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Buntes Forum : Knausererforum
alles Sachdienliche, was in die anderen Foren thematisch nicht passt
Danke
geschrieben von: Hobbygaertnerin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 09.01.2015 08:13

Hab schon lange vor, für die Knauserergedanken ein ganz herzliches Danke zu schicken.
Mein Leben hat sich entschleunigt, verändert, Kleiderschrank wie auch andere Baustellen sind knauserig und viel praktischer geworden, das Knauserertagebuch gehört zu meinem Leben als täglicher Begleiter dazu.

Vielen, vielen, herzlichen Dank für die vielen guten Ideen, Tips und Vorschläge für ein einfacheres Leben.
Wünsche noch für das neue Jahr sehr viele schöne Momente, die erkennen lassen, dass ein einfaches Leben kein Mangelleben bedeutet.

Re: Danke
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 09.01.2015 19:03

Dein Dankeschön nimmt schon eine Fragestellung von mir vorweg.

Bei wem hat es im Lebenstil einen großen Wandel gegeben nach der Bekanntschaft mit "Knauserer at"? Man kann ja auch wenig ändern, vieles kann beim Gedankenspiel oder ewig aufgeschobener oder halbherzig umgesetzter Vorsatz bleiben.

Wer kann von sich sagen: mein Leben hat sich schon krass geändert.

Vorzeige-Knauserer gesucht. winking smiley

Re: Danke
geschrieben von: Hobbygaertnerin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10.01.2015 08:54

Als Vorzeigeknauserer bezeichne ich mich nicht-
in einer Zeit, wo es überlebenswichtig war, mit wenig auszukommen, hat mir der sparsame Lebensstil sehr geholfen- und dann bin ich dabei geblieben.
Sparen, einfaches Leben wird doch eher mit Mangel, Verzicht gesehen-
die Freiheit, die es bietet- muss man sich selbst erschliessen.
Auf alle Fälle hat mir der Knauserer-Rundbrief und dieses Forum schon viele Denkanstösse geliefert- Christines Wohnen, ihre Kleiderlösung, das Knauserertagebuch ist auch ein ganz wichtiges Handwerkszeug. Die vielen Tips und Hinweise zuerst einmal zu sammeln ist das Eine- sie dann auf ihre Brauch- und Umsetzbarkeit zu prüfen, das Andere.
Besonders in der jetzigen Zeit, wo einem mit allen psychologischen Tricks und Kniffen das Einkaufen, Shoppen so überaus schmackhaft gemacht wird- seine Strategien zu haben, um nicht doch wieder in die Kauffalle gelockt zu werden, ist schon der halbe Sieg.

Ich backe das Brot selbst, unser Speise- und Küchenzettel hat sich total verändert, der Garten liefert Gemüse, Obst, Kräuter,
ich falle den Verlockungen von den bunten Saatguttüten nicht mehr zum Opfer, ebenso ziehen andere Garten- und Pflanzwerbeverlockungen an mir vorbei, ich brauche fast keine zugekauften Putzmittel mehr, habe einen sehr erfreulichen Kleiderschrank und fühle mich jetzt viel besser angezogen, wir haben eine Sommer- und Winterwohnung mit ein paar kleinen Veränderungen durchgezogen, unser Haus wird einmal im Jahr entrümpelt- und ich bin dahinter wie ein Haftlmacher, dass nichts mehr nach Hause kommt- das nicht wirklich unbedingt gebraucht wird. Wenn was ersetzt werden muss- wird sehr gründlich überlegt, geschaut und geachtet, dass es langlebig, nachhaltig ist.
Dies als Freude, Sport, Erfahrung und nicht als Mangel, Verzicht, Darben zu erleben-
Danke liebe Knauserer- ihr habt mir dabei sehr geholfen.
Meine Erfahrung- wenn man aus der Not spart- ist der Einstieg leichter, weil da muss man- dann ist man es gewöhnt und sieht das Potential und die Möglichkeiten.

Re: Danke
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10.01.2015 20:26

"Besonders in der jetzigen Zeit, wo einem mit allen psychologischen Tricks und Kniffen das Einkaufen, Shoppen so überaus schmackhaft gemacht wird- seine Strategien zu haben, um nicht doch wieder in die Kauffalle gelockt zu werden, ist schon der halbe Sieg."

