt (um beim Beispiel zu bleiben: wer kein Auto hat, braucht auch keine Werkstatt); zum anderen, weil sich manches selber erledigen lässt. Zum Beispiel schneide (besser: schere smiling smiley) ich mir die Haare selber, oder ich backe mein Brot selbst. In beiden Fällen nehme ich Handwerksbetrieben die Arbeit weg, aber zum Glück gibt es dagegen (noch) kein Gesetz.
Also, ich finde Arbeitsteiligkeit ist ein Segen, geben Dir aber recht, dass es auf das Maß ankommt und sie nicht zur (Fach-)Idiotie führen darf.

Avatar Re: Soll die Einfachheitsbewegung parteipolitisch werden?
geschrieben von: derknausererat (IP-Adresse bekannt)
Datum: 14.04.2010 09:26

Ich kämpfe momentan mit diesem Gesetz. Mein Vater würde mir 2,5 ha Waldwiese schenken. Er braucht sie nicht, er will sie auch nicht bearbeiten. Mein Bruder braucht sie nicht, er will sie auch nicht bearbeiten. Wir in der Familie sind uns also einig, dass diese Waldwiese mir gehören soll.
Da greift das Gesetz, das er verbietet, diese Wiese aus dem Hofverband herauszutrennen und mir der Tochter zu schenken. Es geht nur über ein Erbe (und selbst da ist es wackelig). Natürlich will man damit die Zerstückelung von Höfen vermeiden, aber unser Hof wird seit 30 Jahren nicht mehr bewirtschaftet. ...

Natürlich braucht es Arbeitsteilung. Aber du schreibst auch ganz richtig, dass die Selbstständigkeit, für sich selber etwas herzustellen, erhalten bleiben muss.

>Links oder rechts: Ich glaube, Simple Living geht ebenso für Leute, >die sehr weit rechts stehen, wie für alle anderen. Traurig, aber wahr!

Besser sie machen simple living, als sonst welchen Scheiß. Ich finde auch, dass man das simple living auch nach extrem rechts gut verkaufen kann, weil es Seiten wie Heimatliebe, Treue positiv ansprechen würde. Durch die Bedürfnisreduzierung würde auch dem Neid, dem Nährboden der Xenophobie ein Zahn gezogen werden.
Aber so weit rechts denke ich gar nicht. Wieviele Leute sind denn wirklich dem äußerst rechten Rand zuzuordnen. 2 - 3 % mehr nicht.

Ich sehe das positive in der Nichtorientierung, dass ich zum Beispiel Bauern, die man größtenteils dem konservativen Lager zurechnen kann, mit Alternativen zusammenbringen kann, was sehr erquickliche Ergebnisse produziert.

Liebe Grüße
Michi

Re: Soll die Einfachheitsbewegung parteipolitisch werden?
geschrieben von: martin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15.04.2010 15:29

Parteien haben heute eh nix mehr zu sagen.
Gesetzestexte werden von Lobbyisten vorformuliert und dann nur noch (mehr oder weniger) ungelesen abgenickt (siehe Lissabonvertrag).

Simple Living ist was für Eigenbrötler, "Spinner", Enthusiasten, Asketen, Vordenker, Zivilisations-Flüchtlinge, Gesellschaftskritiker, usw.

Passen alle in keine Partei :-)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.04.10 15:36.



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