Vor mehreren Jahren hat hier mal einer nach den persönlichen Stolperfallen gefragt, ich glaube es war orinoco, martin oder sierrra.
Das Unterbewußtsein scheint übermächtig zu sein, nur zu oft handelt man gegen seinen Vorsätzen, wider besseren Wissens. Plötzlich findet man Gründe, warum man nur das eine Mal noch... aber: ab morgen! Ab nächste Woche ect. Hinterher ist man von sich enttäuscht, fast aber den neuerlichen Entschluß, seinen Erkenntnissen und Vorsätzen gemäß... u.s.w.

Irgendwie braucht es wahrlich eine Strategie, wie man sich in solchen Momenten eben doch beherrscht, bzw. man sich selbst überwindet.

Das betrifft ja beides: aktiv und passiv
aktiv, etwas zu tun: z.B. Sport treiben
passiv, etwas zu unterlassen: z.B. kaufen, bestimmte Dinge zu essen, zu trinken, Glücksspiel ect.

"Dies als Freude, Sport, Erfahrung und nicht als Mangel, Verzicht, Darben zu erleben-"

Das ist ja das schwierige, dieser Perspektivwechsel. Sportlich sehen, mit Freude, als Abenteuer u.ä. Das ist die rationale Ebene. Oder reine Erkenntnisebene. Aber komischerweise empfindet man es oft eben doch irgendwie negativ, unbehaglich. Sonst wäre ja alles kein Problem.

P.S. Vorhin gerade gefunden: konsumpf.de

Re: Danke
geschrieben von: Hobbygaertnerin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.01.2015 10:01

Einkaufen wird uns seeeeeeeehr schmackhaft gemacht-
ist sicher auch durch viele psychologische Erkenntnisse und Wissen über das Verhalten bzw. wie es zu steuern ist, abgesichert.
Sich dessen bewusst zu sein, hilft schon ein wenig.
Niemals hungrig oder gefrustet zum Einkaufen gehen- solche ollen Kamellen haben auch heute noch ihre Berechtigung.
Ein Einkaufszettel, wöchentlicher Speiseplan- vermeidet schon einen grossen Teil der Impulskäufe.

Da Geld nicht beim Fenster reinfliegt, sondern mehr oder minder hart erarbeitet wird- sehe ich es als wichtig, dass man sich dessen bewusst ist- und kaufen nicht als Belohnung einsetzt.
An jedem Tag, an dem ich kein Geld ausgebe- kommt ein dicker Strich in meiner Lieblingsfarbe in das Knauserertagebuch-
Einkaufen im eigenen Haus (staune noch immer, dass ich da sehr oft fündig werde)
DIY spart Geld, aber es gibt noch mehr, Freude an dem fertigen Teil, Freude an der Herstellung, Stärkung des Selbstwertgefühles, weil man was gelernt hat,
sich nicht mehr auf die Mode mit ihren ständigen Veränderungen von Farben, Schnitten usw. einlassen, sondern auf den eigenen Geschmack, auf die Wirkung von Farbe.

Ich habe mir vor vielen Jahren eine Liste mit Belohnungen aufgeschrieben, die mir guttun und nicht mal was kosten.
Eine Tasse vom eigenen Kräutertee und sich dafür in die Sonne oder Schatten (je nach Jahreszeit) setzen,
ein Spaziergang -

gibt sicher für jeden seine eigene Liste.
Derzeit ist das Thema Abnehmen, Fitness wieder ganz Gross-
ich möchte nicht wissen, wieviele Fitnessstudiobeiträge als Karteileichenbeiträge bezahlt, wieviel Fitnessgeräte in den Wohnungen herumstehen,
wieviele Vorsätze zum neuen Jahr gemacht- und im Grau des Alltages verschwinden.

Re: Danke
geschrieben von: Fräulein Nussbaum (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.01.2015 16:36

Liebe Hobbygärtnerin,

deinem Dankeschön möchte ich mich anschließen. Auch ich finde immer wieder Inspirationen hier - manche sind was für mich, andere nicht. Ob ich ein Vorzeige-Knauserer bin? Hmmm, mehr geht immer noch. Ich bin sehr sparsam erzogen worden. Als ich erwachsen war und mein eigenes Geld verdiente, hatte ich erst mal keine Lust auf Sparsamkeit, das hielt jedoch nicht lange an. Sparsamkeit, nicht zu verwechseln mit Geiz, das find ich tatsächlich geil.

Liebe Grüße, Fräulein Nussbaum

Re: Danke
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11.01.2015 18:19

Das mit dem Tagebuch scheint bei mir nicht richtig zu greifen, da ich schon mehrere Jahre alle Lebensmittel-Ausgaben (auch Benzin, Wasser, Lotto u.a.) täglich notiere. Regelmäßig, am Monatsende, bin ich über meine Ausgaben erschrocken, aber eine automatisch-magische Wirkung auf meine weiteres Ausgabeverhalten hat die ganze Sache bis jetzt noch nicht gehabt.
Allein Notizen machen hilft wohl nicht bei jedem.

Fräulein Nussbaum, wo Sparsamkeit aufhört und Geiz anfängt, ist so eine Sache. Man kann wohl alles Positive sprachlich ins Negative umdrehen und umgekehrt.

aus Sparsamkeit wird Geiz gemacht.
aus Hilfsbereitschaft ein Helfersyndom
aus Genügsamkeit versteckte Faulheit
aus "Aussteigen" und Verweigern - wird eine Flucht gemacht (und Flucht wird negativ bewertet, implizit)
aus Fleiß wird Eigenliebe, Habgier, Geltungssucht ect. (Eigenliebe auch negativ bewertet, obwohl man andere lieben soll wie sich selbst)


allen recht getan ist eine kunst die niemand kann
wie man es macht macht man es verkehrt

Darf man sparsam sein wie man will, nur muß man ab und zu was spenden, ab und zu verschwenderisch sein (Feiern) um als nicht geizig angesehen zu werden, oder wie ist das eigentlich genau? Also, für mich ist das mit dem Geiz und der Sparsamkeit keineswegs so klar.



In Deutschland/Österreich wohl schwer machbar...

Guckst Du hier ins Hobbit-Loch: [www.krass42.com]

Re: Danke
geschrieben von: Hobbygaertnerin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.01.2015 07:31

Sparsamkeit und Geiz-
da muss jeder für sich seinen Weg finden.
Durch den sparsamen Lebensstil kann ich mir viel Geld sparen,
was ich damit mache- entscheide ich selbst.
Ich kaufe nicht unbedingt billig ein, aber wenig oder weniger. Muss auch vieles nicht haben, was frau angeblich zu haben hat.
Aus der nicht zu vermeidenden Werbeflut an Papier habe ich mir angewohnt- noch eine Nutzung zu machen. Allerdings, ich schau es mir nicht an, denn was ich brauche, das weiß ich selbst am Besten.
@Wasserprediger, ich führe auch schon ewig Haushaltsbuchführung, bei den Ausgaben habe ich 2 Strategien,
das was als unbedingt nötig gebraucht wird-
und das was das Leben schöner macht, was uns wirklich, wirklich wichtig ist und nicht, was uns die anderen als wichtig einreden.
Manchmal schaue ich mir die Filme an, wie wir als Kunden oder Konsumenten benutzt, gelenkt werden, das hat dann auch wieder eine sehr heilsame einkaufsverhütende Wirkung.
Mein einziger Stolperstein sind Bücher- gestehe , dass ich mir diesen Luxus leiste. Nutze die Leihbücherei sehr intensiv, aber viele der Bücher, die mich interessieren, kann ich nur über die Fernleihe ausleihen und da muss ich auch dafür teilweise bezahlen.
Ein Flohmarkt mit seiner Büchervielfalt lässt mein Sammlerherz höher schlagen.

Re: Danke
geschrieben von: Ede (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.01.2015 11:18

Zitat:
Wasserprediger
Das mit dem Tagebuch scheint bei mir nicht richtig zu greifen, da ich schon mehrere Jahre alle Lebensmittel-Ausgaben (auch Benzin, Wasser, Lotto u.a.) täglich notiere. Regelmäßig, am Monatsende, bin ich über meine Ausgaben erschrocken, aber eine automatisch-magische Wirkung auf meine weiteres Ausgabeverhalten hat die ganze Sache bis jetzt noch nicht gehabt.
Allein Notizen machen hilft wohl nicht bei jedem.

Das habe ich an anderer Stelle bereits erwähnt: das Führen eines Haushaltsbuch hilft (bei Knauserern) nur bedingt weiter.

Interessant wäre es die möglichen "Stellschrauben" und die beobachteten Auswirkungen mal zusammenzutragen. Oder anders herum - von welchen Stellschrauben unbedingt die Finger lassen?

Nach Betätigung einer Stellschraube: Wie ist das Gefühl bei den anderen Familienmitgliedern?

Weiterer Punkt: Kinder- mitbestimmen oder nur Hand aufhalten? Haben Kinder ein Anrecht auf Beteiligung bei Finanzangelegenheiten der Familie? Vorteile/Nachteile

Familie: Gespräche über Geld (konstruktiv ohne gefühlte Vorwürfe)

- Sei großzügig im Kleinen und kleinlich im Großen -



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.15 11:29.

Re: Danke
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.01.2015 11:42

Gestern habe ich mir in Kalender notiert: letzte Bücherrechnung bezahlt!
Für den Rest des Jahres erlaube ich mir keinen Bücherkauf mehr, auch kein reduziertes oder gebrauchtes für 2,00 EUR - so der sehr gute Vorsatz! (eigentlich war der 1.1. der Stichtag lol)
Ich habe Bücher genug, da habe ich Texte für Jahre. Nur noch Verkauf/Entsorgung erlaubt.

Bücherei hat mir nie wirklich gefetzt, da ich nicht auf Abgabetermin hin lesen kann und will.

Meine Erkenntnis: die vielen Bücher, die ich über Jahrzehnte gelesen habe, waren zum Teil für mich sehr wichtig und auch hilfreich. Was wäre ohne diese aus mir geworden? Aber jetzt bringen sie mir, also weitere Bücher, keinen oder kaum Gewinn mehr. Machen nur Nackenprobleme.

Mein ganze Reflexion über Sinn und Unsinn und Motive der Bücherleserei kann ich nicht hier niederschreiben. Jetzt kommt der schwierigere Teil: dem gemäß handeln.

Es gibt viele Haushalte, da findet man gar kein Buch oder höchstens 10, die leben auch nicht schlechter. Vielleicht gar besser?

Ich will keine Ratte und kein Wurm mehr sein! smiling smiley

Re: Danke
geschrieben von: Fräulein Nussbaum (IP-Adresse bekannt)
Datum: 12.01.2015 16:39

Für mich beginnt Geiz dort, wo ich die Schädigung eines anderen/der Umwelt bewusst in Kauf nehme, um bei einer Anschaffung einen finanziellen Vorteil zu erzielen.

Und Wasserprediger: Ich weiß nicht, ob ich einen Haushalt ohne Bücher betreten würde - die Leute wären mir definitiv suspekt ... winking smiley

Liebe Grüße, Fräulein Nussbaum

Re: Danke
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15.01.2015 23:16

Wasserprediger schrieb:
>

> Es gibt viele Haushalte, da findet man gar kein Buch oder höchstens
> 10, die leben auch nicht schlechter. Vielleicht gar besser?



Arzneibuch-Gebetbuch-Kochbuch-Parteibuch-Sparbuch-Hörbuch... sonst noch Wichtiges ????grinning smiley

Ich kann/will (für mich) deine Selbst-Beschränkung noch nicht teilen.Ich könnte auch nicht behaupten, dass mir weitere Exemplare nichts mehr bringen, obwohl ich sicher Lesestoff für 3 Leben, wenn nicht mehr, habe.Was heute fehlt, das sind bei Ratgebern zu diversen Themen vernünftige Zusammenfassungen.Alles wird x-mal neu zusammengemixt mit wenig "Neuzutaten".


Auch ich schicke ein Danke an die "Forumsmutter".love

Liebe Grüße
Hilde
Dieser Beitrag ist fehlerfrei; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.01.15 23:18.

Re: Danke
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 16.01.2015 20:53

Ja, liebe Hilde, man sollte auch bedenken: der Büchermarkt ist eben auch ein Marktplatz, bei dem ein Konsumprodukt verkauft werden soll, Geld verdient werden will.
Es ist schwer dagegen zu argumentieren, weil man pausenlos eingehämmert bekommt: Fernsehen ganz schlecht, Bücher sehr gut. (Es gibt praktisch nur: ein "gutes" Buch lesen)
Wenn man das anders betrachtet, schwimmt man schon fast gegen den Strom.
Die ganzen Vorteile, den ganzen Nutzen, den man daraus ziehen kann, der sei doch gar nicht bestritten. Aber man kann doch einmal versuchen, das viele Bücherlesen kritisch zu sehen und "zu hinterfragen", wie es immer so schön heißt.
Was löst den Kaufwillen (den Willen zur Ausleihe) aus? Geschickt neugierig gemacht worden? Wird ein Mangel(-empfinden) angesprochen, eine Problemlösung suggeriert?

Und danach: wurde der Mangel wirklich behoben? Oder wurde ein Problem nur mehr oder weniger intensiv besprochen, man fühlt sich sehr gut verstanden, die eigene Meinung/Erfahrung spiegelt sich wieder ("spricht aus dem Herzen"). Aber der Mangel, das (persönliche oder gesellschaftliche) Problem ist nach wie vor da? Schöne Analyse, viel Verständnis, sonst nix? Streng genommen.

Warum mehrere Kochbücher? Neigung zum Perfektionismus? Oder warum?
Es gibt Frauen, die haben nicht eines, lassen sich (im ganzen Leben) höchstens, aber wirklich nur ausnahmsweise, ein bis zehn Rezepte aufschreiben und können trotzdem gut kochen und backen!
Guckt frau wirklich laufend in diese Bücher rein, oder stehen sie ehrlich gesagt nur herum, eher als Schmuck?

Oder: Ein Vergleich:
Wenn ein Sinnesorgan ausfällt, die Augen, dann, so sagt man, steigert sich die Hörfähigkeit, die akustische Wahrnehmung.

Wenn das "Organ" Lesen weggelassen wird, sucht man da nicht (gezwungenermaßen) eine andere Informationsquelle? Ich meine nicht Fernsehen oder Internet. Sondern die genauere Beobachtung/Wahrnehmung der Menschen, das intensivere Aufsuchen und Auswerten der Gespräche von Mensch zu Mensch. Erfahrungen mündlich weitergegeben.

Reden besser als Lesen.
Leben ohne Bücher - das ist doch wahre Lebenskunst und wahres Leben! Nur mal so als These.

Ja, ist klar, es sollte hier kein entweder - oder gegenüber gestellt werden.

Aber, mach doch mal im Geiste einen Positionswechsel! Versuche Argumente zu bringen, die gegen das (zu viele) Lesen sprechen! Argumente gegen das Bücherhorten, gegen die Hausbibliothek. Quasi Hilde contra Hesse.

Ich bin mir sicher, Dir fallen, belesen wie Du bist, noch viel mehr und bessere Argumente ein als mir! winking smiley
Treibe mir mal das Lesen aus!

Re: Danke
geschrieben von: Hilde (IP-Adresse bekannt)
Datum: 16.01.2015 23:22

Wasserprediger schrieb:
> Ja, liebe Hilde, man sollte auch bedenken: der Büchermarkt ist eben
> auch ein Marktplatz, bei dem ein Konsumprodukt verkauft werden soll,
> Geld verdient werden will.
>



> Ich bin mir sicher, Dir fallen, belesen wie Du bist, noch viel mehr
> und bessere Argumente ein als mir! winking smiley
> Treibe mir mal das Lesen aus!

Also, soll ich "Mein Buch", das zu schreiben schon von etlichen Mitbürgern eingemahnt wurde, doch bleiben lassen? Mir reicht ja das vollkommen, was ich bereits jetzt "literarisch" der Nachwelt hinterlassen habe!grinning smiley confused smiley
Im Moment sponsere ich aber doch noch lieber die Buchwirtschaft als die "Gastwirtschaft" (obwohl ich die auch nicht verhungern lassen würde)winking smiley

An Argumenten, dir "das Lesen auszutreiben", würde es gewiss nicht mangeln.
Nur erspare ich sie dir großherzig, damit du nicht schon beim 1. Lesen zum Rückfall gezwungen wirst.spinning smiley sticking its tongue out

Zum Kochen taugen die Kochbücher ja meist am allerwenigsten.Eher zu Phantasiereisen....was es alles raffiniert Neue gäbe, um dann doch wieder das Altbewährte auf den Tisch zu bringen!

Liebe Grüße
Hilde
Dieser Beitrag ist fehlerfrei; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Du bist was Du denkst und was Du denkst strahlst Du aus. Und was Du ausstrahlst ziehst Du immer unweigerlich an.

Re: Danke
geschrieben von: Hobbygaertnerin (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.01.2015 09:09

Meine besten Freunde- die Bücher - ich möchte sie nicht missen.
Sicher bietet kein Buch die perfekte Weisheit,manchmal sind nach dem lesen eines Buches noch mehr Fragen offen als zuvor, aber mit den Fragen erweitert sich die Sichtweise, der Horizont.
Mir fällt kein Argument gegen das Sammeln und Horten von Büchern, die mich interessieren, ein.
Auch wenn ich sonst sehr sparsam bin- ein gutes Buch- darauf möchte ich nicht verzichten.

@Wasserprediger:Ich gebe dir nur in einem Recht, heute schreibt einer vom anderen ab, es entwickelt sich ein regelrechter Massenmarkt. Bin sehr froh, dass ich noch zu einer Zeit gute Bücher sammelte, als noch wirkliche Inhalte in die Bücher kamen.

Avatar Re: Danke
geschrieben von: orinoco (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.01.2015 11:25

Wasserprediger schrieb:
> Es ist schwer dagegen zu argumentieren, weil man pausenlos
> eingehämmert bekommt: Fernsehen ganz schlecht, Bücher sehr gut. (Es
> gibt praktisch nur: ein "gutes" Buch lesen)
> Wenn man das anders betrachtet, schwimmt man schon fast gegen den
> Strom.

Zitat:
Paul Münch, 1925
Do meene als die dumme Leit,
Wer Biecher schreibt, der wär' gescheit;
Ich han emol e Buch geles',
Das war e kolossaler Kees;

Re: Danke
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17.01.2015 11:33

„Bei viel (Bücher-) Weisheit ist viel Verdruß; und wer Erkenntnis mehrt, mehrt Kummer“ winking smiley

So stehe ich im Kampfe gegen Bücherwürmer und Leseratten ganz allein! Fürchterlich!

Bruder Baum, es ist nicht in meiner Macht, dich zu retten.
Bardzo przepraszam!

Re: Danke
geschrieben von: Wasserprediger (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20.01.2015 19:31

"Erst durch lesen lernt man, wie viel man ungelesen lassen kann."
Wilhelm Rabe

Schade, wenn man das erst durch lesen lernt.


"In Antiquariaten findet man alle großen Literaten ebenso wie den größten Schund. Wenn man in den staubigen Regalen herumstöbert, fragt man sich manchmal, was für Leute diese Bücher gekauft haben, als sie neu waren. Aber es gibt auch viele ältere Autoren, die Sie vielleicht noch nicht kennen und die ein großes Lesevergnügen garantieren." (John und Irma Mustoe in "Knausern wie ein Profi", S. 47)

Ich stand neulich in einer großen Buchhandlung, da kamen zwei Schüler vorbei und haben sich köstlich über diverse Buchtitel amüsiert und herzlich gelacht. ...


Mir ist auch allerhand Schund untergekommen, manchmal habe ich es erst Jahre später gemerkt. Es wird so viel "kolossaler Käse" gedruckt, es ist unfaßbar. Auch wenn ich es nicht gelesen habe: niemand braucht "Feuchtgebiete", ist aber Bestseller gewesen. Da frage ich mich auch, wer das kauft und warum.

Es tun immer alle so, als würden sie laufend nur "ein gutes Buch" lesen, dabei sind doch die guten Bücher extrem rar! Da sucht man die Stecknadel im Heuhaufen. Und bei den guten Büchern stellt sich ja auch die Frage, ob man es wirklich gelesen haben muß, ob man tatsächlich ganz viel verpasst wenn nicht. Muß man denn Knut Hamsun "Mysterien" lesen, nur weil Marcel Reich-Ranicki davon schwärmt? Nein!

Wer so viele Bücher hat, der kann ja für sich einen persönlichen Bücherkanon aufstellen, eine Hitliste von sagen wir 50 Büchern, die man keinesfalls weggeben möchte und die man anderen dringendst empfiehlt, empfehlen würde. Für mich einfach die besten Zehn mal aufzulisten, das fällt mir unglaublich schwer, im Moment kann ich einfach nichts mehr empfehlen und ich empfehle im Gespräch auch niemanden mehr einen Titel.

Warum soll das Ausmisten vor Büchern halt machen? Wer Bücher für drei Leben hat, der kann sich doch ohne Schmerz von 1/3 trennen! Das Lesen muß man da ja nicht lassen.
Es kommt Geld herein bei Verkauf, die Bücher stauben nicht sinnlos ein, andere Menschen freuen sich über ein Schnäppchen oder ein lang gesuchtes Buch.

Jedes vorhandene Buch hernehmen und streng fragen: möchte ich dieses Buch wirklich noch einmal lesen? Warum, was soll das bringen? Die beinahe regungslose Körperhaltung, die schöne Freizeit, die verloren geht...

Und beim Neukauf wirklich 1000 Mal überlegen und durchdenken ob man den Text wirklich braucht, nicht gleich zugreifen, gaaanz lange warten... Und man braucht das Buch nicht!

Wasserprediger

Avatar Re: Danke
geschrieben von: Lehrling (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20.01.2015 21:06

Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden, solange er niemand anderem damit Schaden zufügt.

liebe Grüße
Lehrling

Frei sein, heißt wählen können, wessen Sklave man sein will."
Jeanne Moreau (*1928), französische Schauspielerin und Regisseurin



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